2.2.4 (k1949k): 4. Demontage

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Kabinettsprotokolle 1949 - TitelblattDas Bundeskabinett am Tage der Vereidigung (20. Sept. 1949)Konrad Adenauer im Gespräch mit Theodor HeussFaksimile der Vorlage der Edition: die Kurzprotokolle der KabinettsitzungenAntrittsbesuch des Bundeskanzlers  bei den Hohen Kommissaren

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4. Demontage

Der Bundeskanzler schlägt vor, auf Grund von ihm gewordenen Informationen 17, daß er in einem Brief an die Hohe Kommission einen sofortigen Stop der Verschrottung der Thyssenhütte und deren Internationalisierung, d. h. Verwaltung und Nutznießung des Werks durch ein internationales Konsortium mit 40% deutscher Beteiligung vorschlägt 18.

17

In einem Gespräch am 12. Sept. 1949 hatte McCloy Adenauer die Ausarbeitung deutscher Gegenvorschläge zur Demontage empfohlen (FRUS 1949 III S. 596). - Zwischen Juli und September 1949 hatte sich Adenauer mehrfach an Bevin, Schuman und McCloy mit der Bitte um Überprüfung der alliierten Demontagepolitik gewandt (vgl. AA 244-04 Demontage Generalia, AA 244-04 August-Thyssen-Hütte Bd. 1, B 102/3875 und FRUS 1949 III S. 594).

18

Im Washingtoner „Abkommen über verbotene und beschränkte Industrien" vom 8. April 1949 (Text des am 13. April von den drei Militärgouverneuren unterzeichneten und am gleichen Tage in Kraft getretenen Abkommens in Harmssen, S. 168-174) hatten sich die Westmächte auf einen revidierten Demontageplan geeinigt. Nach einer Erklärung des amerikanischen Außenministeriums vom 13. April 1949 (ebenda) gehörte die August-Thyssen-Hütte zu neun namentlich genannten Betrieben, die nicht von der Reparationsliste gestrichen worden waren. - Zum Vorschlag der Internationalisierung der August-Thyssen-Hütte vgl. Akten zur Vorgeschichte Bd. 5, Dok. Nr. 81 TOP 12 und insbes. Anm. 34. Mit Schreiben vom 10. Okt. 1949 an den amerikanischen Hochkommissar unterbreitete Adenauer einen entsprechenden Plan (AA 244-04 Demontage Generalia).

Bundesverkehrsminister Dr. Seebohm weist auf die Gefahr hin, daß damit ein Präzedenzfall in ähnlich gelagerten Fällen für die Zukunft geschaffen werden könne.

Der Bundeskanzler schlägt unter Hinweis auf die Washingtoner Verhandlungen 19 vor, daß er unter Zustimmung des Kabinetts in einem Brief an die Hohe Kommission um einen Verschrottungsstop bitten werde, um zu verhüten, daß ein etwaiges positives Ergebnis durch die bereits erfolgte Verschrottung entkräftet werde. Der offizielle Brief wird an den präsidierenden Hohen Kommissar, Botschafter François-Poncet, gerichtet werden. Der amerikanische und britische Hohe Kommissar werden durch inoffizielle Schreiben davon in Kenntnis gesetzt 20.

19

Auf der Konferenz am 15. Sept. 1949 in Washington hatten die drei Westmächte u. a. die Demontagefrage behandelt (vgl. FRUS 1949 III S. 599-603).

20

In der Note vom 3. Okt. 1949 an den französischen Hochkommissar schlug Adenauer Verhandlungen über die Demontagefrage zwischen der Bundesregierung und der AHK vor und bat um einen sofortigen Demontagestop, „bis die alliierten Regierungen eine Entscheidung in dieser Frage getroffen haben" (AA 244-04 August-Thyssen-Hütte Bd. 1). - Fortgang 9. Sitzung am 4. Okt. 1949 TOP 2.

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