2.25.12 (k1951k): C. Beschäftigung Kreipes im Bundesverkehrsministerium

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Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung Band 4. 1951Kabinettssitzung im Palais Schaumburg am 5. Juni 1951.Foto: Die Hochkomissare der drei Westmächte in Deutschland.Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland - Verdienstkreuz am BandeFoto: Otto Lenz

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[C. Beschäftigung Kreipes im Bundesverkehrsministerium]

Der Bundesminister für Verkehr gibt davon Kenntnis, daß in seinem Ministerium der frühere General Kreipe 53 beschäftigt sei. Der Bundeskanzler ist der Ansicht, daß diese Beschäftigung zu Schwierigkeiten führen werde, da Kreipe Träger des Blutordens 54 gewesen sei. Demgegenüber weist der Bundesverkehrsminister darauf hin, daß Kreipe seinerzeit als Fahnenjunker zu dem Blutorden gekommen sei, ohne daß er in irgendeiner Weise dafür oder dagegen etwas getan habe oder hätte tun können 55. Der Bundesminister des Innern bittet, solche Fälle grundsätzlich dem Innenministerium vorher wegen der einheitlichen Behandlung und einer politischen Überprüfung mitzuteilen. Der Bundesminister für den Marshallplan betont zu dem Fall, daß man auch den Beteiligten selbst nur Schaden zufüge, da die Dinge im Ausland naturgemäß völlig anders beurteilt würden als im Inlande. Der Bundeskanzler bittet abschließend nochmals, der Opposition und dem Auslande nicht durch solche Fälle einen billigen Anlaß zu Angriffen zu liefern.

53

Werner Kreipe (geb. 1904). Seit 1922 Berufssoldat; 1942 Chef des Ausbildungswesens im Reichsluftfahrtministerium; August 1944 bis zu seiner Entlassung im Oktober 1944 Chef des Generalstabes der Luftwaffe. Jan. 1951 im BMV, August 1951 Referent, 1954 MinR, 1961 MinDir und 1961-1967 Leiter der Abteilung Luftfahrt im BMV.

54

Der Blutorden war im März 1934 von Hitler für die aktiven Teilnehmer am Putsch vom 9. Nov. 1923 gestiftet worden.

55

Der Orden war nur auf Antrag des Aspiranten oder der zuständigen Hoheitsträger der Partei verliehen worden (siehe Buchheim, Der „Blutorden" der NSDAP in Gutachten des Instituts für Zeitgeschichte, Stuttgart 1958 S. 322 f.). - Den Orden hatten u. a. die ehemaligen aktiv am Putsch beteiligten Angehörigen der Infanterieschule München, an die Kreipe 1923 abgeordnet war, erhalten. - Bescheid der Spruchkammer und weitere Kreipe entlastende Unterlagen in B 134/3354 Bd. 2.

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