3.3 (k1964k): Sonstige 1964 erwähnte Personen

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Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung. Band 17. 1964Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Geburtstagsgeschenk für Heinrich von BrentanoArbeitsbesuch Charles de Gaulles in BonnBehandlung der Verjährungsfrage im Kabinett

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Sonstige 1964 erwähnte Personen

Konrad Adenauer (1876-1967)

1901 Eintritt in die Zentrumspartei, 1917-1933 Oberbürgermeister von Köln, 1921-1933 Mitglied und Präsident des Preußischen Staatsrates, bis 1933 Mitglied des Reichsvorstandes der Zentrumspartei, 1933 Entlassung aus allen Ämtern, 1945 erneut Oberbürgermeister von Köln, 1946-1948 Mitglied des Zonenbeirates für die britische Besatzungszone, 1946-1950 MdL Nordrhein-Westfalen (CDU), dort 1946-1949 Fraktionsvorsitzender, 1946-1950 Vorsitzender des Zonenverbandes der CDU in der britischen Zone, 1948-1949 Präsident des Parlamentarischen Rates, 1949-1967 MdB, 1949-1963 Bundeskanzler, 1951-1955 zugleich Bundesminister des Auswärtigen, 1950-1966 Bundesvorsitzender der CDU.

Alexej I. Adschubej (1924-1993)

Journalist, Schwiegersohn des sowjetischen Ministerpräsidenten Chruschtschow und in dessen engstem Beraterstab, 1957 Chefredakteur der Jugendverbandszeitung „Komsomolskaja Prawda", 1959-1964 der Regierungszeitung „Iswestija" und Mitglied des Obersten Sowjet, 1961-1964 Mitglied des ZK der KPdSU, 1964 (Oktober) mit der Ablösung Chruschtschows Verlust aller Ämter.

Heinrich Albertz (1915-1993)

1939-1941 evangelischer Vikar und Pastor in Breslau und Kreuzburg (Oberschlesien), nach kurzzeitiger Verhaftung als Pfarrer der Bekennenden Kirche freiwillige Meldung zur Wehrmacht und 1941-1945 Kriegsdienst, 1943 erneute mehrmonatige Inhaftierung, 1946-1948 Leiter der kirchlichen Fürsorge in Celle und Leiter des Flüchtlingsamtes für den Regierungsbezirk Lüneburg, 1946 Eintritt in die SPD, 1947-1955 MdL Niedersachsen, 1948-1950 Niedersächsischer Minister für Flüchtlingsangelegenheiten, 1950-1951 Niedersächsischer Minister für Vertriebene, Sozial- und Gesundheitsangelegenheiten, 1951-1955 Niedersächsischer Sozialminister, 1949-1965 Bundesvorsitzender der „Arbeiterwohlfahrt", 1955-1959 Senatsdirektor beim Berliner Senator für Volksbildung, 1959-1961 Senatsdirektor und Chef der Senatskanzlei, 1961-1963 Senator für Inneres, 1963-1970 Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, 1963-1966 Bürgermeister und Stellvertreter des Regierenden Bürgermeisters, gleichzeitig Senator für Sicherheit und Ordnung bzw. seit 1965 erneut Senator für Inneres, 1966-1967 Regierender Bürgermeister von Berlin, 1970-1979 erneut Pfarrer in Berlin.

Helmut Ammon (1898-1976)

1926-1934 Ausbildungsassessor der Reichsbahndirektionen Ludwigshafen, Essen und Kassel, 1934-1935 Vorstand der Verkehrsämter Altena (Westf.) und Gummersbach, 1935-1941 Dezernent der Reichsbahndirektionen Saarbrücken, Stuttgart und Nürnberg sowie zuletzt der Eisenbahnbetriebsdirektion Lodz, 1941-1942 Leiter des Verkehrs- und Wagendienstes der Feldeisenbahndirektion 2 in den besetzten Gebieten Polens und der Sowjetunion, 1942-1945 Abteilungsleiter der Generaldirektion der Ostbahn Krakau, 1945-1949 Dezernent und Abteilungsleiter der Eisenbahndirektion Nürnberg, 1949-1963 Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbahn in Offenbach bzw. seit 1954 in Frankfurt am Main, dort 1950-1963 Leiter der Abteilung VI (Finanzabteilung).

Franz Amrehn (1912-1981)

1932-1939 Banklehre und Tätigkeit als Bankkaufmann, 1940-1945 Kriegsdienst, 1945-1955 Geschäftsführer der Eigenhausbauten für Stadt und Land GmbH, Berlin, 1952 Zulassung als Anwalt sowie 1964 als Notar, 1946-1948 Bezirksverordneter in Berlin-Steglitz, 1950-1969 Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, dort 1952-1955 Vizepräsident und 1963-1969 Vorsitzender der CDU-Fraktion, 1955-1963 Bürgermeister und Mitglied des Bundesrates, 1961-1969 Landesvorsitzender der CDU, 1969-1981 MdB.

Antoine Argoud (1914-2004)

Französischer Oberst, 1958 Stabschef bei General Massu in Algerien, führender Offizier der OAS, 1961 nach Teilnahme am misslungenen Putsch gegen Präsident de Gaulle Verurteilung zum Tode in Abwesenheit durch ein französisches Militärgericht, 1963 (Februar) nach erster Verhaftung in Spanien und anschließender Flucht Entführung durch den französischen Geheimdienst aus München, 1963 (Dezember) Verurteilung zu lebenslanger Haft durch den französischen Sondergerichtshof für Staatssicherheit, 1968 Entlassung im Rahmen einer Generalamnestie.

Dr. Adolf Arndt (1904-1974)

1932 Landrichter, 1933 Entlassung, 1933-1945 Rechtsanwalt in Berlin, ab Juli 1944 Zwangsarbeitslager, 1945 Oberstaatsanwalt in Marburg, 1945-1949 Hessisches Justizministerium und Vertreter Hessens im Rechtsausschuss des Länderrats des amerikanischen Besatzungsgebiets, 1948-1949 Vorsitzender des Rechtsausschusses im Wirtschaftsrat des Vereinigten Wirtschaftsgebiets, 1949-1969 MdB (SPD), dort 1949-1961 Fraktionsgeschäftsführer, 1956-1964 Mitglied des Parteivorstandes, 1963-1964 (März) Senator für Wissenschaft und Kunst in Berlin, seit 1964 Vorsitzender des Deutschen Werkbundes und seit 1965 der Deutschen Gesellschaft für bildende Kunst.

Prof. Dr. Volker Aschoff (1907-1996)

Studium an den TH Danzig und Karlsruhe, 1933-1936 Assistent an der TH Karlsruhe, seit 1937 Tätigkeit in der Industrie, 1950-1975 o. Professor für Elektrische Nachrichtentechnik an der TH Aachen, dort 1964-1965 Rektor, 1969-1975 Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt, Porz.

Sirimavo Bandaranaike (1916-2000)

Nach der Ermordung ihres Ehemannes und Premierministers von Sri Lanka Solomon Bandaranaike 1959 Führerin der Sri Lanka Freedom Party (SLFP), 1960-1965 und 1970-1977 Premierministerin, Außen- und Verteidigungsministerin, 1965-1970 Oppositionsführerin, 1980 Entzug des aktiven und passiven Wahlrechts wegen Machtmissbrauchs während ihrer Amtszeit, während der Präsidentschaft ihrer Tochter Chandrika Bandaranaike Kumaratunga 1994-2000 erneut Premierministerin.

Dr. Rainer Barzel (1924-2006)

1941-1945 Kriegsdienst, anschließend Studium der Rechtswissenschaften und der Volkswirtschaft, 1949-1956 Tätigkeit bei der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen, 1956 Geschäftsführendes Mitglied des Präsidiums des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen der CDU, 1957-1987 MdB, 1962 (14. Dez.)-1963 Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen, 1963-1964 stellvertretender und amtierender Fraktionsvorsitzender, 1964-1973 Fraktionsvorsitzender, 1971-1973 Bundesvorsitzender der CDU, 1973-1979 Mitarbeiter in einer Anwaltskanzlei in Frankfurt am Main, 1977-1979 Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft und 1980-1982 Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages, 1982-1983 Bundesminister für innerdeutsche Beziehungen, 1983-1984 Präsident des Deutschen Bundestages, 1980 und 1986-1990 Koordinator für deutsch-französische Zusammenarbeit.

Dr. Fritz Bauer (1903-1968)

1930-1933 Hilfsrichter am Amtsgericht Stuttgart, 1933 Entlassung aus dem Staatsdienst und Inhaftierung im Konzentrationslager Heuberg, 1936 Emigration nach Dänemark und vorübergehende Verhaftung nach dem deutschen Einmarsch, 1943 Flucht nach Schweden, 1945 Rückkehr nach Dänemark, 1949 nach Deutschland, 1950-1956 Generalstaatsanwalt am Oberlandesgericht Braunschweig, 1956-1968 hessischer Generalstaatsanwalt in Frankfurt am Main, 1963-1965 Vertreter der Anklage im Auschwitz-Prozess.

Josef Bauer (1915-1989)

1937 Übernahme des elterlichen Molkerei- und landwirtschaftlichen Großhandelsbetriebes, 1939-1945 Kriegsdienst, 1951 Eintritt in die CSU, 1953-1969 MdB, dort 1963-1969 stellvertretender Vorsitzender der CSU-Landesgruppe, 1970-1972 Landrat des Kreises Rosenheim.

Bernhard Bauknecht (1900-1985)

Landwirt, 1932-1933 Mitglied des Stadtrates von Ravensburg (Zentrumspartei), 1946-1952 MdL Württemberg-Hohenzollern (CDU), 1949-1969 MdB (CDU), dort 1953-1969 Vorsitzender des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, 1947-1973 Präsident des Landesbauernverbandes Württemberg-Hohenzollern, seit 1951 Mitglied des geschäftsführenden Präsidiums des Deutschen Bauernverbandes, 1959-1969 dessen Vizepräsident.

Dr. Kurt Behnke (1899-1964)

1917-1918 Kriegsdienst, nach Studium der Rechtswissenschaften und juristischem Vorbereitungsdienst 1922-1927 Hilfsrichter beim Amts- und Landgericht Stettin, 1928-1929 Justitiar bei der Regierung in Schleswig und 1929 bei der Regierung in Magdeburg, 1929-1932 Hilfsarbeiter im Preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe, 1932-1941 Vertreter der Obersten Dienststrafbehörde beim Preußischen Oberverwaltungsgerichtshof bzw. ab 1937 beim Reichsdienststrafhof, 1941-1945 Amt Ausland/Abwehr beim Oberkommando der Wehrmacht, dort in der Zentralabteilung, nach Gefangenschaft 1947-1948 Verwaltungsrichter beim Verwaltungsgericht Ansbach, 1948 Referatsleiter in der Verwaltung für Wirtschaft des Vereinigten Wirtschaftsgebietes, 1948-1949 Senatspräsident beim Dienststrafhof bei dem Personalamt der Verwaltung des Vereinigten Wirtschaftsgebietes, 1949-1953 BMI, dort Leiter der Abteilung II (Beamtenrecht und sonstiges Personalrecht), 1953-1964 Präsident des Bundesdisziplinarhofes, 1964 (Dezember) Selbstmord nach Beantragung eines Disziplinarverfahrens durch den BMI wegen außerehelicher sittlicher Verfehlungen.

