4 (k1972k): Zeittafel

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Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

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Zeittafel

21. Januar
Die Bundesregierung gibt einen Empfang zu Ehren des ersten Bevollmächtigten des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland Bischof D. Hermann Kunst.

22. Januar
Großbritannien, Irland, Norwegen und Dänemark unterzeichnen die Beitrittsverträge zu den Europäischen Gemeinschaften.

28. Januar
Bei einer Besprechung des Bundeskanzlers mit den Ministerpräsidenten der Länder in Bonn werden „Grundsätze zur Frage der verfassungsfeindlichen Kräfte im öffentlichen Dienst", der sogenannte Radikalenerlass, beschlossen.

9. Februar
Im Rahmen der Großen Strafrechtsreform verabschiedet das Kabinett den Entwurf eines fünften Änderungsgesetzes, das einen straffreien Schwangerschaftsabbruch mit Indikationslösungen vorsieht. 51 Abgeordnete der SPD- und der FDP-Fraktion bringen im Deutschen Bundestag einen Gesetzentwurf mit der „Fristenlösung" ein.

10./11. Februar
Bundeskanzler Willy Brandt trifft den französischen Staatspräsidenten Georges Pompidou zu Gesprächen in Paris.

21. bis 23. Februar
Eine Maschine der Deutschen Lufhansa AG wird von bewaffneten Männern arabischer Herkunft nach Aden (Südjemen) entführt.

21. bis 28. Februar
Der US-amerikanische Präsident Richard Nixon besucht die Volksrepublik China.

29. Februar
Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages Fritz-Rudolf Schultz legt den Jahresbericht 1971 vor.

1. März
Das Kabinett beschließt den Entwurf eines Gesetzes zur Herabsetzung der Volljährigkeit von 21 auf 18 Jahre.

2. März
Der Bundesminister für Landwirtschaft legt im Deutschen Bundestag den Agrarbericht 1972 vor.

3. März
Im Rahmen des Finanzausgleichs zwischen Bund und Ländern werden neben dem Länderanteil am Umsatzsteueraufkommen von 30 auf 35% auch die Ergänzungszuweisungen des Bundes an die finanzschwachen Länder erhöht.

5. bis 9. März
Bundeskanzler Brandt reist zu einem offiziellen Besuch in den Iran.

8. März
Das Kabinett verabschiedet den Bundesbericht Forschung IV.

Der Bundesminister für Wissenschaft und Forschung Hans Leussink tritt zurück.

30. März
Unmittelbar nach Beginn der nordvietnamesischen Großoffensive gegen Südvietnam verstärken die USA ihre Kampfbomberflotte und intensivieren den Einsatz von Kriegsschiffen für die Beschießung von Landzielen einschließlich der demilitarisierten Zone.

6. April
Bundespräsident a. D. Heinrich Lübke stirbt im Alter von 77 Jahren.

19. April
Die Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaften unterzeichnen das Übereinkommen zur Errichtung des Europäischen Hochschulinstituts in Florenz.

23. April
Bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg erringt die CDU knapp 53% der Stimmen. Die sozial-liberale Koalition in Bonn verliert damit die Mehrheit im Bundesrat und, nach dem Übertritt eines FDP-Abgeordneten zur CDU (Wilhelm Helms), auch die Mehrheit im Deutschen Bundestag.

24. April
Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion beschließt, gemäß Artikel 67 GG gegen Brandt ein konstruktives Misstrauensvotum einzubringen, und nominiert den CDU-Vorsitzenden Rainer Barzel zum Kanzlerkandidaten.

27. April
Die Opposition verfehlt in der geheimen Abstimmung über den Misstrauensantrag im Bundestag überraschend die erforderliche absolute Mehrheit um zwei Stimmen.

28. April
Während der Haushaltsdebatte lehnt der Bundestag den Etat des Bundeskanzlers und des Bundeskanzleramts mit 247 zu 247 Stimmen ab. Damit kommt es erstmals zu einer Pattsituation zwischen der sozial-liberalen Regierungskoalition und der CDU/CSU-Opposition.

8. Mai
Die Pariser Friedensgespräche zur Beendigung des Vietnamkriegs werden unterbrochen.

10. Mai
Der Bundestag stimmt dem Gesetz zur wirtschaftlichen Sicherung der Krankenhäuser und zur Regelung der Krankenhauspflegesätze in der vom Vermittlungsausschuss vorgeschlagenen Fassung zu.

