2.33.10 (k1951k): C. Vorwürfe gegen Dr. Grimme

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Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung Band 4. 1951Kabinettssitzung im Palais Schaumburg am 5. Juni 1951.Foto: Die Hochkomissare der drei Westmächte in Deutschland.Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland - Verdienstkreuz am BandeFoto: Otto Lenz

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[C. Vorwürfe gegen Dr. Grimme]

Der Bundesminister für Angelegenheiten des Bundesrates erwähnt einen Artikel in der „Frankfurter Allgemeinen" vom 27.4.51 29, nach dem in dem Buch „Die rote Kapelle" von Roeder 30 Vorwürfe gegen Dr. Grimme 31 erhoben werden. Der Minister hält es für notwendig, Dr. Grimme einmal zu veranlassen, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Die Mehrheit des Kabinetts ist der gleichen Ansicht 32.

29

Der Artikel „Was war die ,Rote Kapelle'?" berichtete, daß Roeder in einer SRP-Versammlung in Lüneburg erklärt habe, die Mitglieder der „Roten Kapelle" seien keine Widerstandskämpfer, sondern Landesverräter und Spione gewesen. Er hatte dabei auch Adolf Grimme erwähnt.

30

Dr. iur. Manfred Roeder (geb. 1900). Bis 1931 Tätigkeit in Wirtschaft und Landwirtschaft; 1935 Eintritt in die Luftwaffenjustiz; 1941 Oberstkriegsgerichtsrat; 1942 Generalrichter; Chefankläger im Prozeß gegen die Mitglieder der Widerstandsgruppe „Die Rote Kapelle". Vgl.: Manfred Roeder, Die Rote Kapelle. Aufzeichnungen des Generalrichters Dr. M. Roeder. Hamburg 1952. - Im Protokolltext: Röder.

31

Adolf Grimme (1889-1963). 1930-1932 preußischer Kultusminister. 1942 wegen Verbindung zur Widerstandsgruppe „Die Rote Kapelle" zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. 1946-1947 Volksbildungsminister in Hannover; 1947-1948 Kultusminister in Niedersachsen; 1948-1956 Generaldirektor des NWDR.

32

In seiner Stellungnahme zu den Anwürfen Roeders hob Grimme hervor, daß er wegen Nichtanzeige eines Vorhabens des Hochverrats, nicht aber wegen Landesverrat verurteilt worden sei (Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 4. Mai 1951). - Vgl. auch: Adolf Grimme, Briefe, hrsg. v. Dieter Sauberzweig und Ludwig Fischer. Heidelberg 1967, S. 160-163.

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