Barend William Biesheuvel (1920-2001)

1945-1947 Sekretär des provinzialen Ernährungskommissars für Nordholland im niederländischen Landwirtschaftsministerium, 1947-1952 Sekretär für Auslandsbeziehungen des Landwirtschaftsverbandes, 1952-1959 Generalsekretär des Nationalen Protestantischen Bauernverbandes, 1959-1963 dessen Präsident, seit 1957 Abgeordneter im niederländischen Parlament (Anti-Revolutionaire Partij: ARP), seit 1963 MdEP, 1963-1967 in drei Kabinetten niederländischer Minister für Landwirtschaft und Fischerei und stellvertretender Ministerpräsident, 1971-1973 niederländischer Ministerpräsident, gleichzeitig Vorsitzender der ARP.

Klaus von Bismarck (1912-1997)

Nach Landwirtschaftslehre 1934-1938 Wehrdienst und Offiziersausbildung, 1938-1939 Tätigkeit in der Landwirtschaft, 1939-1945 Kriegsdienst und Gefangenschaft, 1945-1949 zunächst Leiter des Jugendamtes Herford, dann des Jugendhofs Vlotho, 1949-1961 Leiter des Sozialamtes der Evangelischen Kirche Westfalens in Villigst bei Schwerte (Ruhr), 1955-1967 Mitglied des Präsidiums des Deutschen Evangelischen Kirchentages und der Gesamtdeutschen Synode der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD), 1961-1976 Intendant des Westdeutschen Rundfunks, Köln, 1977-1979 Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentages, 1977-1989 Präsident des Goethe-Instituts.

Otto von Bismarck (-Schönhausen) (1815-1898)

1832-1838 Studium der Rechtswissenschaften und juristischer Vorbereitungsdienst, 1839-1847 Tätigkeit auf den familieneigenen Gütern, 1847-1848 konservatives Mitglied des preußischen Vereinigten Landtags, seit 1849 der Zweiten Kammer des preußischen Landtags und 1850 des Erfurter Unionsparlaments, 1851-1859 preußischer Gesandter am Bundestag des Deutschen Bundes in Frankfurt am Main, 1859-1862 Gesandter in Petersburg, 1862 in Paris, 1862-1890 preußischer Ministerpräsident und 1871-1890 Reichskanzler.

Prof. Dr. Franz Böhm (1895-1977)

1925-1933 Reichswirtschaftsministerium, seit 1933 Lehrtätigkeit an den Universitäten in Freiburg i. Br. und seit 1937 in Jena, 1945-1946 hessischer Kultusminister, 1946-1962 ordentlicher Professor für Bürgerliches, Handels- und Wirtschaftsrecht an der Universität Frankfurt am Main, 1952 Leiter der deutschen Delegation bei den Wiedergutmachungsverhandlungen mit Israel, 1953-1965 MdB (CDU), 1959 als Kandidat für die Nachfolge von Theodor Heuss im Amt des Bundespräsidenten im Gespräch.

John Boyd-Carpenter (1908-1998)

1934-1940 Tätigkeit als Rechtsanwalt in London, 1940-1945 Kriegsteilnehmer, 1945-1972 Mitglied des Unterhauses (Konservative Partei), 1951-1954 Staatssekretär für Finanzen im Schatzamt, 1954-1955 Minister für Verkehr und Zivilluftfahrt, 1955-1962 Minister für Pensionsrückstellungen und staatliche Sozialversicherung, 1962-1964 Staatssekretär im Schatzamt und Generalzahlmeister.

Willy Brandt (1913-1992)

Mitglied der sozialistischen Jugendbewegung, 1931 Übertritt von der SPD zur SAP, 1933 Flucht über Dänemark nach Norwegen, 1940 nach Schweden, 1945 Korrespondent für skandinavische Zeitungen in Deutschland, 1947 Presseattaché an der norwegischen Vertretung (Militärmission) beim Alliierten Kontrollrat in Berlin, 1948 Vertretung des SPD-Vorstandes in Berlin und bei den alliierten Kontrollbehörden, Wiedereinbürgerung, 1949-1957, 1961 und 1969-1992 MdB (SPD), 1950-1969 Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, 1955-1956 dessen Präsident, 1957-1966 Regierender Bürgermeister von Berlin, 1964-1987 Vorsitzender der SPD, 1966-1969 Bundesminister des Auswärtigen, 1969-1974 Bundeskanzler, 1976-1992 Vorsitzender der Sozialistischen Internationale.

Dr. Heinrich von Brentano (1904-1964)

1932-1943 Rechtsanwalt beim Oberlandesgericht Darmstadt, 1943-1945 Dienstverpflichtung als Staatsanwalt in Hanau, 1945 Rechtsanwalt und Notar in Darmstadt, Mitbegründer der CDU in Hessen, 1946-1949 MdL Hessen, dort 1947-1949 Fraktionsvorsitzender, 1948-1949 Mitglied des Parlamentarischen Rates, 1949-1964 MdB, dort 1949-1955 und 1961-1964 Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion, 1955-1961 Bundesminister des Auswärtigen.

Dr. Ernst Brückner (geb.1909)

1937-1939 Tätigkeit bei verschiedenen Staatsanwaltschaften, zuletzt 1939 Staatsanwalt in Itzehoe, 1939-1946 Kriegsdienst, Gefangenschaft und Internierung, 1946-1953 erneut Staatsanwalt in Itzehoe, 1953-1964 Bundeskriminalamt, dort zuletzt 1964 (Januar-Juli) Leiter der Sicherungsgruppe, 1964 (August)-1966 Bundesamt für Verfassungsschutz, dort 1964 (Okt.)-1966 Vizepräsident.

Prof. Dr. Fritz Burgbacher (1900-1978)

1923 Syndikus der Dresdner Bank in Mainz, ab 1925 Wirtschafts- und Steuerberater, 1928-1931 MdL Hessen (Zentrum), 1929-1971 Rheinische Energie AG (Rhenag), zuletzt Vorstandsmitglied, 1933-1934 Stadtverordneter in Köln, seit 1943 Dozent für Fragen der Energiewirtschaft an der Universität Köln (seit 1955 Honorarprofessor), 1952-1967 Landesschatzmeister der CDU Rheinland, 1960-1967 Bundesschatzmeister der CDU, 1957-1976 MdB, 1958-1977 MdEP, dort 1959-1967 Vorsitzender des Ausschusses für Fragen der Energie und Wirtschaftspolitik bzw. (seit 1962) des Energieausschusses, 1973-1975 Vizepräsident, 1967-1969 Mitglied der Nordatlantischen Versammlung, dort Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses, Vorstandsmitglied des Bundes Katholischer Unternehmer.

Dr. Norbert Burger (1929-1992)

Österreichischer Politiker, 1944-1945 Angehöriger einer Volkssturm-Einheit und Kriegsgefangenschaft, 1948-1956 Studium der Volkswirtschaft, 1957 Mitgründer des „Befreiungsausschusses Südtirol" (BAS) in Österreich, seit 1961 wegen Vorbereitung und Beteiligung an Sprengstoffanschlägen in Südtirol bzw. Italien mehrfache Inhaftierungen, Gerichtsverfahren und Verurteilungen zu z. T. langjährigen Freiheitsstrafen in Österreich, Italien (dort in Abwesenheit) und in der Bundesrepublik Deutschland, u. a 1965 und 1967 Hauptangeklagter in den „großen Südtirolprozessen" in Graz und Linz, zeitweise Mitglied der FPÖ, 1967 Mitgründer der österreichischen Nationaldemokratischen Partei (NDP; 1988 verboten), seit 1975 aktiv in der österreichischen Kommunalpolitik, 1978 Mitglied der „Aktion Neue Rechte" (ANR), 1980 Kandidat bei der österreichischen Bundespräsidentenwahl.

Nikita S. Chruschtschow (1894-1971)

1934-1966 Mitglied des ZK der KPdSU, 1938-1949 Erster Sekretär des ZK der KP der Ukraine, 1939-1964 Mitglied des Politbüros bzw. des Präsidiums des ZK der KPdSU, 1947 Regierungschef der Ukraine, seit 1949-1953 Sekretär, 1953-1964 Erster Sekretär des ZK der KPdSU, 1958-1964 zugleich auch Ministerpräsident der UdSSR, 1964 (14. Okt.) Absetzung als Parteisekretär und Ministerpräsident, 1966 Ausschluss aus dem ZK.

Dr. Walther Clausen (geb. 1894)

Bis 1959 Oberpostdirektion Düsseldorf, dort seit 1952 als Abteilungspräsident Leiter der Abteilung II (Fernmeldewesen).

Dr. Carl Creifelds (1907-1994)

1932-1935 Gerichtsassessor im Oberlandesgerichtsbezirk Köln, 1935-1945 Reichsjustizministerium, dort 1941-1945 leitende Tätigkeit, seit 1944 Referent in den für das Strafrecht und Strafverfahren in den besetzten Gebieten, insbesondere für das Polenstrafrecht jeweils zuständigen Referaten, 1945-1949 in der Privatwirtschaft, 1949-1952 Hauptreferent bei der Senatsverwaltung für Volksbildung in Berlin, 1952-1965 bei der Senatverwaltung für Justiz, dort zuletzt Leiter der Abteilung Strafrecht und Gnadensachen, 1965 Versetzung in den Ruhestand auf eigenen Antrag, danach Tätigkeit als Fachautor und Lektor, u. a. Herausgeber des Creifelds Rechtswörterbuchs.

Prof. Dr. Hans Deutsch (1906-2002)

Österreichischer Rechtsanwalt, Vertreter prominenter jüdischer Familien in Wiedergutmachungs- und Rückerstattungsverfahren vor deutschen Gerichten, 1964 Strafanzeige des BMF und Verhaftung in Bonn wegen des Verdachtes der Anstiftung zum Meineid, 1966 Entlassung aus der Untersuchungshaft gegen Kaution, nach längerem Verfahren 1973 Freispruch.

Dr. Georg Diederichs (1900-1983)

1926 Eintritt in die Deutsche Demokratische Partei, seit 1930 in der SPD, 1935 Verhaftung und einjährige Gefängnisstrafe, danach weitere mehrmonatige Inhaftierung im Konzentrationslager Esterwegen, 1939-1945 Kriegsdienst, 1945-1946 Bürgermeister und Landrat in Northeim, 1946-1974 MdL Niedersachsen, dort 1947-1955 stellvertretender Fraktionsvorsitzender und 1955-1957 Vizepräsident des niedersächsischen Landtags, 1948-1949 Mitglied des Parlamentarischen Rates, 1949-1950 Angestellter beim SPD-Bezirksverband Hannover, 1951-1962 Apotheker in Hannover, 1957-1961 Niedersächsischer Sozialminister, 1961-1970 Niedersächsischer Ministerpräsident.

