2.21.10 (k1967k): F. Kirchliche Verwaltung der deutschen Ostgebiete

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Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung. Band 20. 1967US-Präsident Johnson empfängt Bundeskanzler Kiesinger zum GesprächBundesaußenminister Brandt und der rumänische Außenminister Manescu vereinbaren die Aufnahme diplomatischer BeziehungenDemonstrationen in Berlin anlässlich des SchahbesuchsCarlo Schmid warnt angesichts der Studentenunruhen vor einem "Staatsverfall"

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[F.] Kirchliche Verwaltung der deutschen Ostgebiete

Bundesminister Brandt erinnert daran, daß das Kabinett am 17. Mai 1967 der vom Hl. Stuhl vorgesehenen Einsetzung von Administratoren in den polnisch besetzten deutschen Ostgebieten unter gewissen Voraussetzungen zugestimmt habe. Nach einem neuesten Bericht des deutschen Botschafters beim Vatikan, Sattler, bereite die vorgesehene gemeinsame Presseverlautbarung große Schwierigkeiten. 26 Nach einer kurzen Aussprache, an der sich der Bundeskanzler, StS Dr. Nahm und Bundesminister Prof. Dr. Schmid beteiligen, wird Einvernehmen darüber erzielt, daß man nicht auf einer gemeinsamen Erklärung bestehen solle. Es wird beschlossen, daß die in der letzten Kabinettsitzung formulierte Erklärung auf jeden Fall von deutscher Seite veröffentlicht werden soll. Der Bundeskanzler bittet darum, nachdrücklich bemüht zu sein, daß die Erklärung des Vatikans noch in dieser Woche veröffentlicht wird. 27

26

Siehe 79. Sitzung am 17. Mai 1967 TOP E. - Am 23. Mai 1967 hatte Sattler dem AA fernmündlich mitgeteilt, dass die vom Papst zu genehmigende Bekanntmachung in der Vatikanzeitung „L'Osservatore Romano" sich als kirchlicher Akt einer zwischenstaatlichen Vereinbarung entziehe und nicht mit einem von der Bundesregierung gewünschten Text übereinstimmen sowie insbesondere keinen Passus enthalten könne, nach dem die Bundesregierung keine Veranlassung zu einer Stellungnahme habe. Vgl. hierzu das Schreiben Sattlers an das AA vom 23. Mai 1967 in AAPD 1967, S. 773-776.

27

Am 27. Mai 1967 ernannte der Papst die vier Prälaten, die in den polnisch verwalteten ehemaligen deutschen Ostgebieten als Generalvikare des Erzbischofs von Gnesen und Warschau eingesetzt waren, zu Apostolischen Administratoren mit den Vollmachten residierender Bischöfe. Es handelte sich um den Titularerzbischof Boleslaw Kominek in Breslau sowie die Titularbischöfe Franciszek Jop in Oppeln, Jozef Drzazga in Allenstein und Wilhelm Pluta in Landsberg/Warthe. Mit diesem Schritt war ausdrücklich keine Änderung existierender Diözesangrenzen verbunden. Vgl. die Mitteilung des Vatikans vom 28. Mai 1967 (DzD V 1/1, S. 1205 f.). - Die Bundesregierung erklärte, keine Veranlassung zu einer Stellungnahme zur Ernennung Apostolischer Administratoren zu haben, da diese Maßnahme die Diözesangrenzen unberührt lasse. Vgl. Bulletin Nr. 56 vom 30. Mai 1967, S. 484. - Fortgang 19. Sitzung am 12. März 1970 TOP A (B 136/36169).

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