2.48.6 (k1954k): B. Vertretung der Bundesregierung auf dem deutschen Burschentag

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Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

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[B. Vertretung der Bundesregierung auf dem deutschen Burschentag]

Vom Bundesminister des Innern wird die Frage gestellt, ob die Bundesregierung auf dem Deutschen Burschentag in Berlin 29 vertreten sein kann. Nach dem Tagungsprogramm beabsichtigen der Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte und Staatssekretär Thedieck dort zu sprechen 30. Als weitere Redner sind Herr Achenbach 31 und Abgeordneter Pfleiderer vorgesehen 32. Wegen der Herausstellung dieser beiden Persönlichkeiten und verschiedener politischer sehr anfechtbarer Auslassungen in den Burschenschaftlichen Blättern erhebt er gegen die offizielle Beteiligung der Bundesregierung Bedenken.

29

Die Dritte Herbsttagung der Deutschen Burschenschaft unter dem Leitwort „Das ganze Deutschland soll es sein - Die Verpflichtung des Studenten gegenüber Volk und Staat" fand vom 17. bis 20. Nov. 1954 in Berlin statt.

30

Vorläufiger Tagungsplan in Burschenschaftliche Blätter (Sept.) 1954 S. 272 f.

31

Dr. iur. Ernst Achenbach (geb. 1909). 1936-1944 im Auswärtigen Dienst tätig, u. a. 1940-1943 Leiter der Politischen Abteilung der Deutschen Botschaft in Paris; 1947-1948 Verteidiger bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen, 1950-1958 MdL in Nordrhein-Westfalen (FDP, Vorsitzender des Außenpolitischen Ausschusses seiner Partei), 1957-1976 MdB (1971 stellvertretender Fraktionsvorsitzender), 1960-1964 Mitglied der Beratenden Versammlung des Europarates und der Versammlung der WEU, 1964-1977 Mitglied des Europäischen Parlamentes.

32

Im Endgültigen Tagungsplan (in Burschenschaftliche Blätter (Nov.) 1954 S. 332 f.) waren als Redner u. a. vorgesehen: Achenbach (Die Haltung der vier Besatzungsmächte in der Frage der deutschen Wiedervereinigung), Lehr (Der Student in Volk und Staat), Oberländer (Das Recht der Deutschen auf ihre Heimat).

Das Für und Wider einer Teilnahme an dieser Veranstaltung wird eingehend erörtert. Entsprechend einer Anregung des Bundesministers für Verkehr soll mit dem Vorstand Fühlung aufgenommen werden, um dessen Absichten genau kennen zu lernen. Wenn der Vorstand eine Beteiligung der Bundesregierung wünsche, soll er auch offiziell bei dieser anfragen 33.

33

Unterlagen nicht ermittelt. - In einem Bericht über die Dritte Herbsttagung der Deutschen Burschenschaft in Berlin heißt es: „Am zweiten Tag (Donnerstag) mußte der ursprünglich vorgesehene Vortrag von Bundesminister Professor Dr. Oberländer (,Das Recht der Deutschen auf ihre Heimat') leider infolge einer plötzlich angesetzten wichtigen Kabinettssitzung entfallen" (Burschenschaftliche Blätter (Dez.) 1954 S. 374). Ein weiterer Bericht schließt wie folgt: „In der Schlußkundgebung forderte Dr. Vockel als Vertreter der Bundesregierung zur verstärkten geistigen und materiellen Stützung Berlins als der wirklichen und künftigen Hauptstadt Deutschlands auf. Die Tagung erhielt ihren besonderen Akzent durch die außerordentlich hohe Teilnahme Alter Herren aus der Sowjetzone und Ost-Berlin, die etwa ein Drittel der Versammelten ausmachten" (ebenda S. 376).

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