2.38.9 (k1972k): G. Posthume Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels an den im KZ Treblinka verstorbenen polnischen Pädagogen und Arzt Dr. Janusz Korczak, in Frankfurt, Paulskirche, 1. Oktober, 11.00 Uhr

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Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

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[G.] Posthume Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels an den im KZ Treblinka verstorbenen polnischen Pädagogen und Arzt Dr. Janusz Korczak, in Frankfurt, Paulskirche, 1. Oktober, 11.00 Uhr

(14.49 Uhr)

BM von Dohnanyi wird die Bundesregierung bei der Feier vertreten. 12

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Der Börsenverein des deutschen Buchhandels e. V. würdigte den Arzt und Pädagogen Dr. Henryk Goldszmit, der unter dem Namen Janusz Korczak publizierte und 1942 als Leiter des jüdischen Waisenhauses gemeinsam mit den 200 Waisenkindern aus dem Warschauer Ghetto im Konzentrationslager ermordet wurde, als „einen Mann, der gleichermaßen als Arzt, Erzieher und Schriftsteller für das Kind und seine Rechte eingetreten" war. Der Geldpreis in Höhe von 10 000 DM sollte dem Korczak-Heim in Warschau zufließen und stellvertretend an den Vorsitzenden des Korczak-Komitees, Warschau, Stanislaw Rogalski überreicht werden. Der Zentralrat der Juden in Deutschland hatte im Vorfeld beanstandet, dass der Preis angesichts des aus seiner Sicht in Polen herrschenden Antisemitismus nicht einer jüdischen Einrichtung zufloss, und war der Veranstaltung fern geblieben. Der Börsenverein stellte dem israelischen Korczak-Komitee einen Geldbetrag in Höhe des Preisgeldes zur Verfügung. Vgl. die Vermerke des Bundespräsidialamts und des Bundeskanzleramts jeweils vom 20. Sept. 1972 in B 122/13736 und B 136/32907, den Wortlaut der Urkunde des Friedenspreises in „Frankfurter Allgemeine Zeitung" vom 2. Okt. 1972, S. 1 und 6, sowie der Ansprache des Bundespräsidenten am 1. Okt. 1972 in B 122/13736 und Bulletin Nr. 137 vom 3. Okt. 1972, S. 1988.

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