2.38.4 (k1957k): 4. Angelegenheit Henschel-Kassel, BMF/BMWi

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Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung. Band 10. 1957Das 3. Kabinett Adenauer bei Bundespräsident Theodor HeussTelegramm des FDP-Bundesvorsitzenden Reinhold Maier an  AdenauerEs ist schon wieder fünf Minuten vor Zwölf!CDU-Wahlplakat 1957

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4. Angelegenheit Henschel-Kassel, BMF/BMWi

Der Bundesminister für Wirtschaft berichtet, er habe soeben ein Fernschreiben erhalten, in dem der Hoffnung Ausdruck gegeben würde, daß die Firma Henschel saniert werden könne 11. Der Vizekanzler hält es für zweckmäßig, zur Sanierung keine MSA-Mittel zu verwenden, um die Amerikaner nicht in diese unerfreuliche Angelegenheit hineinzuziehen. Der Bundesminister für Verkehr weist darauf hin, daß die Firma Henschel schon in früheren Jahren Schwierigkeiten gehabt habe. Sie habe bei dem Lokomotivgeschäft mit Indien Verluste gehabt und sich nicht rechtzeitig den neuen wirtschaftlichen Gegebenheiten (geringer Bedarf an Dampflokomotiven und schweren Lastwagen) angepaßt. Der Bundesminister für Wirtschaft glaubt, daß auf die Lastwagenkapazität der Firma Henschel verzichtet werden könne und daß die 4 Produktionsstätten in Kassel auf Spezialfertigung umgestellt werden müßten. Der Bundesminister für Wohnungsbau weist auf die hessischen Landtagswahlen hin 12 und warnt davor, die Angelegenheit Henschel zum Gegenstand des Wahlkampfes machen zu lassen. Der Bundesminister des Auswärtigen schließt sich diesen Ausführungen an. Mit dem Vizekanzler hält es der Bundesminister für Wirtschaft für zweckmäßig, eine Lösung zu finden, die auf die Lage der Henschelwerke im Zonengrenzgebiet Rücksicht nimmt und eine Arbeitslosigkeit in Kassel verhindert. Das Kabinett ist damit einverstanden 13.

11

Schreiben des Sanierungsbevollmächtigten des Aufsichtsrates der Firma Henschel & Sohn G.m.b.H, Dr. Johannes Semler, vom 18. Sept. 1957 an den BMWi in B 102/22756. - Die Firma mit über 10 000 Beschäftigten im Zonenrandgebiet stellte vor allem Lastkraftwagen und Lokomotiven her. Infolge unerwartet hoher Verluste hatte die Firma ihre Zahlungen eingestellt und am 17. Sept. 1957 die Eröffnung eines gerichtlichen Vergleichsverfahrens zur Abwendung des Konkurses beantragt. Ein zur Überwindung der betrieblichen und finanziellen Krise ausgearbeiteter Sanierungsplan sah u.a. als Überbrückungsmaßnahme die Gewährung eines Sofortkredits vor, der vom Land Hessen verbürgt und vom Bund mit 5 Millionen DM rückverbürgt werden sollte. Der Sanierungsbevollmächtigte hatte in dem Schreiben an den BMWi die bankmäßige Deckung des beabsichtigten Bundeskredites zugesagt. Die Gewährung eines Kredits aus MSA-Mitteln war Bestandteil des Sanierungsplanes.

12

Die nächsten Landtagswahlen fanden am 23. Nov. 1958 statt.

13

Fortgang 196. Sitzung am 9. Okt. 1957 TOP 2.

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