2.48.1 (k1959k): A. Nationalhymne

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Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung. Band 12. 1959»Westliche Gipfelkonferenz« in ParisKarikaturenband »Wer hätte das von uns gedacht«Schreiben Eisenhowers an Heuss vom 28. August 1959Portrait Ludger Westrick

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[A.] Nationalhymne

Der Bundeskanzler teilt mit, Altbundespräsident Professor Heuss habe angefragt, ob es zutreffe, daß - wie ihm berichtet worden sei - der Bundesminister des Innern in einem Erlaß anordnen wolle, bei öffentlichen Veranstaltungen seien künftig 3 Strophen des Deutschlandliedes zu singen 1. Der Bundesminister des Innern erklärt, dies treffe nicht zu; er habe kürzlich bei Beantwortung einer mündlichen Anfrage im Bundestag auf den einschlägigen im Bulletin vom 6. Mai 1952 abgedruckten Briefwechsel zwischen dem früheren Bundespräsidenten und dem Bundeskanzler hingewiesen 2. Nach dem damaligen, noch heute maßgeblichen Schreiben des Bundeskanzlers sei das Deutschlandlied als Nationalhymne anzusehen; bei offiziellen Veranstaltungen solle jedoch nur die 3. Strophe gesungen werden. Der Bundeskanzler bittet den Bundesminister des Innern, dem Altbundespräsidenten hierüber schriftlich zu berichten 3.

1

Vgl. Heuss' Brief an Adenauer vom 6. Dez. 1959 in StBKAH 10.07 und Nachlass Heuss N 1221/62, abgedruckt in Heuss-Adenauer, Unserem Vaterlande, S. 292-294. - Anlass war ein 1959 im Verlag Lutzeyer als „Volks- und Schulausgabe" erschienener Kommentar zum Grundgesetz, in dem der Leiter der für Staatsrecht zuständigen Unterabteilung des BMI Dr. Werner Füßlein alle drei Strophen des „Deutschlandliedes" als Nationalhymne aufgeführt hatte (vgl. Heuss-Adenauer, Unserem Vaterlande, S. 466).

2

In der Sitzung des Bundestages am 12. Nov. 1959 hatte Schröder auf eine entsprechende Frage des SPD-Abgeordneten Ulrich Lohmar zur Tatsache, dass Füßlein alle drei Strophen unter der Bezeichnung „Nationalhymne" abgedruckt hatte, ausdrücklich keine Stellung genommen, indessen darauf hingewiesen, dass der Briefwechsel zwischen Heuss und Adenauer zur Frage der Nationalhymne im Bulletin vom 6. Mai 1952 unter der Überschrift „Das Deutschlandlied ist Nationalhymne" dokumentiert sei. Vgl. Stenographische Berichte, Bd. 44, S. 4877 f., Abdruck des Briefwechsels vom 29. April und 2. Mai 1952 in Bulletin Nr. 51 vom 6. Mai 1952, S. 537, und Heuss-Adenauer, Unserem Vaterlande, S. 111-113, dazu auch 215. Sitzung am 29. April 1952 TOP 8 (Kabinettsprotokolle 1952, S. LXVIII-LXXI und 244).

3

Schreiben des BMI nicht ermittelt. - Adenauer schrieb Heuss am 10. Dez. 1959, dass dessen Befürchtungen unbegründet und keine Änderung bezüglich der Nationalhymne beabsichtigt sei. Heuss zeigte sich in seiner Antwort vom 22. Dez. 1959 jedoch wenig befriedigt. Vgl. die Schreiben in Nachlass Heuss N 1221/62, abgedruckt in Heuss-Adenauer, Unserem Vaterlande, S. 294 f., dazu auch Heuss, Tagebuchbriefe, S. 466. - Fortgang 93. Sitzung am 27. Jan. 1960 TOP 4 (B 136/36121).

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