3.1.1 (k1969k): Der Bundeskanzler und die Bundesminister

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Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

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Text

Der Bundeskanzler und die Bundesminister

Der Bundeskanzler

Bis 20. Okt. 1969:

Kurt Georg Kiesinger (1904-1988)

Ab 1935 Rechtsanwalt beim Kammergericht Berlin, 1940-1945 Rundfunkpolitische Abteilung des AA, dort 1943 stellvertretender Abteilungsleiter, 1945-1946 amerikanisches Internierungslager Ludwigsburg, ab 1948 Rechtsanwalt in Tübingen, 1948-1951 Geschäftsführer des CDU-Landesverbands Württemberg-Hohenzollern, 1949-1959 und 1969-1980 MdB, dort 1954-1959 Vorsitzender des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten, 1956-1958 MdEP (CDU), 1958-1966 Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, 1960-1966 MdL Baden-Württemberg, 1963-1966 Bevollmächtigter der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Angelegenheiten im Rahmen des Vertrages über die deutsch-französische Zusammenarbeit, 1966-1969 Bundeskanzler, 1967-1971 Bundesvorsitzender der CDU.

Seit 21. Okt. 1969:

Willy Brandt (1913-1992)

Mitglied der sozialistischen Jugendbewegung, 1931 Übertritt von der SPD zur SAP, 1933 Flucht über Dänemark nach Norwegen, 1940 nach Schweden, 1945 Korrespondent für skandinavische Zeitungen in Deutschland, 1947 Presseattaché an der norwegischen Vertretung (Militärmission) beim Alliierten Kontrollrat in Berlin, 1948 Vertretung des SPD-Vorstandes in Berlin und bei den alliierten Kontrollbehörden, Wiedereinbürgerung, 1949-1957, 1961 und 1969-1992 MdB (SPD), 1950-1969 Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, 1955-1956 dessen Präsident, 1957-1966 Regierender Bürgermeister von Berlin, 1964-1987 Vorsitzender der SPD, 1966-1969 Bundesminister des Auswärtigen, 1969-1974 Bundeskanzler, 1976-1992 Vorsitzender der Sozialistischen Internationale.

Der Stellvertreter des Bundeskanzlers und Bundesminister des Auswärtigen

Bis 20. Okt. 1969:

Willy Brandt (1913-1992) siehe Der Bundeskanzler

Seit 22. Okt. 1969:

Walter Scheel (geb. 1919)

1939-1945 Kriegsdienst, 1945-1953 Tätigkeit bei den Stahlwerken Solingen, zuletzt als Prokurist und Geschäftsführer, 1950-1953 MdL Nordrhein-Westfalen (FDP), 1953-1961 selbstständiger Wirtschaftsberater bzw. seit 1958 Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts „Intermarket" und der Finanzfirma „Interfinanz", 1953-1974 MdB, 1956-1961 MdEP, 1961-1966 Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, 1967-1969 Vizepräsident des Deutschen Bundestages, 1968-1974 Bundesvorsitzender der FDP, 1969-1974 Bundesminister des Auswärtigen und Stellvertreter des Bundeskanzlers, 1974-1979 Bundespräsident.

Der Bundesminister des Innern

Bis 20. Okt. 1969:

Ernst Benda (1925-2009)

1943-1946 Reichsarbeitsdienst, Kriegsdienst und Gefangenschaft, 1946-1951 Studium der Rechtswissenschaften sowie der Journalistik und Politischen Wissenschaften, 1951-1955 Juristischer Vorbereitungsdienst, 1955-1971 Tätigkeit als Rechtsanwalt, 1946 Eintritt in die CDU, 1952-1954 Vorsitzender der Jungen Union in Berlin, 1955-1957 Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin, 1957-1971 MdB (CDU), 1967-1968 Parlamentarischer Staatssekretär beim BMI, 1968-1969 Bundesminister des Innern, 1969-1971 Mitglied des Vorstandes der CDU/CSU-Fraktion, 1971-1983 Präsident des Bundesverfassungsgerichts, seit 1978 Honorarprofessor an der Universität Trier, 1984-1993 Professor für Öffentliches Recht mit Schwerpunkt Verfassungsrecht an der Universität Freiburg i. Br., 1967-1970 Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, 1995 Präsident des 26. Deutschen Evangelischen Kirchentages.