Dr. Albrecht Düren (1910-1986)

Nach Studium der Volkswirtschaft und Staatswissenschaften an den Universitäten Halle (Saale) und Berlin ab 1937 bei der Reichsgruppe Handel der Organisation der gewerblichen Wirtschaft, Berlin, 1939-1947 Kriegsdienst und Gefangenschaft, 1948-1956 Geschäftsführer der Getreide- und Saaten-Handels- und Einfuhrverbände, Bremen und Hamburg, 1956-1960 Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Bremen, 1960-1971 Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelstages, Bonn, 1964-1965 Mitglied der Sachverständigen- Kommission für die Deutsche Bundespost, 1968-1971 stellvertretendes Mitglied der Kommission für die Reform des auswärtigen Dienstes.

Friedrich Ebert (1871-1925)

Sattler, 1889 Anschluss an die SPD, 1893 Redakteur der sozialdemokratischen „Bremer Bürgerzeitung", 1900-1905 Mitglied der Bremischen Bürgerschaft, dort Fraktionsvorsitzender, 1905-1913 Sekretär des zentralen Parteivorstandes der SPD, 1912-1918 MdR, dort seit 1916 mit Philipp Scheidemann Fraktionsvorsitzender, 1913-1919 (bis 1915 zusammen mit Hugo Haase) Parteivorsitzender der SPD, 1918 (9. Nov.) Reichskanzler, 1918 (10. Nov.) mit Haase Vorsitzender des Rates der Volksbeauftragten, 1919 (11. Febr.)-1925 Reichspräsident.

Kurt Edelhagen (1920-1982)

1937 Aufnahme des Studiums an der Folkwangschule Essen mit den Schwerpunkten Klavier, Klarinette, Dirigieren, 1939-1945 Kriegsdienst, 1945 Jazzmusiker in britischen und amerikanischen Clubs, 1946 Aufbau eines eigenen Orchesters, 1947 beim Rundfunksender American Forces Network (AFN), 1949 beim Bayerischen Rundfunk (Sender Nürnberg), 1952-1957 Südwestfunk und 1957-1972 Westdeutschen Rundfunk, 1957-1962 Leiter der Jazzklasse an der Musikhochschule Köln, 1964 vierwöchige Tournee durch die UdSSR und Konzerte in Ost-Berlin und Dresden, 1972 Leiter der musikalischen Gestaltung der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in München.

Fritz Erler (1913-1967)

Seit 1931 Mitglied der SPD, 1932-1938 Stadtverwaltung Berlin, nach Ausscheiden aus politischen Gründen kaufmännischer Leiter eines chemischen Unternehmens in Berlin, 1938 Verhaftung und 1939 Verurteilung zu zehn Jahren Zuchthaus, 1945 Flucht, 1945-1946 Landrat in Biberach, 1946-1947 MdL Württemberg-Hohenzollern und Tätigkeit in der dortigen Staatskanzlei, 1947-1949 Landrat in Tuttlingen, 1949-1967 MdB, dort u. a. 1952-1957 stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses zur Mitberatung des EVG-Vertrages und der damit zusammenhängenden Abmachungen bzw. (ab 1953) des Ausschusses für Fragen der europäischen Sicherheit bzw. (ab 1956) des Ausschusses für Verteidigung, 1953-1957 Vorsitzender des Fraktionsarbeitskreises für Sicherheitsfragen, 1957-1964 stellvertretender, 1964-1967 Fraktionsvorsitzender, 1953-1957 Mitglied der Beratenden Versammlung des Europarats und der Versammlung der WEU.

Josef Ertl (1925-2000)

1943-1945 Kriegsdienst, 1945-1947 landwirtschaftliche Lehre, 1947-1952 Studium der Landwirtschaft an der Technischen Hochschule München, 1952 Eintritt in die FDP, 1952-1959 Leiter des Landjugendberatungsdienstes im Bayerischen Landwirtschaftsministerium, 1959-1961 an der Alm- und Landwirtschaftsschule Miesbach und ab 1960 deren Leiter, 1960-1961 auch Direktor des Landwirtschaftsamtes Miesbach, 1961-1987 MdB, 1964-1970 stellvertretender und 1970-1983 Landesvorsitzender der FDP in Bayern, 1969-1983 Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Mitglied im Präsidium und Bundesvorstand der FDP, 1978-1990 Präsident des Deutschen Skiverbandes, 1984-1990 Präsident der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, seit 1993 Vizepräsident der Thomas-Dehler-Stiftung.

Ernst Falkenheim (1898-1982)

1936-1958 Deutsche Shell AG, Hamburg, zuletzt stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes, Vorstandsmitglied des Mineralölwirtschaftsverbandes e. V., Hamburg, bis 1962 Präsidialmitglied des Bundesverbandes der Deutschen Industrie.

Dr. Ernst Féaux de la Croix (1906-1995)

1934-1945 Reichsjustizministerium, 1946 Regional Food Office, Hamburg, 1946-1949 Tätigkeit in einem Steuerberatungsbüro in Berlin, 1949-1971 Verwaltung für Finanzen des Vereinigten Wirtschaftsgebiets bzw. BMF, dort 1950-1952 Leiter des Referats VI 4 (Gesetzgebung über Reichs- und Staatsvermögen), 1952 zusätzlich Leiter des Referats II B 1 (Hilfsmaßnahmen für die Wirtschaft), 1953-1959 Leiter der Unterabteilung V B (Wiedergutmachung, Liquidation des Krieges, Rechtsangelegenheiten), 1959-1971 Leiter der Abteilung VI (Liquidation des Krieges, Verteidigungslasten, Finanzielle Verteidigungsangelegenheiten, Rechtsangelegenheiten).

Mario Ferrari Aggradi (1916-1997)

1939 Assistenz-Professor für Volkswirtschaftslehre und Finanzwissenschaft an der Universität Rom, 1944-1945 Mitglied des zentralen Wirtschaftsausschusses des Komitees zur Befreiung Norditaliens, 1945 Vizepräsident des Industrie-Rates für Norditalien, 1946 Generalsekretär des interministeriellen Ausschusses für Wiederaufbau, seit 1953 Mitglied der Abgeordnetenkammer (Democrazia Cristiana), 1953-1958 Unterstaatssekretär für den Haushalt, seit 1958 Minister in mehreren italienischen Kabinetten, u. a. 1958-1959 Landwirtschaftsminister, 1959-1960 Minister für Staatsbeteiligungen, 1963-1965 Minister für Land- und Forstwirtschaft, 1968 Finanzminister, 1968-1969 Minister für Post und Telekommunikation, 1969-1970 Unterrichtsminister, 1970 Minister ohne Geschäftsbereich und 1970-1972 Schatzminister.

Dr. Winfried Florian (geb. 1926)

1955-1958 bei der Oberpostdirektion Frankfurt am Main, 1958-1969 und 1983-1990 BMP, dort 1958-1961 Hilfsreferent im Referat I A (Brief- und Paketdienst, Postgebühren, Interzonenverkehr, ab 1960: Postordnung, Postgebühren), 1961-1965 Persönlicher Referent des Staatssekretärs für die Post- und Fernmeldeverwaltung (ST V), 1965-1966 Leiter des Referats I A (Postordnung; Postgebühren), 1966 Abordnung zur Bahnpostoberbetriebsleitung West, Köln, 1966-1969 erneut Leiter des Referats I A, 1969-1983 Präsident der Oberpostdirektion Münster, 1983-1990 Staatssekretär im BMP.

Friedrich Albert Foertsch (1900-1976)

Seit 1918 Berufssoldat, im Zweiten Weltkrieg zuletzt 1943-1945 (Januar) Chef des Generalstabs der 18. Armee und anschließend bis Kriegsende der Heeresgruppe Kurland, 1945-1955 Kriegsgefangenschaft, seit 1956 Bundeswehr, dort 1956-1958 Kommandeur der 2. Panzergrenadierdivision mit zwischenzeitlicher Beauftragung als Kommandeur des II. Korps, 1959-1961 Stellvertretender Chef des Stabes Plans and Policy (Planung und Grundsatzfragen) im NATO-Hauptquartier SHAPE in Paris, 1961-1963 Generalinspekteur der Bundeswehr.

Prof. Dr. Dr. Carl Föhl (1901-1973)

Nach Tätigkeiten in der Privatwirtschaft ab 1954 Honorarprofessor an der Universität Tübingen, 1961-1970 Professor für Volkswirtschaftslehre und Direktor des Instituts für Theorie der Wirtschaftspolitik an der Freien Universität Berlin.

Dr. Gerhard Fritz (1921-1984)

Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft ab 1946 Studium der Volkswirtschaft und Wirtschaftswissenschaften in Freiburg i. Br. und Mannheim, anschließend wissenschaftlicher Assistent am Volkswirtschaftlichen Institut der Wirtschaftshochschule Mannheim, 1952-1964 bei der Industrie- und Handelskammer für die Pfalz in Ludwigshafen, dort 1955-1957 stellvertretender und 1957-1964 Geschäftsführer, 1955 Eintritt in die CDU, 1957-1965 MdB, 1964-1981 Kurator der Deutschen Stiftung für Entwicklungsländer, Berlin, 1981-1984 Leiter des Senior-Expertenservice des Deutschen Industrie- und Handelstages.

Charles de Gaulle (1890-1970)

Seit 1911 Berufsoffizier in der französischen Armee, 1914-1918 Kriegsdienst und Gefangenschaft, 1918-1931 verschiedene Kommandierungen, u. a. 1924 im Stab der Rheinarmee in Mainz, 1927 Bataillonskommandeur in Trier, 1932-1936 Generalsekretär des Nationalen Verteidigungsrates, 1937-1939 erneute Truppenverwendung, zuletzt 1939 Kommandeur einer Panzerdivision, 1940-1943 Gründer des Londoner Komitees „Freies Frankreich", Chef der „Freien Französischen Streitkräfte" und Chef des „Nationalen Verteidigungskomitees", 1943 Präsident des „Nationalen Befreiungskomitees", ab 1944 der „Provisorischen Regierung der französischen Republik", 1944-1946 und 1958 französischer Ministerpräsident, 1959-1969 Präsident der Republik.

Karl Glaser (geb.1903)

1935-1970 bei der Maschinenfabrik Müller Weingarten AG, dort 1947-1970 als kaufmännischer Direktor Mitglied des Vorstandes, 1964 Vorsitzender des Betriebswirtschaftlichen Ausschusses im Verein Deutscher Maschinenbau-Anstalten und Mitglied des Vorstandes des Betriebswirtschaftlichen Ausschusses im BDI.

