3.1.1 (k1972k): Der Bundeskanzler und die Bundesminister

Zum Text. Zu den Funktionen. Zum Navigationsmenü. Zum Navigationsbaum

 

Bandbilder:

Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

Extras:

 

Text

Der Bundeskanzler und die Bundesminister

Der Bundeskanzler

Willy Brandt (1913-1992)

Mitglied der sozialistischen Jugendbewegung, 1931 Übertritt von der SPD zur SAP, 1933 Flucht über Dänemark nach Norwegen, 1940 nach Schweden, 1945 Korrespondent für skandinavische Zeitungen in Deutschland, 1947 Presseattaché an der norwegischen Vertretung (Militärmission) beim Alliierten Kontrollrat in Berlin, 1948 Vertretung des SPD-Vorstandes in Berlin und bei den alliierten Kontrollbehörden, Wiedereinbürgerung, 1949-1957, 1961 und 1969-1992 MdB, 1950-1969 Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, 1955-1956 dessen Präsident, 1957-1966 Regierender Bürgermeister von Berlin, 1964-1987 Vorsitzender der SPD, 1966-1969 Bundesminister des Auswärtigen, 1969-1974 Bundeskanzler, 1976-1992 Vorsitzender der Sozialistischen Internationale.

Der Stellvertreter des Bundeskanzlers und Bundesminister des Auswärtigen

Walter Scheel (1919-2016)

1939-1945 Kriegsdienst, 1945-1953 Tätigkeit bei den Stahlwerken Solingen, zuletzt als Prokurist und Geschäftsführer, 1950-1953 MdL Nordrhein-Westfalen (FDP), 1953-1961 selbstständiger Wirtschaftsberater bzw. seit 1958 Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts „Intermarket" und der Finanzfirma „Interfinanz", 1953-1974 MdB, 1956-1961 MdEP, 1961-1966 Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, 1967-1969 Vizepräsident des Deutschen Bundestages, 1968-1974 Bundesvorsitzender der FDP, 1969-1974 Bundesminister des Auswärtigen und Stellvertreter des Bundeskanzlers, 1974-1979 Bundespräsident.

Der Bundesminister des Innern

Hans-Dietrich Genscher (1927-2016)

1945 Kriegsdienst und Gefangenschaft, 1946 Eintritt in die Liberal-Demokratische Partei Deutschlands (LDPD), 1949 Referendar am Amtsgericht Halle an der Saale, 1952 nach Flucht in die Bundesrepublik Eintritt in die FDP, seit 1954 Tätigkeit als Rechtsanwalt in Bremen, 1956-1959 wissenschaftlicher Angestellter der FDP-Bundestagsfraktion, 1959-1965 deren Geschäftsführer, 1962-1964 Bundesgeschäftsführer der FDP, 1965-1998 MdB, dort 1965-1969 Parlamentarischer Fraktionsgeschäftsführer, 1969-1974 Bundesminister des Innern, 1974-1982 und 1982-1992 Bundesminister des Auswärtigen und Stellvertreter des Bundeskanzlers, 1968-1974 stellvertretender, 1974-1985 Bundesvorsitzender der FDP.

Der Bundesminister der Justiz

Gerhard Jahn (1927-1998)

1945-1946 Verwaltungsangestellter, nach Abitur und Studium der Rechts- und Staatswissenschaften ab 1957 Tätigkeit als Rechtsanwalt und ab 1966 als Notar, 1949 Eintritt in die SPD, 1950-1954 Sekretär des SPD-Unterbezirks Marburg-Frankenberg, 1957-1990 MdB, dort 1961-1963, 1965-1967 und 1974-1990 Parlamentarischer Fraktionsgeschäftsführer, 1967-1969 Parlamentarischer Staatssekretär beim AA, 1969-1974 Bundesminister der Justiz, 1974-1975 Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung, 1978-1990 Mitglied der Parlamentarischen Kontrollkommission, 1975-1977 und 1979-1982 als Vertreter der Bundesrepublik Deutschland Mitglied der Menschenrechtskommission der UNO, 1979-1995 Präsident des Deutschen Mieterbundes.

