2.7.3 (k1972k): C. Entführung einer Maschine der Lufthansa nach Aden

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Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

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[C.] Entführung einer Maschine der Lufthansa nach Aden

(14.10 Uhr)

BM Leber gibt einen Bericht über die Entführung einer Lufthansamaschine in der Nacht vom 21. zum 22. Februar 4 nach Aden sowie über die daraufhin getroffenen Maßnahmen der Bundesregierung. 5 Das Kabinett nimmt diesen Bericht nach einer Aussprache, an der sich die BM Scheel, Genscher, Leber, Ehmke sowie StS Ahlers beteiligen, zur Kenntnis. 6

4

Von den Bearbeitern korrigiert aus: „22. zum 23. Februar".

5

Zu Vorschlägen der ad hoc-Arbeitsgruppe zur Erhöhung der Luftsicherheit vgl. 42. Sitzung am 1. Okt. 1970 TOP D (Kabinettsprotokolle 1970, S. 382). - Vgl. die Aufzeichnung des AA vom 25. Febr. 1972 in AA B 130, Bd. 9862B, und AAPD 1972, S. 197-199, sowie die Aufzeichnung der deutschen Botschaft in Addis Abeba (Äthiopien) vom 28. Febr. 1972 in B 106/115363, wietere Unterlagen in B 106/111039. - Am 21./22. Febr. 1972 hatten fünf bewaffnete arabische Terroristen den Jumbo-Jet „Baden-Württemberg" der Deutschen Lufthansa mit 186 Personen an Bord auf dem Flug von Tokio nach Athen entführt und zur Landung in Aden (Südjemen) gezwungen. Dort konnten die Passagiere, unter ihnen der älteste Sohn des US-amerikanischen Senators Robert Kennedy, das Flugzeug unversehrt verlassen. Die Bundesrepublik zahlte am 23. Febr. 1972 für die Freilassung der Passagiere und Besatzung das geforderte Lösegeld in Höhe von 5 Millionen Dollar.

6

Laut Vermerk des Protokollanten vom 29. Febr. 1972 wünschte Leber eine Ergänzung des Protokolls um den Beschluss: „Auf Antrag des BMV billigt das Kabinett die Anschaffung eines schnellen modernen Flugzeugs, das der Bundesregierung zur Verfügung stehen und der Bundesanstalt für Flugsicherung in Frankfurt/Main unterstellt werden soll. Es soll einen möglichst weiten Aktionsradius haben und eine Sendeanlage besitzen." Leber habe „im Rahmen der Diskussion über die Möglichkeit, künftig Entführungen zu verhindern bzw. ihren Folgen sofort zu begegnen, die Notwendigkeit, ein schnelles ziviles Flugzeug zu beschaffen, hervorgehoben. Es sollte normalerweise zur Flugsicherung des oberen Luftraums eingesetzt werden und in Krisenfällen der Bundesregierung zur Verfügung stehen." Scheel habe diese Notwendigkeit unterstrichen, während Ehmke erklärt habe, „man solle die Sache mit dem Flugzeug im Auge behalten." Daher habe er, der Protokollant, die Diskussion so ausgelegt, „daß das Kabinett keine Entscheidung getroffen hat, der BMV vielmehr eine entsprechende Entscheidung vorbereiten soll." Vgl. den Vermerk des Bundeskanzleramts mit Ehmkes handschriftlichen Notizen vom 1. März 1972 und den handschriftlichen Vermerk des Protokollanten vom 27. März 1972 in B 136/36184. - Das Kabinett billigte den Beschluss in seiner Sitzung am 22. März 1972. Vgl. 105. Sitzung am 22. März 1972 TOP I. - Zur Sicherung von Lufthansa-Maschinen während des Fluges Fortgang 124. Sitzung am 20. Sept. 1972 TOP D.

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