Dr. Nahum Goldmann (1895-1982)

Seit 1918 Tätigkeit in der zionistischen Bewegung, Mitbegründer und Mitherausgeber der „Encyclopaedia Judaica", 1926-1933 Leiter der Zionistischen Vereinigung in Deutschland, 1933 Emigration, 1935-1940 Vertreter der Jewish Agency beim Völkerbund in Genf, seit 1940 als amerikanischer Staatsbürger zusammen mit Ben Gurion erfolgreicher Einsatz für die Gründung des Staates Israel, 1949-1978 Präsident des Jüdischen Weltkongresses, seit 1951 gleichzeitig der Conference on Jewish Material Claims against Germany, 1952 maßgebliche Beteiligung an der Aushandlung des Wiedergutmachungsabkommens der Bundesrepublik mit Israel, 1956-1968 Präsident der Zionistischen Weltorganisation.

Hans von der Groeben (1907-2005)

1933-1942 Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft, 1942-1945 Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft, 1945-1952 Oberpräsidium Hannover, Abteilung Finanzen, bzw. Niedersächsisches Ministerium der Finanzen, 1952-1958 BMWi, dort 1952-1958 Leiter der Unterabteilung III D (Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl), seit 1956 Vorsitzender des Ausschusses Gemeinsamer Markt der Brüsseler Regierungs-Konferenz, 1958-1970 Mitglied der Kommission der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft bzw. (ab 1967) der Europäischen Gemeinschaften in Brüssel.

Prof. Dr. Walter Hallstein (1901-1982)

1929 Privatdozent, 1930-1941 Professor für Privat- und Gesellschaftsrecht, 1946 Lehrstuhl für Internationales Privatrecht, Völkerrecht, Rechtsvergleichung und Gesellschaftsrecht an der Universität Frankfurt am Main, 1950 Leiter der deutschen Verhandlungsdelegation für den Schuman-Plan, 1950-1951 Staatssekretär im Bundeskanzleramt, 1951-1958 im AA, 1958-1967 Präsident der Kommission der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft in Brüssel, 1968 Präsident des Rates der Europäischen Bewegung, 1969-1972 MdB (CDU).

Prof. Dr. Walter Hamm (1922)

1941-1945 Kriegsdienst und Gefangenschaft, anschließend Studium der Volkswirtschaftslehre an der Universität Frankfurt am Main, 1952-1966 Stellvertretender Leiter des Forschungsinstituts für Wirtschaftspolitik an der Universität Mainz, 1963-1988 Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Marburg, dort 1968-1988 Geschäftsführender Direktor des Universitätsinstituts für Genossenschaftswesen, 1966-1991 Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats beim BMV.

Baron Ferenc Hatvany (1881-1958)

Ungarischer Unternehmer in der Zuckerindustrie und Kunstsammler.

Horst Heffele (geb. 1922)

1964 Mitglied der Geschäftsführung des Wirtschaftsverbandes der Deutschen Kautschukindustrie, Frankfurt am Main, stellvertretender Vorsitzender des Arbeitsausschusses des Kuratoriums "Wir und die Straße", anschließend stellvertretender Vorsitzender des Beirates und Vorstandsmitglied der Deutschen Straßenliga.

Prof. Dr. Theodor Heuss (1884-1963)

Ab 1905 Redakteur der Wochenschrift „Die Hilfe" (Hrsg. Friedrich Naumann), 1912-1918 der „Neckar-Zeitung", 1920-1933 Dozent an der Deutschen Hochschule für Politik, 1924-1928 und 1930-1933 MdR (DDP bzw. seit 1930 DStP), 1933-1945 nach Entzug der Dozentur schriftstellerische Tätigkeit, u. a. 1933-1936 Herausgeber der „Hilfe", 1945-1946 Kultminister des Landes Württemberg-Baden, dort Mitbegründer der DVP bzw. der aus ihr hervorgegangenen FDP, 1946-1949 MdL Württemberg-Baden (DVP/FDP), 1948-1949 Vorsitzender der FDP, Mitglied des Parlamentarischen Rates, 1949 (7. bis 15. Sept.) MdB, dort Vorsitzender der FDP-Fraktion, 1949-1959 Bundespräsident.

Benedikt Graf von und zu Hoensbroech (geb. 1939)

Als Student der Volkswirtschaftslehre im September 1963 bei einem Fluchthilfeversuch in der DDR verhaftet, Juli 1964 Verurteilung zu einer zehnjährigen Zuchthausstrafe durch das (Ost-) Berliner Stadtgericht, Sept. 1964 nach Freikauf durch die Bundesregierung Rückkehr in die Bundesrepublik, danach Abschluss des Studiums und berufliche Tätigkeit in der Privatwirtschaft.

Dr. Heinrich Jagusch (1908-1987)

1924-1929 Tätigkeit in der Privatwirtschaft, 1929-1935 Angestellter beim Zentralverband der Angestellten und beim Deutschen Büro- und Behördenangestellten-Verband, 1935-1940 Studium der Rechtswissenschaft, 1940-1943 Kriegsdienst, 1946 beauftragter Richter bzw. Landgerichtsrat beim Landgericht Braunschweig, 1947 Hilfsrichter beim Oberlandesgericht Braunschweig, 1948-1950 Richter beim Obersten Gericht für die Britische Zone, Köln, 1951-1965 Bundesrichter beim Bundesgerichtshof, seit 1959 Senatspräsident, 1965 Versetzung in den Ruhestand auf eigenen Antrag.

Gerhard Jahn (1927-1998)

1945-1946 Verwaltungsangestellter, nach Abitur und Studium der Rechts- und Staatswissenschaften ab 1957 Tätigkeit als Rechtsanwalt und ab 1966 als Notar, 1949 Eintritt in die SPD, 1950-1954 Sekretär des SPD-Unterbezirks Marburg-Frankenberg, 1957-1990 MdB (SPD), dort 1961-1963, 1965-1967 und 1974-1990 Parlamentarischer Fraktionsgeschäftsführer, 1967-1969 Parlamentarischer Staatssekretär im AA, 1969-1974 Bundesminister der Justiz, 1974-1975 Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung, 1978-1990 Mitglied der Parlamentarischen Kontrollkommission, 1975-1977 und 1979-1982 als Vertreter der Bundesrepublik Deutschland Mitglied der Menschenrechtskommission der UNO, 1979-1995 Präsident des Deutschen Mieterbundes.

Lyndon B. Johnson (1908-1973)

1937-1949 Abgeordneter für die Demokratische Partei im US-Repräsentantenhaus, 1949-1961 Senator für Texas, 1961-1963 Vizepräsident, nach der Ermordung von Präsident John F. Kennedy 1963 (22. Nov.)-1969 36. Präsident der USA.

Dr. Friedrich Kaul (1906-1981)

1932 Mitglied der KPD, Tätigkeit im Rahmen der „Roten Hilfe", 1933 aus dem Justizdienst entlassen, 1935-1937 Inhaftierung in den Konzentrationslagern Lichtenburg und Dachau, 1937 Emigration nach Kolumbien, später nach Mittelamerika, 1941 Inhaftierung in Nicaragua und Auslieferung an die USA, dort bis 1945 Internierung, 1945 Rückkehr nach Deutschland, 1946 Eintritt in die SED, seit 1948 Rechtsanwalt in Ost- und West-Berlin, 1954-1956 Verteidiger im KPD-Prozess vor dem Bundesverfassungsgericht, mehrfach Verteidiger von KPD- und FDJ-Mitgliedern in Prozessen in der Bundesrepublik, 1960 Professor an der Humboldt-Universität, 1961 Ausschluss von allen Staatsschutzverfahren in der Bundesrepublik durch Entscheidung des Bundesgerichtshofes, 1967 wieder aufgehoben durch das Bundesverfassungsgericht, Nebenkläger in mehreren Prozessen in der Bundesrepublik wegen NS-Gewaltverbrechen, u. a. 1963-1965 im Frankfurter Auschwitz-Prozess, 1970 im Düsseldorfer Treblinka- und 1975-1981 im Düsseldorfer Majdanek-Prozess, 1962 Vizepräsident der Vereinigung Demokratischer Juristen, 1965 Direktor des neugegründeten Instituts für Zeitgenössische Rechtsgeschichte an der Humboldt-Universität, 1975 stellvertretender Vorsitzender der internationalen Chilekommission.

John F. Kennedy (1917-1963)

1941-1945 Marineoffizier, 1947-1953 Abgeordneter der Demokratischen Partei im Repräsentantenhaus, 1953-1961 Senator für den Staat Massachusetts, 1961-1963 35. Präsident der USA, am 22. Nov. 1963 in Dallas (Texas) ermordet.

Robert F. Kennedy (1925-1968)

Nach dem Studium der Rechtswissenschaften 1951 Eintritt in das US-Justizministerium, Organisator der Wahlkämpfe und engster Berater seines Bruders John F. Kennedy, 1961-1964 Justizminister (Attorney General), seit 1966 Senator für den Staat New York, am 6. Juni 1968 als Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der Demokratischen Partei auf einer Wahlkampfreise in Los Angeles ermordet.

Horst Korber (1927-1981)

1945 Kriegsdienst, 1945 Eintritt in die SPD, nach Studium der Rechtswissenschaften 1954-1955 Richter am Landgericht Berlin, 1955-1967 Senatskanzlei Berlin, dort als Senatsrat ab 1963 Leiter der Allgemeinen und Politischen Abteilung, 1967 Senatsdirektor für Justiz, 1967-1971 Senator für Familie, Jugend und Sport, 1971-1975 für Justiz, 1975-1977 für Arbeit und Soziales, 1977-1979 für Bundesangelegenheiten, 1971-1979 Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, 1980-1981 MdB, ab 1973 Mitglied des Nationalen Olympischen Komitees, zusätzlich ab 1977 Präsident des Landessportbundes Berlin.

Prof. Dr. Gert von Kortzfleisch (geb. 1921)

Als Berufsoffizier 1939-1945 Kriegsdienst, 1945-1950 in sowjetischer Gefangenschaft, anschließend Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Köln, dort 1962 Privatdozent, 1962-1990 Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Mannheim und dort Direktor des Industrieseminars und des Laboratoriums für Technologie, 1964-1966 Rektor.

Dr. Heinz L. Krekeler (1906-2003)

1930-1934 Chemiker in Berlin, 1934-1945 bei der IG-Farben-Industrie AG in Ludwigshafen, 1946-1947 MdL Lippe (FDP), 1947-1950 MdL Nordrhein-Westfalen, stellvertretender Vorsitzender des FDP-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen, 1950-1951 Generalkonsul in New York, 1951-1955 Geschäftsträger und 1955-1958 Botschafter in Washington, 1958-1964 Mitglied der Kommission der Europäischen Atomgemeinschaft in Brüssel.

Dr. Hans-Helmut Kuhnke (1907-1997)

1934 Tätigkeit als Rechtsanwalt, 1935-1942 persönlicher Mitarbeiter des Industriellen Friedrich Minoux, 1942 Eintritt in die Firma Klöckner Werke AG, dort zunächst persönlicher Mitarbeiter des geschäftsführenden Teilhabers Dr. Günther Henle, später Direktor, ab 1965 persönlich haftender Gesellschafter der Firma Klöckner & Co, Duisburg, 1968-1973 Vorsitzender des Vorstandes der Ruhrkohle AG, 1974-1980 Präsident des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft, Essen.

