2.27.17 (k1951k): C. Konsumbrot

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Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung Band 4. 1951Kabinettssitzung im Palais Schaumburg am 5. Juni 1951.Foto: Die Hochkomissare der drei Westmächte in Deutschland.Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland - Verdienstkreuz am BandeFoto: Otto Lenz

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[C.] Konsumbrot

Auf Wunsch des Kabinetts berichtet der Bundesernährungsminister über die bisherige Entwicklung 57. Die jetzigen Schwierigkeiten bestünden nach der Behauptung des Bäckerhandwerks darin, daß nicht genügend Konsumbrotmehl zur Verfügung gestellt werde 58. Demgegenüber behaupteten die Mühlen, daß das für Konsumbrot gelieferte Mehl für andere Zwecke verwendet werde. Zur gleichen Zeit, zu der die Kabinettssitzung stattfinde, würden in seinem Ministerium Verhandlungen wegen des Konsumbrotes geführt 59. Er halte eine Verknappung bei Konsumbrot für möglich, da die Brotpreissteigerung eine Abwanderung zum Konsumbrot begünstige. Er rechne daher auch mit einer Verdreifachung des Verbrauches, was höhere Subventionen bedinge.

57

Vgl. 126. Sitzung am 30. Jan. 1951 TOP B. - In einer Besprechung mit den Interessenvertretern am 20. Febr. 1951 hatten die Vertreter der Bundesregierung einer Erhöhung des Preises für 1,5 kg um zwei Pfennige ab 22. Febr. 1951 zugestimmt (Vermerk vom 2. März 1951 in B 116/9097). - Vgl. dazu auch die Pressekonferenz am 29. März 1951 in B 145 I/13.

58

Vgl. die Schreiben des Zentralverbandes des Bäckerhandwerks vom 27. März 1951 an den Bundeskanzler und den BML in B 136/715.

59

Liste der Teilnehmer an dieser Besprechung in B 116/9097.

Der Bundesernährungsminister geht außerdem auf die Schwierigkeiten ein, die bei der Beschaffung des für die Konsumbrotmehlherstellung erforderlichen Roggens durch den Ausfall der Lieferungen aus den Satellitenstaaten entstanden sind 60. Die inländische Roggenablieferung sei unbefriedigend 61.

60

Polen, Ungarn und die Tschechoslowakei hatten die Getreidelieferungen mit der Begründung zurückgehalten, daß sie die in den Handelsverträgen zugesagten Lieferungen aus der Bundesrepublik nicht erhalten hätten (vgl. den Vermerk vom 7. Febr. 1951 in B 116/36269).

61

In der Zeit vom 1. Juli 1950 bis zum 28. Febr. 1951 waren im Vergleich zum Vorjahr nur 64% der Roggenmenge abgeliefert worden (Vermerk vom 7. März 1951 in B 116/36266).

Der Vizekanzler stellt fest, daß die Kabinettsmitglieder nicht unterrichtet worden und daher auch nicht in der Lage seien, auf Fragen antworten zu können. Er weist erneut auf die Notwendigkeit hin, daß die Kabinettsmitglieder sofort über alle wichtigen Vorgänge unterrichtet werden müssen und bittet den Bundesernährungsminister, das Entsprechende zu veranlassen und den Kabinettsmitgliedern auch Kenntnis von dem Ergebnis der heutigen Verhandlungen in seinem Ministerium zu geben 62.

62

Nicht ermittelt. - Fortgang 154. Sitzung (Fortsetzung) am 20. Juni 1951 TOP H.

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