In der Republik Irland spricht sich in einem Referendum die große Mehrheit der Bevölkerung für den Beitritt zu den Europäischen Gemeinschaften aus.

11. Mai
In Aachen wird der Karls-Preis dem britischen Unterhausabgeordneten Roy Jenkins verliehen.

11. bis 24. Mai
Mitglieder der „Rote Armee Fraktion" verüben sechs Sprengstoffanschläge, bei denen vier Menschen getötet und 41 verletzt werden.

15. Mai
Die Bundesrepublik Deutschland und die Vereinigten Arabischen Emirate nehmen diplomatische Beziehungen auf.

17. Mai
Die Fluglotsen nehmen als „Go-slow" oder „Dienst nach Vorschrift" bezeichnete Arbeitskampfmaßnahmen auf.

Der Deutsche Bundestag stimmt bei Enthaltung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und wenigen Gegenstimmen mit einfacher Mehrheit den Ratifizierungsgesetzen zu den Ostverträgen zu.

22. bis 30. Mai
Als erster US-amerikanischer Präsident reist Nixon nach Moskau. Während dieses Besuchs schließen die USA und die Sowjetunion das SALT I-Abkommen, mit dem die Verbreitung weitreichender Atomwaffen eingeschränkt wird.

23. bis 25. Mai
Bundeskanzler Brandt hält sich zu einem offiziellen Besuch in Österreich auf.

30./31. Mai
Der NATO-Ministerrat tagt erstmals seit Mai 1957 wieder in Bonn.

1. Juni
Nach fast zweijähriger Fahndung werden die RAF-Terroristen Andreas Baader, Holger Meins und Jan-Carl Raspe in Frankfurt am Main verhaftet. Am 7. bzw. 17. Juni 1972 folgen die Festnahmen von Gudrun Ensslin in Hamburg und Ulrike Meinhof in Hannover.

3./4. Juni
Anlässlich der Unterzeichnung des Schlussprotokolls zum Vier-Mächte-Abkommen über Berlin vom 3. Sept. 1971 besucht der sowjetische Außenminister Andrej Gromyko Bonn.

5. bis 16. Juni
Die erste Umweltkonferenz der Vereinten Nationen findet in Stockholm statt.

8. Juni
Ägypten und die Bundesrepublik nehmen ihre 1965 unterbrochenen diplomatischen Beziehungen wieder auf.

23. Juni
Die britische Regierung gibt zum Schutz der Währungsreserven den Wechselkurs des Pfund Sterlings frei und führt eine Devisenkontrolle bei Investitionen ein. Die Londoner Devisenbörsen schließen bis zum 27. Juni 1972, weitere euröpäische Börsen setzen den Handel ebenfalls aus.

25. Juni
In Stuttgart wird bei einem Polizeieinsatz im Rahmen der Fahndung nach Mitgliedern der RAF ein Unbeteiligter in seiner Wohnung erschossen.

26. Juni
Die Ministerratstagung der Europäischen Gemeinschaften in Luxemburg befasst sich mit der Koordinierung der europäischen Wirtschafts- und Finanzpolitik.

29. Juni
Die Gespräche zwischen der Bundesrepublik und der CSSR über eine Verbesserung der bilateralen Beziehungen werden fortgeführt.

3./4. Juli
Der französische Staatspräsident Georges Pompidou reist zu den deutsch-französischen Konsultationen nach Bonn.

7. Juli
Der Bundesminister für Wirtschaft und Finanzen Karl Schiller tritt zurück.

Bundeskanzler Brandt gibt die Umbildung des Kabinetts bekannt: Helmut Schmidt (zuvor BMVg) übernimmt das BMWF, Georg Leber (zuvor BMV und BMP) das BMVg und Lauritz Lauritzen neben dem BMWo auch das BMV und BMP.

18. Juli
Das Bundesverfassungsgericht verkündet das sogenannte Numerus-clausus-Urteil.

19. Juli
Die Bundesregierung legt dem Bundestag den „Bericht über Maßnahmen zur Verbesserung der Situation der Frau" vor.

22. Juli
Die Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaften schließen mit den sogenannten Rest-EFTA-Staaten Österreich, Schweden, der Schweiz, Portugal und Island ein Freihandelsabkommen.