D. Dr. Hermann Kunst (1907-1999)

1932 Pfarrer in Herford, nach 1933 Mitglied der Bekennenden Kirche, 1940 Superintendent und 1942 Stellvertretender Präses der westfälischen Landeskirche, 1949-1977 Bevollmächtigter des Rates der EKD am Sitz der Bundesrepublik Deutschland, 1956-1972 Militärbischof.

Georg Leber (geb.1920)

Nach kaufmännischer Ausbildung 1939-1945 Kriegsdienst, anschließend Ausbildung zum Maurer, 1947 Eintritt in die SPD und den DGB, 1949-1952 Sekretär der Baugewerkschaft Limburg (Lahn), 1952-1955 Redakteur der Gewerkschaftszeitung „Der Grundstein", seit 1953 Mitglied der Hauptvorstände der Industriegewerkschaft Bau-Steine-Erden und des DGB, 1955-1957 Zweiter und 1957-1966 Erster Vorsitzender der Industriegewerkschaft Bau-Steine-Erden, 1953-1966 Mitglied des Geschäftsführenden Vorstandes des Internationalen Bundes der Bau- und Holzarbeiter, 1957-1983 MdB, 1958-1959 MdEP, 1961-1986 Mitglied des Vorstandes der SPD, 1966-1972 Bundesminister für Verkehr bzw. 1969-1972 Bundesminister für Verkehr und für das Post- und Fernmeldewesen, 1972-1978 Bundesminister der Verteidigung, 1979-1983 Vizepräsident des Deutschen Bundestages.

Dr. Kurt Leopold (1900-1973)

1923-1937 wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Industrie- und Handelskammer Berlin, 1937 Berufung zum Mitglied der Geschäftsführung der Reichswirtschaftskammer, dort zuletzt Leiter der Abteilung Außenwirtschaft, 1947-1949 stellvertretender Leiter der Berliner Vertretung der Verwaltung für Wirtschaft des Vereinigten Wirtschaftsgebietes, 1949 stellvertretender Leiter des Berliner Büros der Treuhandstelle für den Interzonenhandel, 1953-1965 Leiter der Treuhandstelle für den Interzonenhandel.

Charles Ernest Lucet (1910-1990)

Seit 1935 im französischen auswärtigen Dienst, dort 1935-1942 an der Botschaft in Washington, 1942 Anschluss an das "Nationale Befreiungskomitee" des Generals de Gaulle und 1943 im Komitee für Auswärtige Angelegenheiten in Algier, 1943-1945 an der Botschaft in Ankara, 1945-1946 in Beirut, 1947-1950 in Kairo, 1950-1953 im Außenministerium in Paris, 1953-1955 Delegierter Frankreichs beim Sicherheitsrat der UNO in New York, 1955-1959 erneut an der Botschaft in Washington, 1959-1965 erneut im Außenministerium, dort Leiter der Abteilung für Politische Angelegenheiten, 1965-1972 französischer Botschafter in Washington, 1972-1974 in Rom, anschließend Tätigkeit in der Privatwirtschaft.

Ulrich de Maizière (1912-2006)

1930-1945 Berufssoldat, zuletzt seit 1943 Oberstleutnant i. G., 1945-1947 Gefangenschaft, 1947-1951 Ausbildung als Buch- und Musikalienhändler, 1951-1972 Amt Blank/BMVtg bzw. Bundeswehr, dabei u. a. 1955-1957 im BMVtg Leiter der Unterabteilung Fü B III, 1958-1959 Leiter der Kampfgruppe A in Hannover, 1959-1960 stellvertretender Kommandeur der 1. Panzergrenadier-Division in Hannover, 1960-1962 Leiter der Schule für Innere Führung in Koblenz, 1962-1964 Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg, 1964-1966 Inspekteur des Heeres, 1966-1972 Generalinspekteur der Bundeswehr.

Makarios III. (früher: Michail Muskos) (1913-1977)

Griechisch-orthodoxer Geistlicher in Zypern, 1948-1950 Bischof von Kition, seit 1950 als Makarios III. Erzbischof der autokephalen Kirche von Zypern, zugleich Ethnarch der politischen Führung der griechischen Zyprioten, 1956-1957 Verbannung auf die Seychellen durch die britische Kolonialmacht, nach der Unabhängigkeit Zyperns 1960-1974 Staatspräsident, 1974 (Juli bis Dezember) nach einem Putsch im Exil, danach 1974-1977 erneut Staatspräsident.

Sicco Leendert Mansholt (1908-1995)

Seit 1936 Mitglied der Sociaal-Democratische Arbeiderspartij in Nederland (SDAP) bzw. seit 1946 der Partij van der Arbeid (PvdA), 1945-1958 niederländischer Minister für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung, 1958-1967 Vizepräsident der EWG-Kommission, 1967-1972 der Kommission der EG, 1968 Verfasser des „Memorandums zur Reform der Landwirtschaft in der EWG" (Mansholt-Plan), März bis Dezember 1972 Interims-Präsident der Kommission der EG.

Robert Margulies (1908-1974)

Nach kaufmännischer Lehre seit 1926 Tätigkeit im Getreidehandel, 1929-1933 Mitglied des Bundes Deutscher Jungdemokraten und des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, ab 1933 Teilhaber an einer Getreide-Großhandlung, 1937 aus politischen Gründen aus der Firmenleitung ausgeschieden, anschließend Handelsvertreter, ab 1939 Kriegsdienst, 1944 als politisch unzuverlässig aus dem Heer entlassen und bei der Organisation Todt zwangsverpflichtet, seit 1945 erneut Tätigkeit im südwestdeutschen Getreidegroßhandel, Angestellter des Getreidewirtschaftsverbandes Nordbaden, Geschäftsführer des Württemberg-Badischen Importrings, 1949-1954 Präsident des Gesamtverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels, 1946-1949 MdL Württemberg-Baden (DVP/FDP), 1961 Bezirksvorsitzender der nordbadischen FDP, 1949-1964 (Aug.) MdB, dort 1961-1962 Vorsitzender des Ausschusses für Entwicklungshilfe, 1958-1964 (August) MdEP, dort stellvertretender Fraktionsvorsitzender, seit 1962 Vorsitzender des Ausschusses für die Zusammenarbeit mit den Entwicklungsländern, 1964-1967 deutsches Mitglied der Kommission der Europäischen Atomgemeinschaft EURATOM, danach erneut Tätigkeit als Handelskaufmann.

Hans Merten (1908-1967)

Nach dem Studium der evangelischen Theologie Tätigkeit als Vikar und Pfarrer, 1939-1945 Kriegsdienst, 1945 Abteilungsleiter im Evangelischen Hilfswerk für Kriegsgefangene, Internierte und Heimkehrer, 1947 Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft für Kriegsgefangenenfragen in Hessen, 1949-1951 BMVt, dort Leiter des Referats I 4 (Kriegsgefangene, Vermisste, Heimkehrer, Suchdienst), 1951-1967 MdB (SPD), dort 1957-1963 (Nov.) stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Verteidigung, 1965-1967 MdEP.

Dr. Franz Meyers (1908-2002)

Rechtsanwalt, 1940-1945 Kriegsdienst, 1948 Beitritt zur CDU, 1950-1970 MdL Nordrhein-Westfalen (CDU), 1952 Oberbürgermeister von Mönchengladbach, 1952-1956 Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen, 1957-1958 MdB (CDU), 1958-1966 Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, zugleich 1958-1959 Minister für Bundesangelegenheiten und 1966 Justizminister sowie Innenminister.

Prof. Dr. Paul Mikat (geb. 1924)

Nach Abitur Lehre in der Essener Krupp-Gußstahlfabrik, 1942-1945 Kriegsdienst, 1945 Eintritt in die CDU, Studium der katholischen Theologie, Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte, 1950-1954 im höheren Schuldienst, 1950-1953 Studium der Rechtswissenschaften und 1954 Promotion, 1957 o. Professor für Bürgerliches Recht, Rechtsgeschichte und Staatskirchenrecht an der Universität Würzburg, seit 1965 in Bochum, 1962-1966 Kultusminister des Landes Nordrhein-Westfalen und 1963-1965 Präsident der Ständigen Konferenz der Kultusminister sowie Vorsitzender des Kulturpolitischen Ausschusses des Bundesrates, 1966-1969 MdL Nordrhein-Westfalen, 1969-1987 MdB.

Wolfgang Mischnick (1921-2002)

1939-1945 Kriegsdienst, 1945 Mitbegründer der Liberal-Demokratischen Partei (LDP) in Dresden und seit 1946 Mitglied des geschäftsführenden Parteivorstandes für die sowjetische Besatzungszone, 1948 Flucht nach Frankfurt am Main, 1954-1957 MdL Hessen (FDP), dort Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion, 1954-1967 stellvertretender und 1967-1977 Landesvorsitzender der FDP in Hessen, 1957-1994 MdB, dort 1959-1961 Parlamentarischer Geschäftsführer, 1963-1968 stellvertretender und 1968-1991 Vorsitzender der FDP-Fraktion, 1961-1963 Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte, 1964-1988 stellvertretender Parteivorsitzender der FDP, 1987-1995 Vorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung.

Prof. Dr. Alfred Müller-Armack (1901-1978)

1939 Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Münster, 1950-1969 an der Universität Köln, 1952-1963 BMWi, dort 1952-1958 Leiter der Abteilung I (Wirtschaftspolitik), 1958-1963 (3. Okt.) Staatssekretär mit Zuständigkeit für die Vertretung des Ministers in den Ministerräten der OEEC und EWG und für die Abteilungen E (Europäische zwischenstaatliche wirtschaftliche Zusammenarbeit) und I (nur 1958), 1960-1963 Vorsitzender des Konjunkturausschusses der EWG, 1964-1968 Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung, 1966-1968 Aufsichtsratsvorsitzender der Rheinischen Stahlwerke in Essen, 1977-1978 Vorsitzender der Ludwig-Erhard-Stiftung.

Dr. Heinz Naupert (1916-2000)

1936-1942 Studium der Volkswirtschaft, 1940-1945 Wirtschaftsprüfungsassistent der Treuhandvereinigung Berlin und Kriegsdienst, 1945-1946 Vertrauensmann der Generaldirektion des Grubenlampenwerkes Friemann & Wolff, Duisburg, 1946-1948 Chefredakteur der Zeitschrift "Der Betriebsberater" und Geschäftsführer des Verlags "Recht und Wirtschaft", Heidelberg, 1948-1950 Chefredakteur der Zeitschrift "Der Betrieb", Düsseldorf, 1950-1981 im auswärtigen Dienst mit Stationen 1952-1954 in Genua, 1954-1958 in der Zentrale, dort 1954-1956 Hilfsreferent im Referat 202 (Deutschland-Referat) und 1956-1958 im Referat 302 (Frankreich, Benelux, Italien, Schweiz), 1958-1961 in Helsinki, 1961-1964 in Moskau, 1964-1967 erneut in der Zentrale, dort 1964-1966 Vertreter des Referatsleiters im Referat III A 1 (Allgemeine handelspolitische Fragen) und 1966-1967 Leiter des Referats II A 5 (Polen, Tschechoslowakei, Ungarn, Balkanländer, China, Mongolei, Nordkorea, Nordvietnam), 1967-1972 in London, 1972-1977 Gesandter in Tunis, 1977-1981 Generalkonsul in Amsterdam.

