2.4.3 (k1954k): C. Bundeszuschuß zu den Bayreuther Festspielen

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Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

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[C.] Bundeszuschuß zu den Bayreuther Festspielen

Schließlich wird noch außerhalb der Tagesordnung vom Bundesinnenminister die Frage der Gewährung eines Bundeszuschusses zu den Bayreuther Festspielen 14 aufgeworfen. Der Bund habe 1953 einen Zuschuß von 170 000 DM gegeben, was etwa einem Drittel des insgesamt erforderlichen Zuschusses von 500 000 DM entsprochen habe. Die gleiche Regelung sei für 1954 in Aussicht genommen. Im Hinblick auf die internationale Bedeutung der Festspiele empfiehlt der Bundesinnenminister, die Bewilligung des Zuschusses zu genehmigen 15. Das Kabinett ist einverstanden. Bundesminister Strauß regt an, bei der Gewährung des Zuschusses darauf hinzuweisen, daß es durchaus unerwünscht sei, wenn die Bayreuther Festspiele zu einem Treffpunkt vergangener Größen des Nazi-Regimes würden. In dieser Richtung seien Beobachtungen in der Vergangenheit gemacht worden 16.

14

Die 1872 von Richard Wagner zur Aufführung seiner Musikdramen begründeten Bayreuther Festspiele hatten von 1876-1944 stattgefunden. Diese Tradition war 1951 wieder aufgenommen worden.

15

Vorlage des BMI vom 4. Febr. 1954 in B 106/65, weitere Unterlagen in B 106/21447.

16

Vgl. dazu das Schreiben von Brentanos an Schäffer vom 7. Jan. 1954, in dem er um Auskunft darüber gebeten hatte, ob die Bundesregierung einen Zuschuß geleistet habe. „Wenn dies tatsächlich der Fall wäre, dann möchte ich allerdings eine Diskussion darüber herbeiführen, ob das politisch tragbar ist. Nach Berichten, die ich hatte, unterscheiden sich diese Festspiele wenig von denen, die während der glorreichen Zeit des 3. Reiches abgehalten wurden. Für den Geist, der dort in Bayreuth noch lebendig ist, spricht eine Bildveröffentlichung, die mir erst vor kurzem gezeigt wurde; eine Illustrierte brachte zwei Bilder, in denen die erhebenden Momente festgehalten wurden, als der altverehrte Reichskanzler Franz von Papen und die Tochter des Herrn Reichsmarschalls Hermann Göring sich als Gäste in das Goldene Buch eintrugen. Ob man solche Demonstrationen finanzieren sollte, die ebenso kindisch wie unverschämt sind, scheint mir zum mindesten zweifelhaft." (B 106/65). - Auf Anfrage des BMF hatten die Organisatoren der Festspiele Wieland und Wolfgang Wagner erklärt, daß „die Festspielleitung mit diesem Vorkommnis in keinerlei Zusammenhang" stehe (Schreiben vom 28. Jan. 1954, ebenda).

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