2.7.12 (k1951k): 12. Große Ausstellung 1952 zu Düsseldorf, BMWi

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Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung Band 4. 1951Kabinettssitzung im Palais Schaumburg am 5. Juni 1951.Foto: Die Hochkomissare der drei Westmächte in Deutschland.Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland - Verdienstkreuz am BandeFoto: Otto Lenz

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12. Große Ausstellung 1952 zu Düsseldorf, BMWi

Der Bundesminister für Wirtschaft begründet die Zweckmäßigkeit einer Zuschußgewährung in der Höhe von 1,5 Millionen DM für die große Ausstellung in Düsseldorf, die für 1952 geplant ist 33. Die wirtschaftliche und politische Bedeutung einer solchen Ausstellung wie auch ihre Bedeutung für den Fremdenverkehr und für die Förderung der Rationalisierung in der Industrie und in der Landwirtschaft wird von mehreren Kabinettsmitgliedern betont.

33

Vgl. 35. Sitzung am 13. Jan. 1950 TOP 7. - Vorlage des BMWi vom 20. Okt. 1950 mit dem Haushaltsplan für die Ausstellung in B 102/4288. - Die Ausstellung, die seit 1947 von Industrieverbänden, dem nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerium und der Stadt Düsseldorf geplant war, sollte unter dem Thema „Rationalisierung - Leistungssteigerung - Lebensstandard" einen Überblick über den Entwicklungsstand der deutschen Wirtschaft am Ende des Marshall-Plans geben.

Der Bundesminister für Verkehr macht darauf aufmerksam, daß Bayern für das Jahr 1952 eine große Verkehrsausstellung plane, und beantragt, daß das Kabinett sich auch zu der Förderung dieser Ausstellung grundsätzlich bereiterklären soll 34.

34

Die Verkehrsausstellung fand vom 20. Juli bis 11. Okt. 1953 in München statt (Unterlagen in B 108/7388, 9446 und 9923).

Der Bundesminister der Finanzen erklärt, keine grundsätzlichen Bedenken zu erheben. Voraussetzung für die Förderung durch den Bund sei aber in allen Fällen eine gleiche Beteiligung des Landes und der Stadt, wobei er auch die Möglichkeit bejaht, daß der Bund zunächst in Vorlage tritt. Was die Höhe des Förderungsbeitrages anlange, müsse er aber eine Übersicht über alle Veranstaltungen dieser Art haben und sich vorbehalten, die Mittel, die für diesen Zweck haushaltsmäßig verfügbar gemacht werden können, auf die einzelnen Veranstaltungen aufzuteilen. Zunächst habe er für Düsseldorf im Jahre 1951 400 000 DM und im Jahre 1952 200 000 DM vorgesehen 35.

35

Schäffer bestätigte diese Zahlen in seinem Schreiben an Erhard vom 20. Febr. 1951 (ebenda).

Die vom Bundesminister der Finanzen kritisierte Höhe der veranschlagten Kosten für Düsseldorf von 4,5 Millionen DM erklärt der Bundesminister für Wirtschaft mit dem Hinweis, daß beabsichtigt sei, den Kern der Ausstellung in Form einer Wanderschau allen Teilen Deutschlands zugänglich zu machen.

Auf Anregung des Bundesministers für Arbeit beschließt das Kabinett, daß unter der Federführung des Bundesministers für Wirtschaft die beteiligten Bundesminister für den Marshallplan, für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und des Innern zusammen mit dem Kuratorium der Ausstellung Verhandlungen über die Höhe der Beitragsleistung des Bundes führen sollen 36.

36

Liste der Mitglieder des Kuratoriums, die an der Besprechung teilnehmen sollten, in einem Schreiben des Kuratoriums vom 24. Jan. 1951 an das BMWi ebenda. - Die Besprechung fand am 1. Febr. 1951 im BMWi statt. Der Vertreter des BMF erklärte erneut, einen größeren Betrag als DM 600 000 ohne die Zustimmung des Haushaltsausschusses des BT als Zuschuß des Bundes nicht bewilligen zu können (Niederschrift und weitere Unterlagen über die Vorbereitung der Ausstellung, die vom 18. Juli bis 16. Aug. 1953 stattfand, ebenda). - Fortgang hierzu 194. Sitzung am 8. Jan. 1952 TOP 6.

Im Anschluß daran macht der Bundesminister für den Marshallplan auf die ERP 37-Schau am 30.3.1951 aufmerksam, die durch den Bundespräsidenten eröffnet und wegen ihrer politischen Ausrichtung und Bedeutung von möglichst vielen Kabinettsmitgliedern zur Eröffnung besucht werden soll 38.

37

Das European Recovery Program (ERP), nach seinem Initiator auch Marshall-Plan genannt, beruhte auf dem amerikanischen Auslandshilfegesetz vom 3. April 1948.

38

Am 20. April 1951 begann der „Europa-Zug", ein aus sieben Wagen bestehender Marshall-Plan-Ausstellungszug seine Fahrt durch die Bundesrepublik (vgl. dazu die Ansprache Stikkers in U. S. Archiv-Dienst 1951 S. 178 f.). - Siehe auch 8. Bericht über Deutschland, 1. Juli bis 30. Sept. 1951, hrsg. vom amerikanischen Hochkommissar S. 8, die Mitteilungen des BPA Nr. 263/51 vom 5. April und Nr. 460/51 vom 8. Juni 1951 und die Eintragung Seebohms vom 18. April 1951 (NL Seebohm/7) und Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 21. April 1951.

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