1.37.4 (k1985k): 7. Verschiedenes

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Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

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7. Verschiedenes

Zum vorliegenden Jahrgang der Kabinettsprotokolle der Bundesregierung wird ein editorischer Sachkommentar noch erstellt (siehe die Seiten „Start" und „Kabinett" dieser Online-Version).

(9.30 Uhr)

Waldschadenserhebung 1985

St Florian gibt einen ausführlichen Bericht über die Waldschadenserhebung 1985, wobei er wegen der Einzelheiten auf den mit Schreiben des BML vom 28. Oktober 1985 (ohne Az.) an die Kabinettmitglieder übersandten schriftlichen Bericht vom gleichen Tage Bezug nimmt. In der Bewertung hebt er hervor, daß gegenüber den Vorjahren eine Verlängerung der Schadensentwicklung eingetreten sei. Insgesamt seien 19% der Waldfläche mit mittleren bis starken Schäden betroffen (Schadstufen 2-4). Das Süd-Nord-Gefälle der Waldschäden sei weiterhin deutlich. Bei den einzelnen Baumarten sei lediglich bei der Kiefer eine erfreuliche leichte Verbesserung eingetreten, während die Tanne besorgniserregend betroffen sei.

An der folgenden Aussprache beteiligen sich neben dem Bundeskanzler die BM Warnke und Zimmermann sowie St Florian. Dabei geht es vor allem um den Einfluß der Witterung auf die Schadensentwicklung, um Methode und Zuverlässigkeit des Erhebungsverfahrens sowie um regionale Sonderentwicklungen. Der Bundeskanzler bekräftigt, daß die Information der Öffentlichkeit über die Ergebnisse ohne Beschönigung, aber auch ohne Dramatisierung erfolgen solle; es müsse deutlich gesagt werden, welche Maßnahmen die Bundesregierung gegen die Waldschäden unternommen habe. St Florian weist auf die geplante gemeinsame Pressekonferenz von BML und BMI am heutigen Tage hin, bei der dies herausgestellt werden solle. BM Warnke und BM Zimmermann werten als besonders wichtiges Ergebnis der Waldschadenserhebung 1985, daß sich in vielen Einzelbereichen die Regenerationsfähigkeit des geschädigten Waldes nachweisbar gezeigt habe. BM Warnke regt mit Unterstützung des Bundeskanzlers an, die im Bericht verwendeten Regionalbezeichnungen zu prüfen und gegebenenfalls durch die gebräuchlichen Namen der Landschaften zu ersetzen. BM Zimmermann betont, daß neben der Regenerationsfähigkeit des Waldes die Stagnation der Schadensentwicklung das zentrale Ergebnis der Erhebung darstelle. Er verweist auf die Situation in Österreich und in der Schweiz, wo es zum Teil zu dramatischen Verschlechterungen gekommen sei. Bereits in wenigen Jahren dürfte dort erkennbar werden, wie sich die in diesen Ländern ergriffenen Umweltschutzmaßnahmen praktisch auswirkten. Der Bundeskanzler ergänzt, daß für die Schweiz auch die grenzüberschreitende Luftverschmutzung ein besonderes Problem darstelle.

Das Kabinett nimmt den Bericht des BML über die Waldschadenserhebung 1985 zustimmend zur Kenntnis.

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