2.1.13 (k1967k): B. Hospitalschiff „Helgoland"

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Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung. Band 20. 1967US-Präsident Johnson empfängt Bundeskanzler Kiesinger zum GesprächBundesaußenminister Brandt und der rumänische Außenminister Manescu vereinbaren die Aufnahme diplomatischer BeziehungenDemonstrationen in Berlin anlässlich des SchahbesuchsCarlo Schmid warnt angesichts der Studentenunruhen vor einem "Staatsverfall"

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[B.] Hospitalschiff „Helgoland"

Bundesminister Brandt teilt mit, die deutsche Botschaft in Saigon habe berichtet, daß sowohl nach Erkenntnissen amerikanischer als auch südvietnamesischer Abwehrstellen Terrorakte gegen das Hospitalschiff von seiten des Vietkong nicht ausgeschlossen werden könnten. 58 Man habe sich um einen verstärkten Schutz bemüht. Sowohl die französische Regierung als auch die Regierung von Pakistan und das Internationale Rote Kreuz seien gebeten worden, auf ihren Verbindungswegen den Vietkong darauf hinzuweisen, daß das Hospitalschiff nur humanitären Zwecken diene. Das Auswärtige Amt bitte auch, daß der Bundeskanzler in einem Schreiben an das Internationale Rote Kreuz diese humanitäre Aufgabe des Schiffes klarstelle. 59 Andererseits könne ein gewisses Sicherheitsrisiko für das Schiff nicht gänzlich ausgeschaltet werden. Deshalb das Schiff abzuziehen sei nicht nötig. 60

58

Siehe 18. Sitzung am 9. März 1966 TOP C (Kabinettsprotokolle 1966, S. 137 f.). - Im März 1965 hatte die offene Intervention der USA zugunsten der Republik (Süd-)Vietnam gegen die kommunistischen Vietcong-Guerillas begonnen, die seit 1957 mit militärischer Unterstützung der kommunistischen Demokratischen Republik (Nord-)Vietnam und der Volksrepublik China für eine Wiedervereinigung des seit Sommer 1954 als Ergebnis der Genfer Indochina-Konferenz geteilten Landes (vgl. 39. Sitzung am 13. Juli 1954 TOP A: Kabinettsprotokolle 1954, S. 308 f.) kämpften. Auf Bitten der amerikanischen Regierung um Unterstützung im Vietnam-Krieg hatte die Bundesregierung neben finanziellen Hilfsmaßnahmen im März 1966 die Entsendung eines Hospitalschiffs durch das Deutsche Rote Kreuz zugesagt. Das umgebaute ehemalige Seebäderschiff „Helgoland" lag seit dem 14. Sept. 1966 im Hafen von Saigon. Vgl. den Bericht des AA über die Lage in Süd-Vietnam vom 9. Jan. 1967 in B 136/3658 und die Fernschreiben des AA vom 21. und 23. Dez. 1966 in B 106/41454, weitere Unterlagen in B 136/3657.

59

Schreiben des Bundeskanzlers an das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) vom 31. Jan. 1967 sowie Antwortschreiben des Präsidenten Samuel A. Gonard vom 9. März 1967 in B 136/3658.

60

Das Schiff wurde im September 1967 in die nördlichste Hafenstadt von Süd-Vietnam, Da Nang, verlegt. Dort plante die Bundesregierung den Bau eines Landkrankenhauses, das das Hospitalschiff ersetzen sollte (vgl. das Schreiben der deutschen Botschaft an das AA vom 3. Aug. 1967 in B 136/3658). - Fortgang 120. Sitzung am 17. April 1968 TOP B (B 136/36156).

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