2.51.13 (k1954k): 10. Wahl des deutschen Direktors in der Weltbank, BMWi

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Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

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10. Wahl des deutschen Direktors in der Weltbank, BMWi

Einleitend bemerkt der Bundeskanzler, für ihn stände die fachliche Qualifikation von Ministerialdirektor a. D. Wohlthat außer Zweifel. Er habe lediglich gewisse Bedenken, ob nicht seine Tätigkeit in der nationalsozialistischen Zeit unerwünschte politische Wirkungen im Ausland gehabt habe. Außerdem habe Wohlthat erklärt, daß er nicht in der Lage sei, sich ausschließlich seiner Aufgabe als deutscher Direktor der Weltbank zu widmen, insbesondere seinen ständigen Wohnsitz in Washington zu nehmen 52. Bundesminister Strauß bringt für den Bundesminister der Finanzen zum Ausdruck, daß es anerkanntermaßen keine besseren Experten auf diesem Gebiet gäbe 53. Diese Tatsache dürfe im Hinblick auf die Erwartungen der Bundesrepublik, die sie an ihre Mitgliedschaft bei der Weltbank knüpfe, nicht unterschätzt werden. Auf der anderen Seite sei Professor Donner als Fachmann sicherlich nicht so hoch zu bewerten wie Wohlthat. Die politische Belastung Wohlthats wiege nicht schwerer als die vieler hoher Beamter, die auch während der nationalsozialistischen Zeit ähnliche Posten bekleidet hätten. Der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit macht darauf aufmerksam, inzwischen sei nun Prof. Donner berufen. Man könne ihn wohl kaum gleich wieder abberufen. Daher habe man für die Entscheidung über die endgültige Besetzung des Postens noch Zeit. Auf Anregung von Staatssekretär Dr. Westrick beschließt das Kabinett, den deutschen Missionschef in den Vereinigten Staaten, Dr. Krekeler 54, zu beauftragen zu prüfen, wie die zuständigen Kreise in den Vereinigten Staaten eine Nominierung von Wohlthat aufnehmen würden.

52

Vgl. 46. Sitzung am 23. Sept. 1954 TOP A. - Vorlage des BMWi vom 26. Okt. 1954 in B 102/26233 und B 136/3339.

53

Vgl. Schreiben des BMF vom 3. Nov. 1954 (ebenda).

54

Dr. phil. Heinz L. Krekeler (geb. 1906). 1946 MdL Lippe, 1947-1949 MdL Nordrhein-Westfalen, 1949 Mitglied der 1. Bundesversammlung, stellvertretender Vorsitzender des FDP Landesverbandes Nordrhein-Westfalen, Vizepräsident der Deutschen Gruppe der Liberalen Weltunion, 1950 Deutscher Generalkonsul in New York, 1951 Geschäftsträger in Washington, 1953 (1955) Botschafter, 1958-1964 Mitglied der Kommission der Europäischen Atomgemeinschaft in Brüssel.

Nachdem der Bundeskanzler die Sitzung verlassen hat, übernimmt der Vizekanzler den Vorsitz 55.

55

Vgl. dazu Schriftwechsel Globke-Westrick in B 102/26233 und B 136/3339 sowie Schreiben des AA an das Bundeskanzleramt vom 2. März 1955 in B 136/3339: „[...] Das Auswärtige Amt schlägt daher vor, auf eine erneute Behandlung der Angelegenheit im Kabinett zu verzichten, weil Herr Dr. Wohlthat die Bedingungen des Kabinettsbeschlusses vom 13.9.1954 nicht erfüllt. Dem Beschluß des Kabinetts vom 10.11.1954 ist durch die Einforderung des Berichts der Diplomatischen Vertretung Washington entsprochen worden. Der Bericht hat die Bedeutung der erwähnten Bedingungen bestätigt [...]" Dazu hieß es in einem Vermerk des BMWi vom 28. Juli 1955 in B 102/26233: „Entsprechend der Weisung des Herrn Ministers ist mit dem Bundeskanzleramt, dem Auswärtigen Amt und dem Bundesfinanzministerium ein Einvernehmen darüber erzielt worden, daß Prof. Donner als deutscher Direktor in der Weltbank bis zum Ablauf seiner Amtsperiode, d. h. bis zum 30.10.1956, in seinem Amt verbleibt und nicht - wie zwischenzeitlich einmal erwogen wurde - durch Herrn MinDir. a. D. Wohlthat ersetzt wird [...]".

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