Der Bundesminister für Wirtschaft und Finanzen

Prof. Dr. Karl Schiller (1911-1994)

Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre und der Soziologie 1934-1935 Assistent an der Universität Heidelberg, ab 1935 beim Institut für Weltwirtschaft, Kiel, dort ab 1936 Leiter der Forschungsgruppe Marktordnung und Außenwirtschaft, 1941-1945 Kriegsdienst und 1944 Berufung an die Universität Rostock, 1945-1946 Leiter der Hamburger Außenstelle des Instituts für Weltwirtschaft, seit 1946 Mitglied der SPD, 1946 Gastprofessor an der Universität Kiel, seit 1947 ordentlicher Professor für Volkswirtschaftslehre und Direktor des Instituts für Außenhandel und Überseewirtschaft an der Universität Hamburg, dort 1956-1958 Rektor, seit 1947 Mitglied des wissenschaftlichen Beirats bei der Verwaltung für Wirtschaft des Vereinigten Wirtschaftsgebietes bzw. ab 1949 beim BMWi, 1948-1953 Senator für Wirtschaft und Verkehr der Freien und Hansestadt Hamburg, 1949-1957 Mitglied der Hamburger Bürgerschaft, 1961-1965 Senator für Wirtschaft in Berlin, 1962-1972 Mitglied des Parteivorstands und ab 1966 Mitglied des Präsidiums der SPD, 1965-1972 MdB, dort stellvertretender Vorsitzender und wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion, 1966-1971 Bundesminister für Wirtschaft, 1971-7. Juli 1972 Bundesminister für Wirtschaft und Finanzen, September 1972 Austritt aus der SPD, 1973-1979 Präsident des Verwaltungsrates der privaten Entwicklungsgesellschaft für Mittel- und Südafrika EDESA (Economic Development Corporation for Equatorial and Southern Africa), 1980 erneut Eintritt in die SPD.

Ab 7. Juli 1972

Helmut Schmidt (1918-2015)

1937-1945 nach Reichsarbeitsdienst Wehrdienst bzw. Kriegsdienst und Gefangenschaft, 1945-1949 Studium der Volkswirtschaftslehre und der Staatswissenschaften, 1946 Eintritt in die SPD, 1949-1953 beim Senat der Freien und Hansestadt Hamburg, dort bei der Behörde für Wirtschaft und Verkehr zunächst Referent, dann Leiter der wirtschaftspolitischen Abteilung, zuletzt ab 1952 Dezernent für Verkehr, 1953-1962 MdB, 1958-1961 MdEP, 1961-1965 Senator der Behörde für Inneres der Freien und Hansestadt Hamburg, 1965-1987 erneut MdB, dort 1965-1967 stellvertretender und 1967-1969 Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, 1968-1984 stellvertretender Parteivorsitzender, 1969-7. Juli 1972 Bundesminister der Verteidigung, 7. Juli-13. Dez. 1972 Bundesminister für Wirtschaft und Finanzen, 15. Dez. 1972-1974 Bundesminister der Finanzen, 1974-1982 Bundeskanzler, seit 1983 Mitherausgeber der Wochenzeitung „Die Zeit".

Ab 15. Dez. 1972:

Der Bundesminister der Finanzen

Helmut Schmidt siehe unter Der Bundesminister für Wirtschaft und Finanzen

Ab 15. Dez. 1972:

Der Bundesminister für Wirtschaft

Dr. Hans Friderichs (geb. 1931)

1950-1959 Studium der Rechts- und Staatswissenschaften und juristischer Vorbereitungsdienst, 1959-1963 Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) für Rheinhessen, 1963-1964 stellvertretender IHK-Bundesgeschäftsführer, 1956 Eintritt in die FDP, 1958-1959 Vorsitzender des Bezirksverbandes Trier, 1960-1964 stellvertretender Vorsitzender des Bezirksverbandes Rheinhessen, ab 1966 Vorsitzender des Bezirksverbandes Eifel-Hunsrück, 1963 stellvertretender Bundesgeschäftsführer, 1964-1969 Bundesgeschäftsführer der FDP, 1974-1977 stellvertretender Bundesvorsitzender der FDP, 1965-1969 MdB, 1969-1972 Staatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau und Umweltschutz des Landes Rheinland-Pfalz, 1972-1977 Bundesminister für Wirtschaft, 1976-1977 erneut MdB, 1977-1985 Mitglied des Vorstandes der Dresdner Bank, seit 1978 Sprecher des Vorstandes, 1983 Anklage im Zusammenhang mit der Flick-Parteispendenaffäre, 1987 wegen Steuerhinterziehung Verurteilung zu einer Geldstrafe.

