2.24.8 (k1954k): 3. Organisation der Militär-Archive, BMI

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Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

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3. Organisation der Militär-Archive, BMI

Der Vizekanzler beantragt, in Ziff. 4 der geplanten Vereinbarung 46 zwischen dem Bundesminister des Innern und dem Bundesbeauftragten für Truppenfragen das Wort „Militär-Archiv" durch das Wort „Militärarchiv-Abteilung" zu ersetzen. Damit soll klarer zum Ausdruck gebracht werden, daß es sich um ein einheitliches Bundesarchiv 47 handelt.

46

Das Kabinett hatte in der 3. Sitzung am 3. Nov. 1953 TOP 13 auf Wunsch des BMI die Entscheidung über den Antrag Blanks zurückgestellt, ein ressorteigenes Archiv zu errichten. Die in der Vorlage des BMI vom 5. Juni 1954 mitgeteilte „Vereinbarung" sah vor, beim Bundesarchiv ein Militärarchiv zu errichten, das in enger Zusammenarbeit mit der Dienststelle Blank verwaltet werden sollte. Der Leiter des Militärarchivs sollte ein von Blank vorgeschlagener Offizier sein, die Hälfte der Mitarbeiter des höheren Dienstes sollten von Blank vorgeschlagen werden (B 136/4959).

47

Zur Errichtung des Bundesarchivs, dem auch die Betreuung der militärgeschichtlichen Quellen zugewiesen worden war, siehe 55. Sitzung am 24. März 1950 TOP 7.

Der Beauftragte für Truppenfragen, Abg. Blank, bittet, es bei dem in der Kabinettsvorlage wiedergegebenen Vereinbarungstext zu belassen, da dieser nach langwierigen und sehr mühsamen Verhandlungen zustandegekommen sei. Diesem Wunsch folgt das Kabinett gegen die Stimme des Vizekanzlers 48.

48

Die Abteilung Militärarchiv nahm ihre Tätigkeit am 1. Aug. 1955 in Koblenz auf. Sie übersiedelte am 1. Dez. 1967 nach Freiburg und übernahm die Bestände der Dokumentationszentrale des Militärgeschichtlichen Forschungsamts. - Siehe auch Kehrig, Manfred: „... und keinen Staat im Staate bilden." Skizzen zur Entwicklung des militärischen Archivwesens 1945-1955. In: Arbeit der Archive S. 368-408.

Bei dieser Gelegenheit erwähnt der Bundeskanzler, daß viele wichtige Vorgänge und die grundlegenden Entscheidungen, die seit Bestehen der Bundesrepublik von der Bundesregierung getroffen worden seien, in vielerlei Akten verstreut und sehr schwer auffindbar seien. Er hält es für notwendig, für eine spätere Geschichtsschreibung dieses Material greifbar zu machen, damit die Größe der Aufgabe, die der Bundesrepublik in den ersten Jahren ihres Bestehens gestellt war, umfassend und mit allen Schwierigkeiten ihrer Lage geschildert werden könne. Dieser Auffassung wird von allen Seiten zugestimmt.

Der Vizekanzler regt an, vom Bundesministerium des Innern eine Dienstanweisung an die Ressorts zu geben, wie die gesetzgeberischen Stoffe in ihrer Entwicklung und wie die bedeutsamen Ereignisse in den Akten deutlich gemacht werden und wann sie an das Archiv abgegeben werden sollen.

Der Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen hält es für wesentlich, eine Kartei als Findex anzulegen und ein System zu entwickeln, nach dem die Dinge gefunden werden können 49.

49

Der BMI forderte das Bundesarchiv am 16. Juli 1954 zu einer Stellungnahme zu den letzten drei Absätzen dieses Tagesordnungspunktes auf. Der Bericht des Bundesarchivs vom 11. Aug. 1954 wurde in der Sitzung des interministeriellen Organisationsausschusses am 16. Nov. 1954 erörtert. In dem Erlaß vom 12. Mai 1955 verzichtete der BMI unter Hinweis auf die in Bearbeitung befindliche Neuordnung der §§ 10 und 11 der Registraturanweisung darauf, neue Richtlinien zu erlassen (B 198/152).

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