Seit 22. Okt. 1969:

Hans-Dietrich Genscher (geb. 1927)

1945 Kriegsdienst und Gefangenschaft, 1946 Eintritt in die Liberal-Demokratische Partei Deutschlands (LDPD), 1949 Referendar am Amtsgericht Halle an der Saale, 1952 nach Flucht in die Bundesrepublik Eintritt in die FDP, seit 1954 Tätigkeit als Rechtsanwalt in Bremen, 1956-1959 wissenschaftlicher Angestellter der FDP-Bundestagsfraktion, 1959-1965 deren Geschäftsführer, 1962-1964 Bundesgeschäftsführer der FDP, 1965-1998 MdB, dort 1965-1969 Parlamentarischer Fraktionsgeschäftsführer, 1969-1974 Bundesminister des Innern, 1974-1982 und 1982-1992 Bundesminister des Auswärtigen und Stellvertreter des Bundeskanzlers, 1968-1974 stellvertretender, 1974-1985 Bundesvorsitzender der FDP.

Der Bundesminister der Justiz

Bis 26. März 1969:

Dr. Dr. Gustav W. Heinemann (1899-1976)

Seit 1926 Anwaltstätigkeit, 1928-1949 zugleich Justitiar bzw. (seit 1936) Vorstandsmitglied der Rheinischen Stahlwerke AG in Essen, 1945-1967 Mitglied des Rates der EKD, 1946-1949 Oberbürgermeister von Essen, 1946-1950 MdL Nordrhein-Westfalen (CDU), 1947-1948 Justizminister des Landes Nordrhein-Westfalen, 1949-1950 Bundesminister des Innern, 1949-1955 Präses der Synode der EKD, 1951 Gründer der Notgemeinschaft für den Frieden Europas, 1952 Austritt aus der CDU und Gründung der Gesamtdeutschen Volkspartei (GVP), 1957 nach deren Auflösung Anschluss an die SPD, 1957-1969 MdB, dort 1965 Vorsitzender des Sonderausschusses Parteiengesetz, 1966-1969 Bundesminister der Justiz, 1969-1974 Bundespräsident.

26. März bis 20. Okt. 1969:

Prof. Dr. Horst Ehmke (geb. 1927)

1946-1951 Studium der Rechtswissenschaften und der Volkswirtschaftslehre, der Politikwissenschaft und der Geschichte, 1947 Eintritt in die SPD, 1952-1956 Mitarbeiter bei der SPD-Bundestagsfraktion, 1956-1960 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Research Associate der Law School der University of California, Berkeley, Kalifornien, 1960 Privatdozent an der Universität Bonn, 1961-1967 Professor für Öffentliches Recht an der Universität Freiburg i. Br., 1967-1969 Staatssekretär im BMJ, 1969-1994 MdB, 1969 Bundesminister der Justiz, 1969-1972 Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes, 1972-1974 Bundesminister für Forschung und Technologie und für das Post- und Fernmeldewesen, 1973-1991 Mitglied des SPD-Parteivorstandes, 1977-1991 stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion.

Seit 22. Okt. 1969:

Gerhard Jahn (1927-1998)

1945-1946 Verwaltungsangestellter, nach Abitur und Studium der Rechts- und Staatswissenschaften ab 1957 Tätigkeit als Rechtsanwalt und ab 1966 als Notar, 1949 Eintritt in die SPD, 1950-1954 Sekretär des SPD-Unterbezirks Marburg-Frankenberg, 1957-1990 MdB (SPD), dort 1961-1963, 1965-1967 und 1974-1990 Parlamentarischer Fraktionsgeschäftsführer, 1967-1969 Parlamentarischer Staatssekretär im AA, 1969-1974 Bundesminister der Justiz, 1974-1975 Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung, 1978-1990 Mitglied der Parlamentarischen Kontrollkommission, 1975-1977 und 1979-1982 als Vertreter der Bundesrepublik Deutschland Mitglied der Menschenrechtskommission der UNO, 1979-1995 Präsident des Deutschen Mieterbundes.