Der Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Josef Ertl (1925-2000)

1943-1945 Kriegsdienst, 1945-1947 landwirtschaftliche Lehre, 1947-1952 Studium der Landwirtschaft an der Technischen Hochschule München, 1952 Eintritt in die FDP, 1952-1959 Leiter des Landjugendberatungsdienstes im Bayerischen Landwirtschaftsministerium, 1959-1961 an der Alm- und Landwirtschaftsschule Miesbach und ab 1960 deren Leiter, 1960-1961 auch Direktor des Landwirtschaftsamtes Miesbach, 1961-1987 MdB, 1964-1970 stellvertretender und 1970-1983 Landesvorsitzender der FDP in Bayern, 1969-1983 Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Mitglied im Präsidium und Bundesvorstand der FDP, 1978-1990 Präsident des Deutschen Skiverbandes, 1984-1990 Präsident der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, seit 1993 Vizepräsident der Thomas-Dehler-Stiftung.

Der Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung

Walter Arendt (1925-2005)

Ausbildung zum Bergmann, 1939-1947 Tätigkeit im Bergbau, 1943-1946 Kriegsdienst und Gefangenschaft, Studium 1946-1947 an der Akademie für Arbeit, Frankfurt am Main, 1946 Eintritt in die SPD, 1948-1949 an der Akademie für Gemeinwirtschaft, Hamburg, 1948-1955 Tätigkeit in der Presseabteilung der IG Bergbau und Energie, zuletzt als Leiter der Pressestelle, 1955-1964 Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes der IG Bergbau und Energie, 1964-1969 Vorsitzender der IG Bergbau und Energie, 1967-1969 Präsident des Internationalen Bergarbeiterverbandes, 1961-1980 MdB, 1961-1969 MdEP, 1968-1979 Mitglied des Parteivorstandes der SPD, 1969-1976 Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, 1973-1979 Mitglied des Präsidiums der SPD, 1977-1979 stellvertretender Vorsitzender der SPD.

Der Bundesminister der Verteidigung

Helmut Schmidt siehe unter Der Bundesminister für Wirtschaft und Finanzen

Ab 7. Juli 1972

Georg Leber (1920-2012)

Nach kaufmännischer Ausbildung 1939-1945 Kriegsdienst, anschließend Ausbildung zum Maurer, 1947 Eintritt in die SPD und den DGB, 1949-1952 Sekretär der Baugewerkschaft Limburg (Lahn), 1952-1955 Redakteur der Gewerkschaftszeitung „Der Grundstein", seit 1953 Mitglied der Hauptvorstände der Industriegewerkschaft Bau-Steine-Erden und des DGB, 1955-1957 Zweiter und 1957-1966 Erster Vorsitzender der Industriegewerkschaft Bau-Steine-Erden, 1953-1966 Mitglied des Geschäftsführenden Vorstandes des Internationalen Bundes der Bau- und Holzarbeiter, 1957-1983 MdB, 1958-1959 MdEP, 1961-1986 Mitglied des Vorstandes der SPD, 1966-1972 Bundesminister für Verkehr bzw. 1969-7. Juli 1972 Bundesminister für Verkehr und für das Post- und Fernmeldewesen, 7. Juli 1972-1978 Bundesminister der Verteidigung, 1979-1983 Vizepräsident des Deutschen Bundestages.

Der Bundesminister für Jugend, Familie und Gesundheit

Käte Strobel (1907-1996)

1923-1938 kaufmännische Angestellte bei der Landesorganisation und den Genossenschaften des bayerischen Obst- und Gartenbaus, seit 1920 Mitglied der Sozialistischen Jugend Deutschlands - Die Falken, 1925 Eintritt in die SPD, 1932-1933 Mitglied des Vorstandes der Reichsarbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Deutschlands und bis 1933 Landesvorsitzende in Bayern, 1945-1947 erneut kaufmännische Tätigkeit, daneben Mitarbeit beim Aufbau der Frauenarbeit der SPD Frankens, ab 1947 deren Vorsitzende, 1958-1971 Mitglied des Parteivorstandes, 1966-1970 des Präsidiums der SPD, 1949-1972 MdB, 1958-1967 MdEP, 1962-1964 dessen Vizepräsidentin, 1964-1967 Vorsitzende der Sozialistischen Fraktion im Europaparlament, 1966-1969 Bundesministerin für Gesundheitswesen bzw. 1969-13. Dez. 1972 Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit, 1972-1978 Mitglied des Stadtrates von Nürnberg, 1981-1989 Vorsitzende des SPD-Seniorenrates.

