2.32.3 (k1955k): 1. Bericht des Bundesministers Balke über seine Reise nach Persien usw., BMP

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1. Bericht des Bundesministers Balke über seine Reise nach Persien usw., BMP

Der Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen berichtet über seine Reise nach Teheran, Beirut und Istanbul 9. Es sei der Wunsch der iranischen Regierung, sich bei der Modernisierung des Post- und Fernmeldewesens durch die deutsche Postverwaltung beraten zu lassen. Daraus würde sich auch eine Reihe von Lieferungsaufträgen ergeben. Im Libanon bestünde für die deutsche Wirtschaft die Möglichkeit zu einer aktiveren Beteiligung, z.B. an Straßenbauprojekten. In der Türkei müsse die deutsche Wirtschaft bei der Entwicklung des Landes mithelfen. Wichtig sei in allen Ländern des nahen Orients auch die deutsche Mitarbeit auf kulturellem Gebiet 10.

9

Am 13. Juni 1955 war Balke auf Einladung der iranischen Regierung zu „Besprechungen über organisatorische und technische Fragen des Post- und Fernmeldewesens" in den Iran gereist (Bulletin vom 15. Juni 1955, S. 901). Unterlagen zu dieser Reise konnten nicht ermittelt werden.

10

Seebohm notierte hierzu: „Flug nach Teheran, Beirut, Istanbul: sehr freundliche Aufnahme. Abkommen im Fernmeldewesen: Auftragssumme 50-60 Mio. DM. Beschluß: Einführung des deutschen Systems unter Beratung der Deutschen Bundespost" (N 1178/8d).

Der Bundeskanzler unterstreicht die Notwendigkeit einer engen wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit dem nahen Orient. Er betont, eine stärkere kulturelle Arbeit Deutschlands sei die Voraussetzung für wirtschaftliche Erfolge. Die Frage der Intensivierung der kulturellen Arbeit im Ausland müsse sofort zwischen den Bundesministern des Auswärtigen, des Innern, der Finanzen, für Wirtschaft sowie für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten besprochen werden 11. Der Bundesminister für Wirtschaft stimmt dem zu und erklärt, die kulturelle Arbeit als Voraussetzung für wirtschaftliche Beziehungen sei wichtiger als unmittelbare wirtschaftliche Hilfen.

11

Unterlagen hierzu nicht ermittelt.

Der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit kommt darauf zu sprechen, daß die amerikanischen Stellen bei den Verhandlungen mit der Türkei in Paris nicht einig seien 12. Der Bundeskanzler beauftragt das Auswärtige Amt, wegen der Wichtigkeit der türkischen Armee und der Bedeutung des nahen Orients überhaupt mit den Stellen der USA Verbindung aufzunehmen.

12

Nicht ermittelt. - Vgl. Seebohm: „Blücher: Auseinanderlaufen bei Türkenverhandlungen in Paris: US Finanzministerium gegen State Department. Europäer zeigen mehr Entgegenkommen als Amerikaner" (ebenda).

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