2.47.8 (k1960k): C. Jugendbuch

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Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung. Band 13. 1960Flugblatt des BeamtenbundesAm 16. August 1960 werden in Berlin neue Warenlisten und Vereinbarungen für den innerdeutschen Handel unterzeichnet Broschüre zur LebensmittelbevorratungSchreiben Adenauers betr. Salzgitter-Konzern

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[C.] Jugendbuch

Außerhalb der Tagesordnung berichtet der Bundesminister für Familien- und Jugendfragen darüber, daß die Entscheidung eines von seinem Ministerium unabhängigen Preisgerichtes über ein empfehlenswertes Jugendbuch zu Schwierigkeiten geführt habe 17. In einer kurzen Aussprache tritt der Gedanke zutage, daß die Schwierigkeiten mit möglichst geringem Aufsehen bereinigt werden sollten, was praktisch wohl bedeuten dürfte, daß der Preis entsprechend dem Votum des Preisgerichts vom Bundesminister für Familien- und Jugendfragen verliehen wird 18.

17

Angesprochen ist der vom BMFa ausgeschriebene Deutsche Jugendbuchpreis 1960, mit dessen Verleihung der Arbeitskreis für Jugendschrifttum in München beauftragt worden war. Der Sonderpreis „Der junge Mensch in seiner Welt" sollte an den in Paris lebenden Spanier Michel del Castillo für seinen Roman „Elegie der Nacht" verliehen werden, der die Kindheit und Jugend des Autors als Flüchtling vor der Franco-Diktatur, in einem deutschen Konzentrationslager und in spanischen Erziehungsheimen wiederspiegelt. Das Werk war im Vorfeld der Preisverleihung von verschiedenen Seiten u. a. wegen angeblich antikirchlicher Tendenzen kritisiert worden und wurde im BMFa als für Jugendliche ungeeignet eingeschätzt. Ministerium und Arbeitskreis hatten sich darauf verständigt, die Auszeichnung, die für die übrigen Preisträger am 11. Nov. 1960 erfolgt war, unter Hinweis auf mittlerweile aufgetauchte Zweifel an der Autorenschaft Castillos auszusetzen. Unterlagen hierzu in B 153/2097-1, zur Preisverleihung vgl. Bulletin Nr. 214 vom 15. Nov. 1960, S. 2069.

18

Der Preis wurde Castillo Mitte Dezember 1960 in Paris durch den Pressechef des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels überreicht (vgl. „Frankfurter Allgemeine Zeitung" vom 17. Dez. 1960, S. 2).

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