2.33.1 (k1972k): E. Verschiedenes

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Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

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[E. Verschiedenes]

Zu Beginn der Sitzung macht der Bundeskanzler einige allgemeine Bemerkungen zum Beschluß des Internationalen Olympischen Komitees über die Teilnahme rhodesischer Sportler an den Olympischen Spielen, 1 zum Besuch des französischen Außenministers Schumann in Bonn 2 sowie zu seinem gestrigen Zusammentreffen mit führenden Vertretern der Wirtschaft 3.

1

Siehe 120. Sitzung am 9. Aug. 1972 TOP A (Außenpolitische Unterrichtung). - Brandt hatte Daume am 18. Aug. 1972 gebeten, bei der Sitzung des IOC am 19. Aug. 1972 in München eine tragbare Lösung zu finden, da zahlreiche afrikanische Staaten ihre Teilnahme bereits abgesagt hatten und dies dem völkerverbindenden olympischen Gedanken schaden könne. Zwischenzeitlich hatte der Sanktionsrat bei den Vereinten Nationen am 18. Aug. 1972 beschlossen, die Bundesregierung in Kenntnis zu setzen, dass mit der Teilnahme Rhodesiens an den Spielen Bestimmungen der Resolution Nr. 253 verletzt werden könnten, und sie zur umgehenden Unterrichtung des Organisationskomitees der Spiele aufgefordert. Vgl. Brandts Schreiben an Daume vom 18. Aug. 1972 und den Bericht des Beobachters bei den Vereinten Nationen vom 19. Aug. 1972 in B 136/5577, weitere Unterlagen in AA B 130, Bd. 9762A. - Am 22. Aug. 1972, vor der Eröffnung der Spiele am 25. Aug. 1972, teilte der Präsident des IOC Avery Brundage mit, dass Rhodesien nicht an den Spielen teilnehmen werde, und kündigte seinen Rücktritt als IOC-Präsident wegen zunehmender Politisierung des Sports an. Vgl. „Frankfurter Allgemeine Zeitung" vom 24. Aug. 1972, S. 1, und die Olympia-Beilage S. 9-13. - Laut Ahlers hatte Brandt im Kabinett geäußert, „es sei richtig, daß die Bundesregierung beim Rhodesienstreit nicht interveniert habe", und die Tatsache begrüßt, „daß die Olympischen Spiele jetzt mit einer größeren Beteiligung der afrikanischen Staaten stattfinden könnten." Vgl. den Wortlaut der Bundespressekonferenz vom 23. Aug. 1972 in B 145 I F/257 (Fiche 610).

2

Im Mittelpunkt der Unterredung mit Maurice Schumann am 23. Aug. 1972 standen neben der Vorbereitung des für den 9. Sept. 1972 vorgesehenen Gesprächs mit dem französischen Staatspräsidenten Pompidou in München und der ersten Gipfelkonferenz der Staats- und Regierungschefs der erweiterten Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft im Oktober 1972 insbesondere währungspolitische Fragen wie die Entwicklung des europäischen Währungsfonds und die gemeinsame europäische Vorbereitung auf die erforderliche Reform des Weltwährungssystems. Vgl. den vorbereitenden Vermerk des Bundeskanzleramts vom 21. Aug. 1972 in B 136/6324, die Gesprächsaufzeichnung des Bundeskanzleramts vom 23. Aug. 1972 in AAPD 1972, S. 1103-1114, und den Wortlaut des Interviews, das Brandt mit dem WDR am 23. Aug. 1972 führte, in Bulletin Nr. 117 vom 25. Aug. 1972, S. 1479 f. - Fortgang 123. Sitzung am 13. Sept. 1972 TOP C (Gespräche des Bundeskanzlers bei den Olympischen Spielen in München).

3

An Brandts Gespräch mit Vertretern der Spitzenverbände der Wirtschaft am Abend des 22. Aug. 1972 nahm u. a. der neue BMWF Schmidt teil, der seine Sicht auf die Fragen der Konjunktur- und Wirtschaftspolitik und des Bundeshaushalts erläuterte. Vgl. Ahlers' entsprechende Ausführungen auf der Bundespressekonferenz vom 23. Aug. 1972 in B 145 I F/257 (Fiche 610).

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