2.19.4 (k1959k): B. Bericht über die Außenministerkonferenz durch den Bundesminister des Auswärtigen

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[B.] Bericht über die Außenministerkonferenz durch den Bundesminister des Auswärtigen

Der Bundeskanzler teilt mit, daß der Bundesminister des Auswärtigen am Wochenende nach Bonn käme, um am Montag und Dienstag über die Sitzung der Außenminister in Genf zu berichten 8. Soweit er unterrichtet sei, beabsichtige der Bundesminister des Auswärtigen, erst Dienstagabend nach Genf zurückzukehren. Er halte es jedoch für bedenklich, daß der Minister solange von Genf fortbleibe; es wäre wünschenswert, daß er schon am Montag nach Genf zurückkehre. Die Berichterstattung gegenüber dem Kabinett, dem Ausschuß für Auswärtige Angelegenheiten, dem Vorstand der CDU/CSU-Fraktion, der Fraktion selbst und gegenüber der DP-Fraktion müßte entsprechend zeitlich abgestimmt werden. Er werde bis Montagfrüh klären, wann die Kabinettssitzung mit dem Bundesminister des Auswärtigen stattfinden könne.

8

Siehe 64. Sitzung am 29. April 1959 TOP D. - Vgl. dazu das Schreiben Adenauers vom 20. Mai 1959 in Nachlass von Brentano N 1239 Bd. 157, veröffentlicht in Adenauer, Briefe 1957-1959, S. 270-272. - Die erste Sitzungsperiode der Genfer Außenministerkonferenz hatte am 11. Mai 1959 begonnen. - Zur Berichterstattung des Bundesaußenministers Fortgang 67. Sitzung am 25. Mai 1959 TOP 1.

Der Bundeskanzler weist darauf hin, daß in einer Denkschrift des katholischen Bischofs von Berlin 9 der Nachweis dafür erbracht werde, daß die Ostzonenregierung den Atheismus als offizielle staatliche Weltanschauung der Sowjetzone zwangsweise einführen wolle 10. Das müsse in Genf mit aller Deutlichkeit vorgetragen werden. Staatssekretär Thedieck berichtet, daß die deutsche Delegation mit dem entsprechenden Material ausgestattet worden sei 11. Die katholische Kirche sei in Genf ebenfalls vertreten; bisher fehle noch ein Vertreter der evangelischen Kirche 12. Der Bundesinnenminister übernimmt es, wegen dieser Fragen mit Prälat Kunst 13 zu sprechen 14.

9

Bischof von Berlin war von 1957 bis 1961 Julius Kardinal Döpfner (1913-1976).

10

Der Erzbischof von Köln, Josef Kardinal Frings, hatte Adenauer mit Schreiben vom 17. Mai 1959 ein „Weißbuch" Döpfners über die Lage der Kirche in der DDR übersandt. Vgl. dazu das Schreiben ohne Anlage in B 136/5852.

11

Vgl. dazu die undatierte „Aufzeichnung über die Lage der Kirchen in der sowjetischen Besatzungszone" in B 137/1852, weitere Materialien in B 137/1853 und 1854. Diese Unterlagen waren der Delegation nach Genf zugesandt worden. Vgl. dazu das Schreiben des BMG an das AA vom 14. Mai 1959 in B 137/1852, zur Lage der Kirchen in der DDR im Frühjahr 1959 vgl. auch SED und Kirche, S. 277-280.

12

In einem Schreiben vom 27. Mai 1959 an Globke wies Thedieck als Anmerkung zum Protokoll darauf hin, der Bundeskanzler habe „auf Grund einer Mitteilung des Kardinals Döpfner bekanntgegeben, daß ein Vertreter der katholischen Kirche, Herr Prälat Adolph, für Genf zur Verfügung stünde, wenn er benötigt würde. Ich habe diese Mitteilung bestätigt und nicht zum Ausdruck gebracht, daß die katholische Kirche in Genf vertreten sei." (Schreiben in B 136/36207).

13

Korrigiert aus „Kunze". - D. Dr. Hermann Kunst (1907-1999). Ab 1932 Pfarrer in Herford, nach 1933 Mitglied der Bekennenden Kirche, 1940 Superintendent und 1942 Stellvertretender Präses der westfälischen Landeskirche, 1949-1977 Bevollmächtigter des Rates der EKD am Sitz der Bundesregierung, 1956-1972 Militärbischof.

14

Kunst und der Ratsvorsitzende der EKD Bischof Otto Dibelius verständigten sich auf die Entsendung von zwei Vertretern der evangelischen Kirche. Vgl. dazu Kunsts Schreiben an von Brentano vom 23. Mai 1959 in AA B 1, Bd. 120.

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