Ab 15. Dez. 1972:

Dr. Katharina Focke (1922-2016)

Seit 1946 zunächst Studium der Geschichte, der Germanistik und der Anglistik, 1951 Studienjahr an der Universität Oklahoma, USA, anschließend Studium der Politikwissenschaften, 1954-1961 Hausfrau und Übersetzerin, 1961-1969 Geschäftsführerin des Bildungswerks Europäische Politik e. V., Köln, 1963-1965 stellvertretendes Mitglied des Kuratoriums des Deutsch-Französischen Jugendwerks, 1964 Eintritt in die SPD, 1966-1969 MdL NRW, 1969-1980 MdB, 1969-1972 Parlamentarische Staatssekretärin beim Chef des Bundeskanzleramtes, 15. Dez. 1972-1976 Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit, 1979-1989 MdEP, 1994-2002 Vorsitzende des Kuratoriums der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Der Bundesminister für Verkehr und für das Post- und Fernmeldewesen

Georg Leber siehe unter Der Bundesminister der Verteidigung

Ab 7. Juli 1972:

Dr. Lauritz Lauritzen (1910-1980)

1929 Eintritt in die SPD, 1929-1937 Studium der Rechts- und Staatswissenschaften, 1937-1945 Reichsstelle für Chemie, dort Justitiar, später Abteilungsleiter, 1945 Referent beim Magistrat der Stadt Berlin, dann beim Landratsamt Rendsburg, Leiter der Präsidialkanzlei beim Oberpräsidenten der Provinz Schleswig-Holstein, 1946-1950 Landesdirektor im Ministerium des Innern des Landes Schleswig-Holstein, 1951-1954 Niedersächsisches Innenministerium, 1954-1963 Oberbürgermeister der Stadt Kassel, 1963-1966 Hessischer Minister der Justiz und für Bundesangelegenheiten (Bevollmächtigter des Landes Hessen beim Bund), 1966-1967 MdL (SPD) Hessen, 1969-1980 MdB, 1966-13. Dez. 1972 Bundesminister für Wohnungswesen und Städtebau bzw. (seit 1969) für Städtebau und Wohnungswesen, 7. Juli-13. Dez. 1972 zusätzlich Bundesminister für Verkehr und für das Post- und Fernmeldewesen, 15. Dez. 1972-1974 Bundesminister für Verkehr.

Ab 15. Dez. 1972:

Der Bundesminister für Verkehr

Dr. Lauritz Lauritzen siehe unter Der Bundesminister für Verkehr und für das Post- und Fernmeldewesen

Der Bundesminister für Städtebau und Wohnungswesen

Dr. Lauritz Lauritzen siehe unter Der Bundesminister für Verkehr und für das Post- und Fernmeldewesen

Ab 15. Dez. 1972:

Der Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau

Dr. Hans-Jochen Vogel (geb. 1926)

1943-1945 Kriegsdienst, 1946-1951 Studium der Rechtswissenschaften und juristischer Vorbereitungsdienst, 1950 Eintritt in die SPD, 1951-1954 Bayerisches Staatsministerium der Justiz, dann Amtsgericht Traunstein, 1955-1958 Bayerische Staatskanzlei, dort Leiter des Arbeitskreises für die Sammlung des Bayerischen Landesrechts, 1958-1960 Tätigkeit als hauptberuflicher Stadtrat der Landeshauptstadt München und Leiter des Rechtsreferats, 1960-1972 Oberbürgermeister von München, seit 1970 im Bundesvorstand der SPD, 1971-1977 Landesvorsitzender der SPD in Bayern, 1972-1981 MdB, 15. Dez. 1972-1974 Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau, 1974-1981 Bundesminister der Justiz, Januar-Juni 1981 Regierender Bürgermeister von Berlin, 1981-1983 Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, dort Vorsitzender der SPD-Fraktion, 1983 Kanzlerkandidat der SPD, 1983-1994 erneut MdB, dort 1983-1991 Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, 1984-1987 stellvertretender und 1987-1991 Vorsitzender der SPD, 1992-1994 Obmann der SPD in der Gemeinsamen Verfassungskommission von Bundestag und Bundesrat.