Ernst Niekisch (1889-1967)

Lehrer, 1917 Eintritt in die SPD, 1918 Vorsitzender des Arbeiter- und Soldatenrats in Augsburg, 1919 des Zentralrats der Arbeiter- Bauern- und Soldatenräte Bayerns in München, 1919 Übertritt in die USPD, 1921-1922 MdL Bayern, 1921 Entlassung aus dem Schuldienst, 1923-1927 Sekretär des Hauptvorstandes des Deutschen Textilarbeiterverbandes, ab 1926 Mitglied der Alten Sozialistischen Partei (ASP) und Vertreter der Idee des Nationalbolschewismus, Chefredakteur der ASP-Parteizeitung „Der Volksstaat", 1926-1934 Herausgeber der Zeitschrift „Der Widerstand", 1937 Verhaftung und 1939 Verurteilung durch den Volksgerichtshof wegen Hochverrats zu lebenslänglichem Zuchthaus, 1945 Eintritt in die KPD, wohnhaft in West-Berlin, 1948-1954 Professor an der Humboldt-Universität in (Ost-) Berlin und Leiter des Instituts für die Erforschung des Imperialismus, 1949-1950 Mitglied der Provisorischen Volkskammer der DDR (SED), 1949-1958 Mitglied des Präsidialrats des Kulturbundes, nach dem 17. Juni 1953 Bruch mit der SED und 1958 Beendigung der Mitgliedschaft.

Dr. Carl Friedrich Ophüls (1895-1970)

1918-1923 Justizdienst, 1923-1930 beurlaubt wegen Berufung zum Kommissar des Auswärtigen Amts für die Gemischten Schiedsgerichtshöfe (1925-1930 in London Deutscher Sekretär am deutsch-britischen Gemischten Schiedsgerichtshof), 1931-1945 erneut Justizdienst (Oberlandesgericht Frankfurt am Main), 1948-1949 Rechtsamt der Verwaltung des Vereinigten Wirtschaftsgebiets, seit 1949 Honorarprofessor für Patent-, Internationales und anglo-amerikanisches Recht an der Universität Frankfurt am Main, 1949-1952 BMJ, dort Leiter des Referats IV 4 (Völkerrecht im allgemeinen, zwischenstaatliches Sonderrecht, Rechtsfragen der Friedensregelung), 1951-1952 Mitglied der Delegation für die Konferenz über die Bildung einer europäischen Armee und Sachverständiger der Delegation für die Ablösung des Besatzungsstatuts, 1952-1955 AA, dort Leiter der Unterabteilung Internationale und Supranationale Organisationen, 1955-1958 Botschafter in Brüssel, 1958-1960 Ständiger Vertreter bei der EWG und der EURATOM.

Paul VI., zuvor: Giovanni Battista Montini (1897-1978)

1922-1954 im Päpstlichen Staatssekretariat, 1954-1963 Erzbischof von Mailand, seit 1958 Kardinal, 1963-1978 Papst.

Ewald Peters (1914-1964)

Seit 1938 im Polizeidienst, 1941-1945 beim deutschen Befehlshaber der Sicherheitspolizei - Abteilung V (Kriminalpolizei) - in Budapest, 1952 Stadtkreispolizei Düsseldorf, 1952-1964 Bundeskriminalamt, dort zuletzt in der Abteilung Sicherungsgruppe Leiter des Hauptreferats "S" (mit Zuständigkeit für den Begleitschutz des Bundespräsidenten und des Bundeskanzlers sowie ausländischer Staatsgäste), 1964 (29. Jan.) Verhaftung wegen des Verdachts der Beteiligung an Massenerschießungen während des zweiten Weltkrieges in der Sowjetunion als Führer eines Einsatzkommandos der Sicherheitspolizei, in der Nacht vom 2. zum 3. Febr. 1964 Selbstmord im Bonner Untersuchungsgefängnis.

Edgar Pisani (geb. 1918)

1946-1947 Präfekt des französischen Departements Haute-Loire und 1947-1954 des Departements Haute-Marne, 1954-1961 Senator für Haute-Marne, 1961-1966 französischer Landwirtschaftsminister, 1966-1967 Wohnungsbauminister, 1967-1974 Regionalpolitiker im Departement Marne-et-Loire, 1974-1981 erneut Senator für Haute-Marne, 1981-1984 EG-Kommissar in Brüssel, 1984-1985 Bevollmächtigter der Regierung für das Gebiet Neukaledonien, 1985 Minister für Neukaledonien.

Dr. Viktor-Emanuel Preusker (1913-1991)

1937-1940 Bankkaufmann, 1940-1945 Kriegsdienst, 1947-1949 Generalsekretär der FDP in Hessen, seit 1949 erneut Tätigkeit im Bankgeschäft, 1949-1961 MdB (FDP, 1956 FVP, 1957 DP/FVP, 1957 DP, 1960 CDU), 1953-1957 Bundesminister für Wohnungsbau, 1958-1960 Vizepräsident des Deutschen Bundestags, 1958-1971 Präsident des Zentralverbandes Deutscher Haus- und Grundeigentümer, Düsseldorf, 1970 erneut Eintritt in die FDP.

Edmund Rehwinkel (1899-1977)

Landwirt, 1939-1945 Kriegsdienst und Gefangenschaft, 1945 Kreislandwirt, dann Landrat des Kreises Celle, 1947-1971 Präsident des Verbandes des niedersächsischen Landvolkes, 1949-1964 Präsident der Landwirtschaftskammer Hannover, 1954-1959 Mitglied des geschäftsführenden Präsidiums des Deutschen Bauernverbandes, 1959-1969 dessen Präsident, 1958-1961 Mitglied des Wirtschafts- und Sozialausschusses der EWG, 1969-1971 Präsident des Verbandes der Deutschen Milchwirtschaft.

D. Kurt Scharf (1902-1990)

1928 evangelischer Pfarrer in Friesack in der Mark, seit 1933 Pfarrer in Sachsenhausen, 1935 Präses des Bruderrats der Bekennenden Kirche in Brandenburg, 1938 Suspendierung vom Amt, Rede- und Schreibverbot, mehrmalige „Schutzhaft", 1941-1945 Kriegsdienst, 1945 Propst und Geistlicher Leiter der Abteilung Brandenburg im Evangelischen Konsistorium Berlin-Brandenburg, 1957-1960 Vorsitzender und 1960-1966 stellvertretender Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche der Union, 1966-1976 Bischof von Berlin-Brandenburg (in seinen Funktionen auf West-Berlin beschränkt), 1961-1967 Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), 1968-1975 Mitglied des Zentralausschusses des Ökumenischen Rats, 1980-1984 Vorsitzender der Aktion Sühnezeichen Friedensdienst e.V.

Dr. Eugène Schaus (1901-1978)

Seit 1923 Tätigkeit als Rechtsanwalt, seit 1937 Mitglied der luxemburgischen Abgeordnetenkammer, Angehöriger der Groupement Patriotique et Démocratique (1952-1955 dessen Präsident), bzw. ab 1955 der Parti Démocratique, 1945-1951 luxemburgischer Innenminister, ab 1947-1951 zusätzlich Justizminister, seit 1951 Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates und seit 1952 der Gemeinsamen Versammlung der EGKS bzw. ab 1962 des Europäischen Parlamentes, 1959-1966 Außen- und Verteidigungsminister sowie Stellvertretender Ministerpräsident, 1969-1974 erneut Justiz-, Innen- und Verteidigungsminister sowie Stellvertretender Ministerpräsident.

Prof. Dr. Helmut Schelsky (1912-1984)

1938-1940 Assistent an der Universität Königsberg, 1940-1941 an der Universität Budapest, 1941-1943 Dozent für Philosophie und Soziologie an der Universität Königsberg, 1943 Berufung an die Universität Straßburg, 1943-1945 Kriegsdienst, 1945-1948 Leiter des Suchdienstes des Deutschen Roten Kreuzes und publizistische Tätigkeit bei der Zeitschrift "Volk und Zeit", 1949 Direktor der Akademie für Gemeinwirtschaft in Hamburg, 1953-1960 Professor der Soziologie an der Universität Hamburg, 1960-1970 an der Universität Münster, zugleich 1960-1965 Direktor der Sozialforschungsstelle Dortmund der Universität Münster und später Direktor des Universitätsinstituts für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, 1965-1967 Planungsbeauftragter des nordrhein-westfälischen Kultusministeriums für die Universitäten in Ostwestfalen, Gründungsbeauftragter der Universität Bielefeld, Mitglied des Gründungsausschusses und Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirates, 1967-1969 Vorsitzender des Planungsbeirates Nordrhein-Westfalen für die Entwicklung des Hochschulwesens, 1970-1973 Professor der Soziologie an der Universität Bielefeld und zugleich 1970-1971 geschäftsführender Direktor des Zentrums für interdisziplinäre Forschung der Universität, 1973-1978 erneut Professor der Soziologie an der Universität Münster, nach der Emeritierung 1978 weiterhin Mitdirektor des Instituts für Raumplanung, 1978-1984 Honorarprofessor für Rechtssoziologie an der Universität Graz.

Prof. Dr. Karl Schiller (1911-1994)

Nach dem Studium der Volkswirtschaft und Soziologie in Kiel, Frankfurt am Main, Berlin und Heidelberg 1934-1935 Assistent an der Universität Heidelberg, ab 1935 beim Institut für Weltwirtschaft, Kiel, dort ab 1936 Leiter der Forschungsgruppe Marktordnung und Außenwirtschaft, 1941-1945 Kriegsdienst und 1944 Berufung an die Universität Rostock, 1945-1946 Leiter der Hamburger Außenstelle des Instituts für Weltwirtschaft, seit 1946 Mitglied der SPD, 1946 Gastprofessor an der Universität Kiel, seit 1947 o. Professor für Volkswirtschaftslehre und Direktor des Instituts für Außenhandel und Überseewirtschaft an der Universität Hamburg, dort 1956-1958 Rektor, seit 1947 Mitglied des wissenschaftlichen Beirats bei der Verwaltung für Wirtschaft des Vereinigten Wirtschaftsgebietes bzw. ab 1949 beim BMWi, 1948-1953 Senator für Wirtschaft und Verkehr der Freien und Hansestadt Hamburg, 1949-1957 Mitglied der Hamburger Bürgerschaft, 1961-1965 Senator für Wirtschaft in Berlin, 1962-1972 Mitglied des Parteivorstands und ab 1966 Mitglied des Präsidiums der SPD, 1965-1972 MdB, dort stellvertretender Vorsitzender und wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion, 1966-1971 Bundesminister für Wirtschaft, 1971-1972 Bundesminister für Wirtschaft und Finanzen, 1972 Austritt aus der SPD, 1973-1979 Präsident des Verwaltungsrates der privaten Entwicklungsgesellschaft für Mittel- und Südafrika EDESA S.A. (Economic Development Corporation for Equatorial and Southern Africa), 1980 erneut Eintritt in die SPD.