27. Juli
Das Kabinett beschließt ein Gesetz über Umweltstatistiken.

1. bis 10. August
In Heidelberg finden die XXI. Weltspiele der Gelähmten statt.

22. August
Das NOK schließt Rhodesien von der Teilnahme an den Olympischen Spielen aus.

26. August
In München werden die XX. Olympischen Sommerspiele eröffnet.

5. September
Arabische Terroristen überfallen im Olympischen Dorf die israelische Sportmannschaft, um von der Regierung Israels die Freilassung von 200 gefangengehaltenen Palästinensern und von der Bundesregierung freies Geleit nach Ägypten zu erpressen. Die Geiselnahme endet dramatisch mit dem Tod aller Geiseln, drei Attentäter werden verhaftet.

13. September
Das Kabinett stimmt dem Entwurf eines Raumordnungsberichts 1972 der Bundesregierung zu.

14. September
Die Bundesrepublik Deutschland und die Volksrepublik Polen nehmen diplomatische Beziehungen auf.

20. September
Bundeskanzler Brandt stellt gemäß Artikel 68 GG im Deutschen Bundestag die Vertrauensfrage. Um Neuwahlen zu ermöglichen, beteiligen sich die Regierungsmitglieder nicht an der Abstimmung.

21. September

Der Deutsche Bundestag beschließt das Rentenreformgesetz, mit dem die flexible Altersgrenze eingeführt wird.

22. September
Bundespräsident Gustav Heinemann löst den 6. Deutschen Bundestag auf.

24. September
Der Bundesminister für Wirtschaft und Finanzen a. D. Schiller gibt seinen Austritt aus der SPD bekannt.

24./25. September
Norwegen stimmt in einem Referendum gegen den Beitritt zu den Europäischen Gemeinschaften.

8. Oktober
Die USA und Nordvietnam einigen sich in Paris auf ein Waffenstillstandsabkommen, das jedoch erst im Januar 1973 unterzeichnet wird.

10. bis 14. Oktober
Scheel reist zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen in die Volksrepublik China.

19./20. Oktober
Die neun Regierungschefs der erweiterten Europäischen Gemeinschaften tagen in Paris.

29. Oktober
Zwei Palästinenser entführen ein Flugzeug der Deutschen Lufthansa AG, um die Freilassung der drei in Bayern inhaftierten arabischen Attentäter auf die israelische Olympiamannschaft zu erpressen.

30. Oktober
Die Mitglieder des Ständigen Ausschusses des Deutschen Bundestages kommen zu dessen einziger Sitzung zusammen.

31. Oktober
Das Kabinett beschließt schifffahrtspolitische Leitsätze und Maßnahmen.

7. November
In den USA erreicht Richard Nixon bei der 47. Präsidentschaftswahl seine Wiederwahl.

19. November
Bei der vorgezogenen Bundestagswahl erringt die sozial-liberale Koalition einen klaren Sieg über die CDU/CSU und ihren Kanzlerkandidaten Rainer Barzel. Die SPD erreicht 45,8% der Stimmen und wird erstmals stärkste Fraktion im Bundestag.

22. bis 25. November
In Bonn tagt die Nordatlantische Versammlung.

28. November
Bis zum 15. Dez. 1972 findet in Dipoli bei Helsinki die multilaterale Vorbereitungskonferenz der KSZE statt.

7. Dezember
Die Außen- und Verteidigunsminister der europäischen NATO-Staaten befürworten die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zur DDR.

13. Dezember
Der 7. Deutsche Bundestag tritt zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen.

Das Kabinett verabschiedet den Gesetzentwurf über den Beitritt der Bundesrepublik zur Charta der Vereinten Nationen.

15. Dezember
Der am 14. Dez. 1972 wiedergewählte Bundeskanzler Brandt stellt im Bundestag sein neues Kabinett vor.

20. Dezember
Der Bundestag verabschiedet in dritter Lesung den Bundeshaushalt 1972.

Das Kabinett beschließt den Beitritt der Bundesrepublik zum Internationalen Kakao-Abkommen.

21. Dezember
In Ost-Berlin unterzeichnen Egon Bahr für die Bundesrepublik und Michael Kohl für die DDR den am 8. Nov. 1972 paraphierten Vertrag über Grundlagen der Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR.

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