Der Bundesminister für innerdeutsche Beziehungen

Egon Franke (1913-1995)

Nach Abschluss der Volksschule Ausbildung zum Schreiner und Besuch der Kunstgewerbeschule, 1929 Eintritt in die SPD, 1933 Vorsitzender der Sozialistischen Arbeiterjugend Hannover, 1935 Verurteilung wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus, 1943-1945 Kriegsdienst in der Strafdivision 999 und Gefangenschaft, 1945 Mitbegründer der SPD in Hannover, 1945-1947 Mitglied des Stadtrates in Hannover, 1946-1947 Mitglied des Hannoverschen Landtags, 1947-1951 MdL Niedersachsen, 1951-1987 MdB, 1966-1969 stellvertretender Fraktionsvorsitzender, 1964-1973 Mitglied des Präsidiums der SPD, 1969-1982 Bundesminister für innerdeutsche Beziehungen.

Ab 15. Dez. 1972:

Der Bundesminister für Forschung und Technologie und für das Post- und Fernmeldewesen

Prof. Dr. Horst Ehmke (1927-2017)

1946-1951 Studium der Rechtswissenschaften und der Volkswirtschaftslehre, der Politikwissenschaft und der Geschichte, 1947 Eintritt in die SPD, 1952-1956 Mitarbeiter bei der SPD-Bundestagsfraktion, 1956-1960 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Research Associate der Law School der University of California, Berkeley, Kalifornien, 1960 Privatdozent an der Universität Bonn, 1961-1967 Professor für Öffentliches Recht an der Universität Freiburg im Breisgau, 1967-1969 Staatssekretär im BMJ, 1969-1994 MdB, 1969 Bundesminister der Justiz, 1969-13. Dez. 1972 Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes, 15. Dez. 1972-1974 Bundesminister für Forschung und Technologie und für das Post- und Fernmeldewesen, 1973-1991 Mitglied des SPD-Parteivorstandes, 1977-1991 stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion.

Der Bundesminister für Bildung und Wissenschaft

Prof. Dr.-Ing. Hans Leussink (1912-2008)

1930-1935 Studium der Bauingenieurwissenschaften, 1935-1939 Assistent an der Bergakademie Freiberg/Sachsen, 1939-1946 an der Technischen Hochschule München, dort Betriebsleiter des Erdbauinstituts und Kriegsdienst, 1946-1954 selbstständiger Ingenieur für Grundbau und Staudammbau, Essen, seit 1954 Professor an der TU Karlsruhe, dort Leiter des Instituts für Bodenmechanik und Felsmechanik, 1958-1961 Rektor, 1960-1962 Präsident der Westdeutschen Rektorenkonferenz, seit 1963 Mitglied und 1965-1969 Vorsitzender des Wissenschaftsrats, 1969-15. März 1972 Bundesminister für Bildung und Wissenschaft, 1967-1969 und 1972-1998 Mitglied im Verwaltungsrat der Friedrich Krupp GmbH, 1968-1969 und 1972-1999 Mitglied des Aufsichtsrats der damaligen Friedrich Krupp GmbH und der Friedrich Krupp AG Hoesch-Krupp, seit 1967 Mitglied des Kuratoriums der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, dort 1979-2007 stellvertretender Vorsitzender, anschließend Ehrenmitglied des Kuratoriums.

Ab 15. März 1972:

Dr. Klaus von Dohnanyi (geb. 1928)

1951-1953 Studium der Rechtswissenschaften, anschließend Tätigkeit in einer Anwaltskanzlei in New York, 1954-1960 bei der Ford-Werke AG, Köln, dort ab 1956 Leiter der Planungsabteilung, 1957 Eintritt in die SPD, 1960-1968 Geschäftsführender Gesellschafter des Marktforschungsinstituts Infratest, München, 1968-1969 Staatssekretär im BMWi, 1969-1972 Parlamentarischer Staatssekretär beim BMBW, 1969-1981 MdB, 1972-1974 Bundesminister für Bildung und Wissenschaft, 1976-1981 Staatsminister im AA, 1979-1981 Landesvorsitzender der SPD in Rheinland-Pfalz, 1981-1988 Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, 1982-1988 Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft, anschließend Tätigkeiten als Publizist und in der Industrie.