Dr. Franz Schmidt (1899-1973)

1917-1919 Kriegsdienst, anschließend Studium der Staatswissenschaften an der Universität Münster, 1923-1924 Landesbank Münster, 1924-1929 Syndikus der Vereinigten Kaufmannschaft Bochum, 1929-1935 Direktor des Presse-, Verkehrs- und Wirtschaftsamtes der Stadt Dortmund, gleichzeitig nebenamtlicher Geschäftsführer des Landesverkehrsverbandes Westfalen und seit 1935 Vorstand der Westfalenhalle AG, Dortmund, 1935 aus politischen Gründen vom Dienst suspendiert, anschließend Disziplinarverfahren und 1937 Zwangspensionierung, 1936-1945 Prokurist in der Privatwirtschaft, 1946 Kämmerer in Bochum, 1946-1951 Oberstadtdirektor der Stadt Bochum, seit 1950 Mitglied des Verwaltungsrates des Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR) und 1951-1956 Erster Direktor und Stellvertreter des General-Direktors beim NWDR in Hamburg, 1956-1964 Oberstadtdirektor der Stadt Bonn, 1964 (Nov.) Ruhestand.

Helmut Schmidt (geb.1918)

1937-1945 nach Reichsarbeitsdienst Wehrdienst bzw. Kriegsdienst und Gefangenschaft, 1945-1949 Studium der Volkswirtschaftslehre und der Staatswissenschaften, 1946 Eintritt in die SPD, 1949-1953 beim Senat der Freien und Hansestadt Hamburg, dort bei der Behörde für Wirtschaft und Verkehr zunächst Referent, dann Leiter der wirtschaftspolitischen Abteilung, zuletzt ab 1952 Dezernent für Verkehr, 1953-1962 MdB, 1958-1961 MdEP, 1961-1965 Senator der Behörde für Inneres der Freien und Hansestadt Hamburg, 1965-1987 erneut MdB, dort 1965-1967 stellvertretender und 1967-1969 Fraktionsvorsitzender, 1968-1984 stellvertretender Parteivorsitzender, 1969-1972 Bundesminister der Verteidigung, 1972 (Juli-Dezember) Bundesminister für Wirtschaft und Finanzen, 1972-1974 Bundesminister der Finanzen, 1974-1982 Bundeskanzler, seit 1983 Mitherausgeber der Wochenzeitung „Die Zeit".

Patrick Schmidt (1907-1974)

1933-1941 Forschungsstelle für den Handel beim Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit, Berlin, dort seit 1935 stellvertretender Leiter, 1941-1942 Direktionssekretär in der Privatwirtschaft, 1942-1945 Kriegsdienst und Gefangenschaft, 1945-1946 erneut stellvertretender Leiter der Forschungsstelle für den Handel beim Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit, 1946-1950 Statistisches Landesamt Bremen, dort zunächst Referent und Abteilungsleiter, ab 1948 kommissarischer Amtsleiter, 1950-1957 Statistisches Amt des Vereinigten Wirtschaftsgebietes bzw. ab 1950 Statistisches Bundesamt, Wiesbaden, dort Leiter der Abteilung Handels- und Verkehrsstatistik, 1957-1964 BMV, dort 1957-1962 Leiter des Referats A 10 (Statistik, allgemeine betriebswirtschaftliche Fragen und Selbstkosten im Verkehrswesen), 1962-1964 Leiter des Referats A 1 (Allgemeine Verkehrspolitik, verkehrs- und volkswirtschaftliche Fragen, Steuerrecht), 1963-1964 zusätzlich Leiter der Unterabteilung A, 1964 (Nov.)-1972 Präsident des Statistischen Bundesamtes.

Alois Schmidtchen (1904-2001)

1924-1926 Landwirtschaftliches Praktikum, 1926-1929 Studium der Landwirtschaft, 1929-1931 Tätigkeit auf mehreren Gütern in Schlesien, 1931-1934 landwirtschaftlicher Sachverständiger beim Kommissar für die Osthilfe, Nebenstelle Oppeln bzw. 1934 Landstelle Breslau, 1934-1945 Bodenschätzer und Gruppenführer beim Oberfinanzpräsidenten Berlin-Brandenburg, 1946 Internierung, 1948-1953 Bezirksvertreter bei der Bayerischen Versicherungsbank, Allianz AG, München, 1953-1968 BML, dort 1953-1963 Hilfsreferent im Referat IV A 6 (Boden- und Betriebsbewertung), 1963-1968 Leiter des Referats IV A 5, ab 1965: IV A 4 (Steuer- und Sachversicherungsfragen, Boden- und Betriebsbewertung).

Karl Eduard von Schnitzler (1918-2001)

1938-1940 Ausbildung zum Kaufmann in Köln, 1940-1944 Kriegsdienst, 1944 Verhaftung und Flucht, 1944-1945 britische Kriegsgefangenschaft, Mitarbeit im deutschsprachigen Dienst der BBC, 1946-1947 Leiter der politischen Abteilung und stellvertretender Intendant des von ihm mitbegründeten Nordwestdeutschen Rundfunks, 1947 nach Entlassung aus politischen Gründen Übersiedlung in die sowjetische Besatzungszone, 1948 Eintritt in die SED und Mitarbeiter des Berliner Rundfunks und des Deutschlandsenders, 1952 Leiter der Kommentatorengruppe des Staatlichen Rundfunkkomitees, Chefkommentator des Fernsehens der DDR, 1960-1989 Autor und Moderator der Sendung „Der schwarze Kanal", 1990 Austritt aus der SED/PDS, 1992 Mitglied der nach 1990 gegründeten KPD.

Dr. Fritz Schuster (geb. 1897)

1928-1945 Postdienst, 1942 Präsident einer Reichspostdirektion, 1946-1962 Reichspost-Oberdirektion für die britische Zone bzw. Hauptverwaltung für Post- und Fernmeldewesen des amerikanischen und britischen Besatzungsgebietes bzw. BMP, dort zunächst Leiter des Referats Z B (Postverfassungsrecht, posteigene Gesetzgebung, Verbindung zur Hohen Alliierten Kommission, Besatzungsstatut), 1951-1955 Leiter der Abteilung Z (Zentralabteilung: politische und rechtliche Angelegenheiten), zugleich bis 1954 Leiter des Referats Z A (Staats- und Verfassungsrecht; federführende Bearbeitung der posteigenen Gesetzgebung; Rechtsfragen von grundsätzlicher Bedeutung; Grundsatzfragen des Rundfunkwesens, ab 1954 zudem: Vertretung der Deutschen Bundespost gegenüber dem Verwaltungsrat, den gesetzgebenden Körperschaften und den Ländern, Grundsatzfragen des Ton- und Fernsehrundfunks), 1954-1962 (bis 1955 zusätzlich) Leiter der Abteilung I (Postwesen).

Klaus Schütz (geb. 1926)

1944-1945 Kriegsdienst und Verwundung, 1946-1952 Studium der Germanistik und Geschichte, 1951-1961 Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Politische Wissenschaften der Freien Universität Berlin, seit 1946 Mitglied der SPD, seit 1951 Mitglied des Landesvorstands Berlin, 1968-1977 Landesvorsitzender, 1970-1977 Mitglied des Bundesvorstandes, 1954-1957 und 1963-1977 Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, 1957-1962 MdB, 1962-1966 Senator für Bundesangelegenheiten und für das Post- und Fernmeldewesen von Berlin, Bevollmächtigter des Landes Berlin beim Bund, 1966-1967 Staatssekretär im AA, 1967-1977 Regierender Bürgermeister von Berlin, 1967-1968 Bundesratspräsident, 1977-1981 Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Israel, 1981-1987 Intendant der „Deutschen Welle", Köln, 1987-1993 Direktor der Landesanstalt für Rundfunk in Nordrhein-Westfalen.

Horst Schwirkmann (geb. 1929)

Dipl.-Ingenieur, 1963-1964 im Wege der Amtshilfe von der Zentralstelle für Chiffrierwesen im Geschäftsbereich des Bundeskanzleramtes an die Botschaft der Bundesrepublik in Moskau abgeordnet, Sept. 1964 nach einem Giftgasanschlag Rückkehr in die Bundesrepublik, anschließend Tätigkeit bei der Zentralstelle für Sicherheit in der Informationstechnik bzw. seit 1990 Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, dort zuletzt Leiter der Abteilung Technische Sicherheit, 1994 Ruhestand.

Antonio Segni (1891-1972)

1943-1944 Mitbegründer der Democrazia Cristiana (DC), 1944-1946 Unterstaatssekretär für Landwirtschaft, 1946-1953 italienischer Landwirtschaftsminister, 1955-1957 und 1959-1960 Ministerpräsident, 1958-1959 stellvertretender Ministerpräsident und Verteidigungsminister, 1960-1962 Außenminister, 1962-1964 Staatspräsident.

Franz Seidl (1911-1992)

1937-1940 Notarassessor in München, 1940-1945 Kriegsdienst und Gefangenschaft, seit 1948 Notar zunächst in Dorfen (Oberbayern), seit 1960 in München, 1953-1965 MdB (CSU), seit 1956 Mitglied der Beratenden Versammlung des Europarates und der Versammlung der Westeuropäischen Union.

Robert Sargent Shriver Jr. (geb.1915)

1941-1945 Kriegsdienst bei den US-Streitkräften, 1945-1946 Assistant Editor der „Newsweek", 1948-1961 Tätigkeit in der Privatwirtschaft, seit 1955 Direktor der Joseph P.-Kennedy Jr.-Stiftung, 1961-1966 Direktor des Internationalen Peace Corps, 1964-1968 Abteilungsleiter im Präsidialamt und Berater von US-Präsident Johnson, 1968-1970 US-Botschafter in Frankreich, 1971 Rückkehr in die Privatwirtschaft, 1972 Kandidat der Demokratischen Partei für das Amt des Vizepräsidenten bei den Präsidentschaftswahlen.

Dr. Max Silberstein (1897-1966)

Seit 1919 im badischen Justizdienst, zuletzt Landgerichtsrat in Mannheim, 1933 Entlassung, 1938 Inhaftierung im Konzentrationslager Buchenwald, danach Flucht nach Frankreich, 1946 Rückkehr nach Deutschland, 1949-1954 Präsident des Landgerichts Mannheim, 1955-1962 Präsident des Oberlandesgerichts Karlsruhe.

Andrej A. Smirnow (1905-1982)

Seit 1936 im sowjetischen diplomatischen Dienst, 1937-1941 Botschaftsrat in Berlin, 1941-1943 Botschafter in Teheran, als Experte für Fragen der Deutschland- und Osteuropapolitik u. a. Mitglied der sowjetischen Delegationen auf den alliierten Konferenzen von Teheran 1943, London 1947 und Paris 1949, 1949-1956 leitende Posten im sowjetischen Außenministerium, 1956 Botschafter in Wien, 1956-1966 in Bonn, 1966-1969 in Ankara, 1969-1973 einer der Stellvertretenden Außenminister.

