2.34.1 (k1972k): 1. Überfall arabischer Terroristen im Olympischen Dorf

Zum Text. Zur Fußnote (erste von 2). Zu den Funktionen. Zum Navigationsmenü. Zum Navigationsbaum

 

Bandbilder:

Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

Extras:

 

Text

Tagesordnungspunkt als RTF Download

[1. Überfall arabischer Terroristen im Olympischen Dorf]

Der Bundeskanzler berichtet über den Verlauf des Überfalles, soweit er bekanntgeworden ist, sowie über die inzwischen ergriffenen Maßnahmen. 1

1

In den frühen Morgenstunden des 5. Sept. 1972 waren acht bewaffnete Mitglieder der palästinensischen Organisation „Schwarzer September" in das Olympische Dorf in München eingedrungen, hatten die Unterkünfte der israelischen Mannschaft überfallen und zwei ihrer Mitglieder erschossen sowie weitere neun als Geiseln genommen. Die Terroristen forderten ultimativ von der israelischen Regierung die Freilassung von 200 arabischen politischen Gefangenen und drohten mit der Tötung der Geiseln. Bis zum Zusammentritt des Kabinetts waren vor Ort ein polizeilicher Einsatzstab und ein „politischer Krisenstab", bestehend aus dem bayerischen Polizeipräsidenten Dr. Manfred Schreiber, dem Bayerischen Innenminister Dr. Bruno Merk und Bundesinnenminister Genscher, gebildet, Kontakt sowohl zum Internationalen Olympischen Komitee und zu den Nationalen Olympischen Komitees, zur israelischen Regierung und arabischen Staaten als auch zu den Terroristen aufgenommen und das Ultimatum verlängert worden. Vgl. den undatierten Vermerk des AA in AA B 2, Bd. 195, die Aufzeichnung des AA vom 5. Sept. 1972 in AAPD 1972, S. 1187 f., Brandts „Tagebuch"-Aufzeichnungen vom 5./6. Sept. 1972 in Brandt: Berliner Ausgabe, Bd. 7, S. 350-354, und Genscher: Erinnerungen, S. 147-160, weitere Unterlagen in B 106/146540 und 146541, B 136/51166, AA B 36, Bde. 501, 505 und 506, sowie AA B 130, Bd. 9863, dazu Überfall, S. 24-28 und 46-49 (BD 7/437), Dahlke: Anschlag, S. 8-20, und Schiller/Young: München, S. 280-326.

Das Kabinett berät über mögliche weitere Schritte. BM Genscher soll bevollmächtigt werden, am Ort des Geschehens in Zusammenarbeit mit den bayerischen Behörden die notwendigen Maßnahmen zu treffen. Die Absicht des Bundeskanzlers, noch am gleichen Mittag nach München zu fliegen, wird vom Kabinett zustimmend zur Kenntnis genommen. 2

2

Vgl. die Erklärung des Bundeskanzlers vom 5. Sept. 1972 in Bulletin Nr. 122 vom 8. Sept. 1972, S. 1524. - Fortgang Sondersitzung (Fortsetzung) am 6. Sept. 1972 TOP 1.

Der Bundeskanzler weist darauf hin, daß je nach der Entwicklung der Lage eine Fortsetzung der Kabinettsitzung notwendig sein werde.

Das Kabinett vertagt sich um 12.10 Uhr.

Extras (Fußzeile):