2.4.4 (k1959k): 3. Gedenkmarke zum 150. Geburtstag von Felix Mendelssohn Bartholdy, BMP

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Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung. Band 12. 1959»Westliche Gipfelkonferenz« in ParisKarikaturenband »Wer hätte das von uns gedacht«Schreiben Eisenhowers an Heuss vom 28. August 1959Portrait Ludger Westrick

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3. Gedenkmarke zum 150. Geburtstag von Felix Mendelssohn Bartholdy, BMP

Der Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen führt hierzu aus, die Fülle der im Bereich der Bundespost geltenden Postwertzeichen gebiete - auch im Interesse einer Übersichtlichkeit für die bei den Postämtern beschäftigten Sortierungskräfte - deren Einschränkung; andererseits sei für 1959 bereits wieder die Herausgabe von vier Sondermarken (Händel 10, von Haydn 11, von Mendelssohn Bartholdy 12, Spohr 13) in Erwägung gezogen worden 14.

10

Georg Friedrich Händel (1685-1759). - 200. Todestag am 14. April 1959.

11

Joseph Haydn (1732-1809). - 150. Todestag am 31. Mai 1959.

12

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847). - 150. Geburtstag am 3. Febr. 1959.

13

Louis Spohr (1784-1859). - 100. Todestag am 22. Okt. 1959.

14

Vorlage des BMP vom 21. Jan. 1959 und weitere Unterlagen in B 257/42185 und B 136/1590. - Der BMP hatte aus „betriebstechnischen Gründen" die an ihn u. a. von der Internationalen Felix Mendelssohn-Bartholdy-Gesellschaft in Basel gerichtete Bitte abgelehnt, zum 150. Geburtstag des Komponisten ein Sonderpostwertzeichen herauszubringen (vgl. dazu Schriftwechsel vom 12. und 21. Juni 1958 in B 257/42185) und im Hinblick auf Händel, Haydn und Spohr lediglich eine Gedenkmarke für Händel vorgesehen. - Mit Schreiben vom 19. Nov. 1958 hatte der Präsident der Gesellschaft und Urenkel des Komponisten, Hugo von Mendelssohn Bartholdy, Adenauer um Unterstützung gebeten und dabei bemerkt, die Ausgabe einer Gedenkmarke biete Gelegenheit, die Diskriminierung des Komponisten zur Zeit des NS-Regimes wegen seiner jüdischen Herkunft teilweise wiedergutzumachen. Im Gegensatz zur Auffassung des BMP hatte das BMI die Herausgabe einer Sondermarke für Mendelssohn-Bartholdy befürwortet und im Falle einer Ablehnung nachteilige Folgen für das kulturelle und politische Ansehen der Bundesrepublik im Ausland befürchtet. Dieser Einschätzung hatte sich auch das Bundeskanzleramt angeschlossen. Vgl. das Schreiben Hugo von Mendelssohns in B 136/1590, die Schreiben des BMI an den BMP vom 13. Aug. 1958 in B 257/42185 und vom 24. Jan. 1959 an Adenauer sowie die Vermerke des Bundeskanzleramtes vom 15. Dez. 1958 und vom 26. Jan. 1959 in B 136/1590.

Der Bundeskanzler übernimmt den Vorsitz.

Der Bundeskanzler gibt zu bedenken, daß im September 1959 die Beethovenhalle in Bonn eingeweiht werde. Mit Rücksicht auf die große musikalische Bedeutung der früheren Beethovenfeste werde die Einweihung der Beethovenhalle mit Sicherheit ein großes Ereignis werden. Van Beethoven 15 sei zweifellos der größte deutsche Komponist gewesen; es sei daher sehr wünschenswert, gerade seiner durch Herausgabe einer Sondermarke zu gedenken, um so mehr als dabei gleichzeitig die Bundeshauptstadt als Geburtsstadt van Beethovens geistig mit einbezogen werde. Als Ergebnis der anschließenden Erörterung, an der sich der Bundeskanzler und die Bundesminister des Innern sowie für das Post- und Fernmeldewesen beteiligen, ergibt sich die allseitige Zustimmung zu der Erklärung des Bundesministers für das Post- und Fernmeldewesen, er wolle nochmals in Überlegungen darüber eintreten, ob nicht an die Herausgabe einer Serie musikalischer Köpfe gedacht werden könne, unter denen sich auch Beethoven befinde. Der Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen bittet abschließend, in Zukunft davon abzusehen, die Frage der Herausgabe von Sondermarken zum Gegenstand einer Erörterung im Kabinett zu machen 16.

15

Ludwig van Beethoven (1770-1827).

16

Stücklen teilte am 26. Febr. 1959 Globke mit, dass an Stelle der Händel-Gedenkmarke ein Musiker-Satz erscheine, in dem auch der 150. Geburtstag von Felix Mendelssohn Bartholdy berücksichtigt werde (Schreiben in B 257/42185 und B 136/1590). - Anlässlich der Eröffnung der Beethovenhalle am 8. Sept. 1959 brachte die Deutsche Bundespost ein u. a. aus den Bildnismarken der fünf Komponisten bestehendes Erinnerungsblatt heraus. Vgl. Amtsblatt des BMP Nr. 84 vom 11. Aug. 1959, S. 556 f. (mit Abbildung), weitere Unterlagen zur Herstellung in B 257/42185.

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