Dr. Paul-Henri Spaak (1899-1972)

1932-1956 und 1961-1966 Abgeordneter des belgischen Repräsentantenhauses (Belgische Sozialistische Partei), 1935 Minister für Post und Verkehr, 1936-1945 (1940-1945 in der Exilregierung in London), 1946-1949, 1954-1957, 1961-1966 Außenminister, 1938-1939, 1946 und 1947-1949 Ministerpräsident, 1945-1946 und 1961-1966 stellvertretender Ministerpräsident, 1949-1951 Präsident der Beratenden Versammlung des Europarates, 1950-1955 Leiter des Internationalen Rates der Europäischen Bewegung, 1952-1954 Präsident der Gemeinsamen Versammlung der EGKS, 1957-1961 Generalsekretär der NATO.

Dirk Pieter Spierenburg (1909-2001)

1935-1945 niederländisches Wirtschaftsministerium, dort 1940-1945 Leiter des Amtes für Metallverarbeitung und Metallproduktion, 1945-1947 Leiter des Amtes für Handelsverträge mit den Ländern Westeuropas, 1947 Leiter der niederländischen Delegation bei der OEEC in Paris, 1948 stellvertretender Generalsekretär für den Marshall-Plan und Staatssekretär für den Außenhandel, 1950-1951 Leiter der niederländischen Delegation bei den Verhandlungen über den Schuman-Plan, 1952-1963 Mitglied und Vizepräsident (1958) der Hohen Behörde der EGKS, 1963-1971 ständiger Vertreter der Niederlande bei der EWG-Kommission und 1971-1974 bei der NATO.

Franz Josef Strauß (1915-1988)

1939-1945 Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft, 1946-1949 Landrat in Schongau, 1948-1953 Generalsekretär der CSU, 1948-1949 Mitglied des Wirtschaftsrates des Vereinigten Wirtschaftsgebietes, 1949-1978 MdB, dort 1949-1953 geschäftsführender Vorsitzender der CSU-Landesgruppe und stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion, 1953-1957 und 1963-1966 Vorsitzender der CSU-Landesgruppe, 1952-1961 stellvertretender Vorsitzender der CSU, 1953-1955 Bundesminister für besondere Aufgaben, 1955-1956 Bundesminister für Atomfragen, 1956-1962 Bundesminister für bzw. (ab 1961) der Verteidigung, 1961-1988 Vorsitzender der CSU, 1966-1969 Bundesminister der Finanzen, 1978-1988 MdL Bayern und Bayerischer Ministerpräsident.

Detlef Struve (1903-1987)

Landwirt, 1941-1945 Kriegsdienst, 1946-1950 Landrat, seit 1950 Kreispräsident des Kreises Rendsburg, 1947-1969 Erster Vorsitzender des Schleswig-Holsteinischen Bauernverbandes, seit 1948 Mitglied des Präsidiums des Deutschen Bauernverbandes, 1949-1972 MdB (CDU), dort 1957-1972 stellvertretender Fraktionsvorsitzender.

Peter Thorneycroft (1909-1994)

1930-1933 britischer Berufssoldat, 1933-1935 Studium der Rechtswissenschaften, 1935 Zulassung als Rechtsanwalt, 1938-1966 Mitglied des Unterhauses (Konservative Partei), 1939-1945 Kriegsdienst, 1951-1957 britischer Handelsminister, 1957-1958 Schatzkanzler, 1960-1962 Luftfahrtminister, 1962-1964 (Oktober) Verteidigungsminister, danach Tätigkeit in der Industrie, seit 1967 Mitglied des Oberhauses, 1975-1981 Vorsitzender der Konservativen Partei.

Walter Ulbricht (1893-1973)

Seit 1912 Mitglied der SPD, seit 1920 der KPD, 1926-1929 MdL in Sachsen, 1927 Mitglied des Zentralkomitees der KPD, 1928-1933 MdR, 1933-1945 Emigration (Frankreich, Tschechoslowakei, Sowjetunion), dort in führenden Positionen in der Exil-KPD und der Komintern, 1946-1950 Mitglied des Zentralsekretariats des Parteivorstandes der SED, 1946-1950 Stellvertretender Vorsitzender der SED und Leiter der Abteilung Wirtschaft, Verwaltung und Kommunalpolitik, ab 1949 Mitglied der Volkskammer der DDR, 1949-1973 Mitglied des Politbüros des Parteivorstandes bzw. des Zentralkomitees der SED, 1949-1960 Stellvertretender Ministerpräsident bzw. (ab 1955) Erster Stellvertreter des Vorsitzenden des Ministerrates der DDR, 1950-1971 Generalsekretär bzw. (ab 1953) Erster Sekretär des Zentralkomitees der SED, ab Mai 1971 Vorsitzender der SED, 1960-1973 Vorsitzender des Staatsrates der DDR, 1960-1971 Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrates.

Franz Heinrich Ulrich (1910-1987)

Nach Abschluss des Studiums der Rechtswissenschaften 1936 Eintritt in die Zentrale der Deutschen Bank, Berlin, und Ausbildung zum Bankkaufmann, 1939-1941 Kriegsdienst, nach Verwundung 1941-1945 erneut bei der Deutschen Bank, dort Abteilungsdirektor und persönlicher Mitarbeiter von Hermann J. Abs, 1945-1947 Internierung, 1948-1952 Filialdirektor in Wuppertal, 1952-1957 Vorstandsmitglied der Norddeutschen Bank, Hamburg, ab 1957 Vorstandsmitglied der wiedererrichteten Deutschen Bank, 1967-1969 zusammen mit Karl Klasen dann 1969-1976 alleiniger Sprecher des Vorstandes, 1976-1984 Vorsitzender des Aufsichtsrates, 1973-1974 Präsident der International Monetary Conference, Inhaber mehrerer Aufsichtsratsmandate, u. a. Vorsitz im Aufsichtsrat von Mercedes-Benz, Stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender der Deutschen Bundespost.

Herbert Wehner (1906-1990)

1927-1942 Mitglied der KPD, 1930-1931 MdL Sachsen, 1933-1935 illegale Tätigkeit für die KPD in Deutschland, ab 1935 Emigration und Mitglied des Zentralkomitees der Exil-KPD und der Komintern, 1937-1941 Aufenthalt in Moskau, 1941 im Auftrag der Komintern in Schweden, 1942-1944 dort Inhaftierung und Verurteilung zu einer einjährigen Haftstrafe, Ausschluss aus der KPD, 1944-1946 Tätigkeit als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter in Schweden, 1946 Rückkehr nach Deutschland, Mitglied des Landesvorstandes der SPD in Hamburg, 1949-1983 MdB, dort 1949-1966 Vorsitzender des Ausschusses für gesamtdeutsche und Berliner Fragen, 1966-1969 Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen, 1958-1973 stellvertretender Parteivorsitzender, 1969-1983 Fraktionsvorsitzender.

Erich Wendt (1902-1965)

1916-1921 Ausbildung und Tätigkeit als Schriftsetzer, seit 1919 Mitglied der Freien Sozialistischen Jugend, seit 1922 der KPD, 1921-1923 Buchhändler, 1923 Verhaftung wegen „Vorbereitung zum Hochverrat", Einstellung des Verfahrens, 1923-1931 Redakteur und andere leitende Tätigkeiten bei der Kommunistischen Jugendinternationalen bzw. beim Verlag der Jugendinternationalen in Wien, Moskau und Berlin, seit 1926 Mitglied des Zentralkomitees des Kommunistischen Jugendverbands Deutschlands, 1931 nach Einleitung eines Gerichtsverfahrens wegen „literarischen Hochverrats" Emigration in die UdSSR, dort in Moskau Herstellungsleiter und stellvertretender Vorsitzender der Verlagsgenossenschaft ausländischer Arbeiter in der UdSSR, 1936-1938 Inhaftierung sowie Ausschluss aus der KPD, 1938-1941 Tätigkeit als Deutschlehrer und Übersetzer in Engels, 1939 Rücknahme des Parteiausschlusses, 1941-1942 nach Deportation in das Krasnojarsker Gebiet dort Tätigkeit als Arbeiter und Hilfsbuchhalter, 1942-1947 Übersetzer in der deutschen Redaktion von Radio Moskau, 1947 Rückkehr nach Deutschland und Eintritt in die SED, 1947-1954 Leiter des Aufbau-Verlags in Ost-Berlin, 1949 gleichzeitig Leiter der Abteilung Sowjetpropaganda im Berliner Rundfunk und beim Deutschlandsender, 1949-1965 Präsidialratsmitglied des Kulturbundes, dort 1951-1958 Erster Bundessekretär, seit 1958 Vizepräsident, 1950-1958 Abgeordneter der Volkskammer der DDR, dort Vorsitzender der Kulturbundfraktion, 1953-1957 Leiter der Leninabteilung des Instituts für Marxismus-Leninismus beim Zentralkomitee der SED, 1957-1965 stellvertretender Minister für Kultur der DDR im Rang eines Staatssekretärs, zuständig für die Bereiche Organisation, Literatur und Buchwesen, seit 1963 Beauftragter der DDR bei den Passierscheinverhandlungen mit dem Berliner Senat über Privatbesuche von West-Berlinern in Ost-Berlin.

Dr. Eduard Wolf (1903-1964)

1929-1933 Statistisches Reichsamt, 1934-1948 Institut für Konjunkturforschung bzw. Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Berlin, 1947-1948 Mitglied der Sonderstelle für Geld und Kredit der Verwaltung für Finanzen des Vereinigten Wirtschaftsgebiets, 1948-1950 Abteilungsleiter in der Bank deutscher Länder, 1951-1964 Mitglied des Direktoriums der Bank deutscher Länder bzw. ab 1957 des Direktoriums und des Zentralbankrats der Deutschen Bundesbank sowie jeweils Dezernent für Volkswirtschaft und Statistik, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des BMWi, Vizepräsident des Konjunkturpolitischen Ausschusses der EWG.

Alfred Zerbel (1904-1987).

1924-1945 Berufssoldat, zuletzt 1943-1945 Chef des Generalstabes beim XIII. Armeekorps und 1945 (April-Mai) Kampfgruppenführer bei der 11. Panzerdivision, 1945-1948 Kriegsgefangenschaft, 1948-1949 Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Historical Division des Hauptquartiers der US-Armee in Europa, 1949-1956 bei der Allianz Versicherungs AG, Frankfurt am Main, 1956-1964 Bundeswehr, dort u. a. 1956-1958 Stellvertretender Kommandeur der 5. Panzerdivision, 1958 (April-Mai) Stellvertretender Kommandierender General des III. Korps, 1958-1960 Kommandeur der 2. Panzergrenadierdivision, 1960-1964 (30. Sept.) Inspekteur des Heeres.

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