2.30.16 (k1951k): B. Bauarbeiterlöhne

Zum Text. Zur Fußnote (erste von 4). Zu den Funktionen. Zum Navigationsmenü. Zum Navigationsbaum

 

Bandbilder:

Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung Band 4. 1951Kabinettssitzung im Palais Schaumburg am 5. Juni 1951.Foto: Die Hochkomissare der drei Westmächte in Deutschland.Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland - Verdienstkreuz am BandeFoto: Otto Lenz

Extras:

 

Text

Tagesordnungspunkt als RTF Download

[B.] Bauarbeiterlöhne

Der Bundesminister für Wohnungsbau befürchtet von einer Erhöhung der Bauarbeiterlöhne ernste Rückwirkungen auf den Wohnungsbau. Der Bauarbeiter fordere eine 30%ige Erhöhung 67. Das eingesetzte Schiedsgericht werde wahrscheinlich 20% beschließen 68. Die Bauindustrie könne einen Streik nicht aushalten, weil sie laufende Verpflichtungen zu erfüllen habe. Auch öffentliche Stellen erklärten, daß die Bauten auch um den Preis von Lohnerhöhungen termingemäß fertiggestellt werden müßten. Er befürchte Auswirkungen auf das Bauhilfsgewerbe und andere Wirtschaftszweige.

67

Die IG Bau-Steine-Erden hatte am 28. Febr. 1951 den Tarifvertrag zum 30. April 1951 gekündigt (Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 7. März 1951).

68

Die vom Schiedsgericht vorgeschlagene Lohnerhöhung von 13% in zwei Etappen wurde von den Tarifparteien akzeptiert (Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 21. April 1951).

Staatssekretär Dr. Lenz teilt mit, daß die Gewerkschaften es abgelehnt hätten, auf die lohnfordernden Arbeiter mäßigend einzuwirken, weil das von der Bundesregierung beschlossene Wirtschaftsprogramm weitere Preissteigerungen vorsehe 69.

69

Zu den Besprechungen mit Gewerkschaftsvertretern vgl. 140. Sitzung am 10. April 1951 TOP C.

Dr. Ernst weist darauf hin, daß mit den Gewerkschaften erneut Fühlung genommen werden müsse 70, denn die Preissteigerungen seien von den Vertretern der Bundesregierung in wiederholten Besprechungen mit den Gewerkschaften erwähnt worden, und zwar in einem höheren Maße als sie tatsächlich eingetreten seien. Die Ablehnung des Eingreifens durch die Gewerkschaften sei deshalb in keiner Weise begründet.

70

Vgl. den Bericht von A. Stenzel vom 27. April 1951 über eine Besprechung von Gewerkschaftsvertretern mit Ernst am 26. April 1951 über Lebensmittelpreise (DGB-Archiv).

Extras (Fußzeile):