2.36.3 (k1955k): 3. Mitteilung über die in Aussicht genommene Besetzung von auswärtigen Vertretungen, AA

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Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung. Band 8. 1955Theodor Heuss und Franz-Josef StraußBundestagspräsident Eugen Gerstenmaier vereidigt Hans-Joachim von MerkatzPlakat: Wir wollen ein ehrliches Europa. CDU SaarBundesverteidigungsminister Blank, die Generäle Adolf Heusinger und Hans Speidel

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3. Mitteilung über die in Aussicht genommene Besetzung von auswärtigen Vertretungen, AA

Das Kabinett nimmt die Vorschläge für die Besetzung

a)

der Botschaft in Monrovia

b)

der Gesandtschaft in San José de Costa Rica

c)

der Botschaft in Lima

d)

des Generalkonsulats in Algier

e)

der Botschaft in Belgrad

f)

der Botschaft in Brüssel und

g)

der Botschaft in La Paz

ohne Bedenken zur Kenntnis 6. Was den Vorschlag für die Besetzung der Botschaft in Brüssel durch den Gesandten Dr. Karl-Friedrich Ophüls 7 anbelangt, so erklärt Ministerialdirektor Dr. Löns auf Befragen, daß als Nachfolger für Dr. Ophüls der zur Zeit in Straßburg bei der ständigen Vertretung der Bundesrepublik beim Europarat eingesetzte Dr. Carstens 8 vorgesehen sei. Verschiedene Kabinettsmitglieder heben die Verdienste des Dr. Carstens hervor, die dieser sich in Straßburg im Laufe seiner bisherigen Tätigkeit erworben habe 9 und bringen den Wunsch zum Ausdruck, bei der Neubesetzung für diese Position eine gleichwertige Persönlichkeit vorzusehen. Über die Besetzung des Generalkonsulats in Amsterdam durch den Botschaftsrat Dr. Carl von Holten 10 soll erst entschieden werden, wenn der Bundesminister für besondere Aufgaben Dr. Tillmanns Gelegenheit gehabt hat, mit dem Bundesminister des Auswärtigen die Angelegenheit Dr. Budde 11 zu besprechen 12.

6

Die Anlagen zum Protokoll dieser Sitzung enthielten folgende Besetzungsvorschläge: zu a) Konsul I. Klasse Dr. Richard Bottler, zu b) Gesandtschaftsrat I. Klasse Dr. Georg Korth, zu c) Botschaftsrat Dr. Joseph Fischer, zu d) Legationsrat I. Klasse Heinrich Hendus, zu e) Generalkonsul a. D. Dr. Karl Georg Pfleiderer, zu f) Gesandter Dr. Carl Friedrich Ophüls und zu g) Generalkonsul Paulus von Stolzmann.

7

Dr. Carl Friedrich Ophüls (1895-1970). Seit 1918 im Justizdienst (1940 Landgerichtsdirektor); 1948 Oberregierungsrat im Rechtsamt der Verwaltung des Vereinigten Wirtschaftsgebiets; 1949-1952 BMJ (1950 Ministerialrat); 1952-1955 AA, Gesandter und Leiter der Unterabteilung „Zwischenstaatliche und überstaatliche Organisationen", 1955-1958 Botschafter in Brüssel, 1958-1960 ständiger Vertreter bei der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und der Europäischen Atomgemeinschaft.

8

Prof. Dr. Karl Carstens (1914-1992). 1945-1949 Rechtsanwalt und (1945-1947) Tätigkeit als Referent beim Senator für Justiz und Verfassung in Bremen; 1949-1954 Bevollmächtigter Bremens beim Bund; 1954-1966 AA, 1954-1955 Gesandter und Leiter der ständigen Vertretung der Bundesrepublik beim Europarat, 1955-1958 stellvertretender Leiter der Politischen Abteilung, 1958-1960 Leiter der Europaabteilung (1955 Min.Dirig., 1958 Min.Dir.), 1960-1966 StS und (ab 1961) ständiger Vertreter des Bundesaußenministers; 1967 StS BMVtg; 1968-1969 Chef des Bundeskanzleramts; 1969-1972 Leiter des Forschungsinstituts der deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik; 1972-1979 MdB (CDU), 1973-1976 Fraktionsvorsitzender, 1976-1979 Präsident des Deutschen Bundestages; 1979-1984 Bundespräsident. - 1950-1973 Lehrtätigkeit für Staats- und Völkerrecht an der Universität Köln (1960 Ordinarius).

9

Vgl. hierzu Carstens, Erinnerungen, S. 191-194.

10

Dr. Carl von Holten (geb. 1899). Seit 1925 im auswärtigen Dienst, 1937 Übersiedlung nach Schweden und Versetzung in den Wartestand, 1942 Versetzung in den Ruhestand; 1945-1950 Tätigkeit im Schwedischen Außenministerium (Büro für deutsche Angelegenheiten); 1950 Wiedereintritt in den Auswärtigen Dienst, 1950-1955 Botschaft Kopenhagen (1953 Botschaftsrat), 1955-1959 Generalkonsul in Amsterdam, 1959-1964 Botschafter in Oslo.

11

Dr. Eugen Budde (geb. 1901). Seit 1925 im Auswärtigen Dienst, 1939 Versetzung in den Wartestand, 1940 entlassen; 1939-1941 Wirtschaftsberater in der Schweiz; 1941-1945 Generalsekretär des internationalen Mühlenkartells und einer Maschinenbaufabrik in Monza (Italien); 1945 Rückkehr nach Deutschland, Anerkennung als politisch Verfolgter des NS-Regimes; Tätigkeit als Sachverständiger für Völkerrechts-, Besatzungsrechts- und Wiedergutmachungsfragen; 1947 Abteilungsleiter beim Deutschen Städtetag und Mitglied des Außenpolitischen Ausschusses der CDU in der britischen Zone.

12

Hierzu notierte Seebohm u.a. „Dr. Budde, für Amsterdam vorgesehen [vgl. 65. Sitzung am 19. Jan. 1955 TOP 6], läßt sich nicht verwenden. 1951 bei US Kommission unvertretbar benommen" (N 1178/8d). - Fortgang 94. Sitzung am 10. Aug. 1955 TOP 5.

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