2.24.1 (k1967k): A. Maßnahmen gegen den Ölboykott der arabischen Länder

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[A.] Maßnahmen gegen den Ölboykott der arabischen Länder

Bundesminister Prof. Dr. Schiller teilt mit, daß nach Äußerungen der amerikanischen Vertreter in der Sitzung des Mineralölausschusses der OECD am 12. Juni eine Krisensituation gegeben sei. 1 Diese Äußerungen hätten verschiedene Motive. Die Amerikaner wünschten, daß ein advisory committee gebildet werde, das sich aus Vertretern der OECD und Vertretern der großen Ölgesellschaften zusammensetzen solle. Die Franzosen hätten die Lage weniger dramatisch beurteilt und es als unzweckmäßig bezeichnet, schon im jetzigen Zeitpunkt heftig zu reagieren. Auf deutscher Seite sei man bemüht, im Rahmen der EWG zu einer einheitlichen Auffassung zu gelangen, die geeignet sei, die harte amerikanische Haltung aufzulockern. Im Augenblick würden mit französischen Regierungsvertretern Gespräche geführt mit dem Ziel, die Krisenbeschlüsse in der OECD zurückzustellen, bis die Lage im Nahen Osten sich kläre. 2 Öltransporte für die Bundesrepublik seien bisher durch den Nahost-Konflikt nicht behindert worden, wenn man von allgemeinen Sperren oder sonstigen Behinderungen der Schiffahrt in Häfen oder auf Schiffahrtswegen absehe. Bundesminister Prof. Dr. Schiller schlägt vor, zunächst das Ergebnis der Besprechungen innerhalb der EWG abzuwarten. Das Kabinett ist einverstanden. 3

1

Siehe 82. Sitzung am 6. Juni 1967 TOP 1. - Mit dem Beginn des Sechstagekrieges am 6. Juni 1967 hatten Irak, Algerien und Kuwait ihre Erdöllieferungen in die USA und nach Großbritannien eingestellt. Diese Versorgungsunterbrechung hatte unmittelbare Auswirkungen auf die Bundesrepublik, die zu etwa 85 % ihre Rohöleinfuhren über Großbritannien und die USA bezog. Bei einem errechneten Bedarf von 87 Millionen t im Jahr 1967 und 7 Millionen t einheimische Förderung, stand die Einfuhr von 67 Millionen t in Frage. Die Delegation der Bundesrepublik hatte daher vorgeschlagen, der Einsetzung einer Advisory Group nicht zu widersprechen, die als Voraussetzung für die Zusammenarbeit mit den USA und Großbritannien vorgeschlagen war. Zur Sitzung des Mineralölausschusses der OECD am 12./13. Juni 1967 in Paris vgl. die Vermerke des BMWi vom 12. und 13. Juni 1967 in B 102/123625, weitere Unterlagen in B 12326 bis 12328, vgl. auch das Fernschreiben der deutschen Botschaft in New York vom 13. Juni 1967 an das AA in AAPD 1967, S. 894-897, weitere Unterlagen in AA B 130, Bde. 1688, 2576, 2596 sowie 10078, und AA B 150, Bd. 104.

2

Zu den deutsch-französischen Konsultationen zur Nahost-Krise am 15./16. Juni 1967 vgl. die Niederschrift des AA vom 27. Juli 1967 in AA B 130, Bd. 8822, weitere Unterlagen in AA B 130, Bd. 2564.

3

Fortgang 85. Sitzung am 28. Juni 1967 TOP 7.

(Die Sitzung wird von 10.40 Uhr bis 11.45 Uhr auf die Kabinettsmitglieder und deren Stellvertreter beschränkt.)

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