2.43.2 (k1965k): B. Botschaft der polnischen Bischöfe an die deutschen Bischöfe vom 18. November 1965

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[B.] Botschaft der polnischen Bischöfe an die deutschen Bischöfe vom 18. November 1965

StS Dr. Nahm berichtet über die Vorgänge und die Einflußnahme des Vatikans, die zu der Botschaft der polnischen Bischöfe an die deutschen Bischöfe geführt haben 2. Er gibt eine kurze Zusammenfassung des Inhalts der Botschaft. Dabei weist er auf folgende Punkte besonders hin: In der Botschaft sei zum ersten Mal in einem Dokument von Ostseite von Vertriebenen und nicht von Aussiedlern die Rede. Es werde anerkannt, daß auch über die Deutschen viel Leid gekommen sei, und der Widerstand gegen Hitler werde gewürdigt. Die Gebiete jenseits der Oder und Neiße würden als „Potsdamer Westgebiete Polens" bezeichnet. Die sog. DDR werde völlig ignoriert. Sehr bedeutsam sei auch die Formulierung „Wir gewähren Vergebung und bitten um Vergebung". Die in der Botschaft ausgesprochene Einladung, an den Kirchenfeiern des polnischen Millenniums Anfang Mai 1966 auf der Jasna Gora teilzunehmen, werde von den deutschen Bischöfen angenommen werden 3.

2

Siehe 5. Sitzung am 24. Nov. 1965 TOP G.

3

In ihrem Antwortschreiben vom 5. Dez. 1965 (abgedruckt in DzD IV 11/2, S. 973-976) äußerten die deutschen Bischöfe ihre Dankbarkeit darüber, dass trotz aller Verbrechen gegen das polnische Volk auch die Leiden der Deutschen anerkannt worden seien. Die Annahme der Einladung verbanden sie mit einer Gegeneinladung zum Katholikentag in Essen 1968 und zur Tausendjahrfeier des Bistums Meißen im gleichen Jahr.

In einer kurzen Würdigung betont StS Dr. Nahm, daß die Botschaft im großen und ganzen positiv zu bewerten sei, wenn auch in einigen Punkten eine Verfälschung der geschichtlichen Wahrheit festgestellt werden müsse. Die Botschaft sei jedoch in einem völlig neuen Ton gehalten und ein faires Angebot zur Versöhnung, das die deutschen Bischöfe anzunehmen bereit seien. Es wäre falsch, diese Entwicklung zu enthusiastisch zu beurteilen. Der Bundeskanzler erklärt unter Zustimmung des Kabinetts, daß man von der Botschaft mit Befriedigung Kenntnis nehmen könne 4.

4

Fortgang 7. Sitzung am 8. Dez. 1965 TOP G.

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