2.47.17 (k1957k): J. Ernennung von Hettlage

Zum Text. Zur Fußnote (erste von 3). Zu den Funktionen. Zum Navigationsmenü. Zum Navigationsbaum

 

Bandbilder:

Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung. Band 10. 1957Das 3. Kabinett Adenauer bei Bundespräsident Theodor HeussTelegramm des FDP-Bundesvorsitzenden Reinhold Maier an  AdenauerEs ist schon wieder fünf Minuten vor Zwölf!CDU-Wahlplakat 1957

Extras:

 

Text

Tagesordnungspunkt als RTF Download

[J. Ernennung von Hettlage]

Außerhalb der Tagesordnung bittet der Bundesminister der Finanzen um die Zustimmung des Kabinetts zu der Ernennung des Herrn Dr. Hettlage 38 zum Ministerialdirektor im Bundesministerium der Finanzen. Er solle die Stelle des in den einstweiligen Ruhestand getretenen Ministerialdirektors Dr. Vialon 39 übernehmen. Dieser werde sich zunächst erholen und habe einen Forschungsauftrag auf dem Gebiet des Haushaltsrechts erhalten. Es sei an seine baldige anderweitige Verwendung gedacht 40. Der Bundesminister der Justiz fragt nach Einzelheiten der Regelung mit Dr. Vialon. Der Bundesminister der Finanzen gibt nähere Erklärungen. Das Kabinett ist mit der Ernennung des Herrn Dr. Hettlage einverstanden.

38

Prof. Dr. Karl Maria Hettlage (1902-1995). 1932-1933 MdL Preußen (Zentrum), 1934-1938 Stadtkämmerer von Berlin, 1938-1951 Vorstandsmitglied der Commerzbank, während des Zweiten Weltkriegs im Reichsministerium für Bewaffnung und Munition bzw. ab 1942 für Rüstung und Kriegsproduktion, dort Leiter des Generalreferats für Wirtschaft und Finanzen, seit 1949 Honorarprofessor für Finanz- und Steuerrecht an der Universität Bonn, seit 1953 ordentlicher Professor für Öffentliches Recht an der Universität Mainz, 1958-1962 BMF (Ministerialdirektor), dort 1958-1959 Leiter der Abteilung II (Bundeshaushalt), 1959-1962 Staatssekretär, 1962-1967 Mitglied der Hohen Behörde der EGKS, 1967-1969 erneut Staatssekretär im BMF.

39

Prof. Dr. Friedrich Karl Vialon (1905-1990). 1929-1937 im Justizdienst, 1937-1942 und 1944-1945 Reichsfinanzministerium, 1942-1944 Leiter der Finanzabteilung beim Reichskommissariat Ostland in Riga, 1945-1950 in der Privatindustrie, 1950-1957 BMF, 1955-1957 Leiter der Unterabteilung II A, 1957 der Abteilung II (jeweils: Bundeshaushalt), 1957-1958 einstweiliger Ruhestand, 1958-1962 Bundeskanzleramt, dort Leiter der u.a. für Wirtschaft, Landwirtschaft, Soziales und Verkehr zuständigen Abteilung II, 1962-1966 Staatssekretär im BMZ, ab 1963 Ermittlungsverfahren wegen Verdachts des Meineids (keine Kenntnis von Vernichtungsaktionen gegen Juden in Riga während des Zweiten Weltkriegs), 1971 Hauptverhandlung vor dem Landgericht Koblenz und Freispruch. - Der neu ernannte Bundesfinanzminister Franz Etzel hatte sich von Vialon getrennt, der als Leiter der Haushaltsabteilung die Haushaltspolitik Schäffers nachhaltig mitgestaltet und ausgeführt hatte.

40

Im September 1958 trat Vialon als Ministerialdirektor in das Bundeskanzleramt ein und wurde dort Leiter der u.a. für Wirtschaft und Landwirtschaft zuständigen Abteilung II.

Extras (Fußzeile):