2.12.19 (k1972k): K. Maßnahmen der Alliierten gegen die NPD in Berlin (West)

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Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

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[K.] Maßnahmen der Alliierten gegen die NPD in Berlin (West)

(17.00 Uhr)

BM Scheel berichtet von der Absicht der drei Alliierten Mächte, den für den 29.4.1972 vorgesehenen Landesparteitag der NPD Berlin zu verbieten und aus diesem Anlaß bestimmte weitere, generelle Einschränkungen der Aktivität der Berliner NPD zu erwirken. 29 Das Kabinett nimmt Kenntnis. Auf Grund von Bedenken, die BM Genscher aus innenpolitischen Gründen äußert, beschließt das Kabinett ferner, den Alliierten Mächten gegenüber anzuregen, ihre Maßnahmen gegen die NPD Berlin zunächst auf das Verbot des Landesparteitages zu beschränken. 30

29

Siehe 141. Sitzung am 9. Okt. 1968 TOP G (Verbot der NPD: Kabinettsprotokolle 1968, S. 399 f.). - Der Regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Schütz hatte mit Schreiben vom 27. April 1972 an die Alliierte Kommandantur um ein Verbot der Veranstaltung nachgesucht. Vgl. die Aufzeichnung des AA vom 10. April 1972 in AAPD 1972, S. 383-385, und den Vermerk des BMI vom 12. April 1972 in B 106/78954, weitere Unterlagen in B 136/18008 und AA B 130, Bd. 8554.

30

Genschers Bedenken bezogen sich auf eine mögliche Polemik über Geheimabsprachen der Alliierten mit der Sowjetunion im Rahmen der Bundestagsdebatte zur Ratifizierung der Ostverträge (vgl. die Aufzeichnung des AA vom 10. April 1972 in AAPD 1972, S. 383-385). - Mit Verweis auf ihr entsprechendes Vorgehen in den Jahren 1969 und 1971 verbot die Alliierte Kommandantur am 11. Mai 1972 wegen Bedrohung der öffentlichen Ordnung den auf den 13./14. Mai 1972 verschobenen Landesparteitag der NPD in Berlin (West). Vgl. die der Berliner Senatskanzlei zugestellte Verbotsanordnung vom 11. Mai 1972 in B 106/78954 und B 136/18008.

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