Der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit

Dr. Erhard Eppler (geb. 1926)

1944-1945 Kriegsdienst, nach dem Studium der Germanistik und Geschichte 1953-1961 Gymnasiallehrer, 1952 Mitbegründer der Gesamtdeutschen Volkspartei, 1956 Wechsel zur SPD, 1961-1976 MdB, 1968-1974 Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, 1976-1982 MdL Baden-Württemberg, dort 1976-1980 Fraktionsvorsitzender, 1970-1991 Mitglied des Bundesvorstandes der SPD, 1973-1982 und 1984-1989 Mitglied des Präsidiums der SPD, 1973-1981 Landesvorsitzender der SPD in Baden-Württemberg, 1977-1991 Vorsitzender der Grundwertekommission der SPD, 1984-1986 stellvertretender Vorsitzender der Grundsatzprogrammkommission, 1981-1983 und 1989-1991 Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentags.

Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes

Prof. Dr. Horst Ehmke siehe unter Der Bundesminister für Forschung und Technologie und für das Post- und Fernmeldewesen

Ab 15. Dez. 1972:

Bundesminister für besondere Aufgaben

Egon Bahr (1922-2015)

1940-1942 Lehre als Industriekaufmann, 1942-1944 Kriegsdienst, 1944-1945 Tätigkeit als Industriekaufmann, 1945-1950 Journalist in Berlin, zunächst bei der „Berliner Zeitung", dann der „Allgemeinen Zeitung" bzw. der „Neue Zeitung", ab 1948 Korrespondent des „Tagesspiegel" in Hamburg und Bonn, 1950-1960 Kommentator und Leiter des Bonner Büros des Senders RIAS Berlin, 1953-1954 dort Chefredakteur, 1956 Eintritt in die SPD, 1960-1966 in der Senatskanzlei des Landes Berlin, dort Leiter der Abteilung III (Presse und Informationsabteilung), 1967 vom Land Berlin zur Dienstleistung im Auswärtigen Amt beurlaubt, 1967-1969 AA, dort 1967 Botschafter z. b. V., 1967-1969 Leiter des Planungsstabes, 1969-11. Dez. 1972 Staatssekretär im Bundeskanzleramt, zugleich Bevollmächtigter der Bundesrepublik Deutschland in Berlin, 1972-1990 MdB, 15. Dez. 1972-1974 Bundesminister für besondere Aufgaben, 1974-1976 Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, 1976-1990 Mitglied des Parteivorstandes und des Präsidiums des Parteivorstandes, 1976-1981 Bundesgeschäftsführer der SPD, 1976-2000 Mitglied des Vorstands der Friedrich-Ebert-Stiftung, 1984-1994 Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik der Universität Hamburg.

Prof. Dr. Werner Maihofer (1918-2009)

Nach Wehr- und Kriegsdienst 1946-1950 Studium der Rechtswissenschaften, seit 1953 Privatdozent an der Universität Freiburg im Breisgau, seit 1955 außerordentlicher, seit 1956 ordentlicher Professor für Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechtsphilosophie und Sozialphilosophie an der Universität des Saarlandes, Saarbrücken, dort 1967-1969 Rektor der Universität, 1968-1971 Vizepräsident der Westdeutschen Rektorenkonferenz, bereits ab 1965 Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates der 1969 gegründeten Universität Bielefeld, 1970-1972 Professor an der Universität Bielefeld, dort seit 1971 Direktor des Zentrums für interdisziplinäre Forschung, 1969 Eintritt in die FDP, 1970-1978 Mitglied des Parteipräsidiums, 1971 Vorsitzender der FDP-Programmkommission, 1972-1980 MdB, 15. Dez. 1972-1974 Bundesminister für besondere Aufgaben, 1974-1978 Bundesminister des Innern, anschließend wieder Professor in Bielefeld, 1981-1987 Präsident des Europäischen Hochschulinstituts Florenz, ab 1982 Präsident der Studienstiftung des Deutschen Volkes.

Extras (Fußzeile):