Der Bundesminister der Finanzen

Bis 20. Okt. 1969:

Franz Josef Strauß (1915-1988)

1939-1945 Kriegsdienst und Gefangenschaft, 1946-1949 Landrat in Schongau, 1948-1953 Generalsekretär der CSU, 1948-1949 Mitglied des Wirtschaftsrates des Vereinigten Wirtschaftsgebietes, 1949-1978 MdB, dort 1949-1953 geschäftsführender Vorsitzender der CSU-Landesgruppe und stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion, 1953-1957 und 1963-1966 Vorsitzender der CSU-Landesgruppe, 1952-1961 stellvertretender Vorsitzender der CSU, 1953-1955 Bundesminister für besondere Aufgaben, 1955-1956 Bundesminister für Atomfragen, 1956-1962 Bundesminister für bzw. (ab 1961) der Verteidigung, 1961-1988 Vorsitzender der CSU, 1966-1969 Bundesminister der Finanzen, 1978-1988 MdL Bayern und Bayerischer Ministerpräsident.

Seit 22. Okt. 1969:

Alex Möller (1903-1985)

1919-1923 Tätigkeit als Bahnangestellter und nebenberuflicher Redakteur des „Dortmunder Tageblatts", 1922 Eintritt in die SPD, 1928 Mitglied des Preußischen Landtags, nach 1933 Tätigkeit als Versicherungsvertreter, ab 1936 für die Karlsruher Lebensversicherungs AG, dort 1943 Prokurist und Abteilungsleiter und 1944 stellvertretendes Vorstandsmitglied, 1945-1969 Vorsitzender des Vorstands, 1946-1969 MdL Württemberg-Baden bzw. ab 1952 Baden-Württemberg (SPD), 1950-1961 Fraktionsvorsitzender, 1961-1976 MdB, dort 1964-1969 und 1972-1976 stellvertretender Fraktionsvorsitzender, 1962-1966 Landesvorsitzender der SPD in Baden-Württemberg, 1969-1971 Bundesminister der Finanzen, 1973-1979 Vorsitzender der Kontrollkommission der SPD.

Der Bundesminister für Wirtschaft

Prof. Dr. Karl Schiller (1911-1994)

Nach dem Studium der Volkswirtschaft und Soziologie 1934-1935 Assistent an der Universität Heidelberg, ab 1935 beim Institut für Weltwirtschaft, Kiel, dort ab 1936 Leiter der Forschungsgruppe Marktordnung und Außenwirtschaft, 1941-1945 Kriegsdienst und 1944 Berufung an die Universität Rostock, 1945-1946 Leiter der Hamburger Außenstelle des Instituts für Weltwirtschaft, seit 1946 Mitglied der SPD, 1946 Gastprofessor an der Universität Kiel, seit 1947 ordentlicher Professor für Volkswirtschaftslehre und Direktor des Instituts für Außenhandel und Überseewirtschaft an der Universität Hamburg, dort 1956-1958 Rektor, seit 1947 Mitglied des wissenschaftlichen Beirats bei der Verwaltung für Wirtschaft des Vereinigten Wirtschaftsgebietes bzw. ab 1949 beim BMWi, 1948-1953 Senator für Wirtschaft und Verkehr der Freien und Hansestadt Hamburg, 1949-1957 Mitglied der Hamburger Bürgerschaft, 1961-1965 Senator für Wirtschaft in Berlin, 1962-1972 Mitglied des Parteivorstands und ab 1966 Mitglied des Präsidiums der SPD, 1965-1972 MdB, dort stellvertretender Vorsitzender und wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion, 1966-1971 Bundesminister für Wirtschaft, 1971-1972 Bundesminister für Wirtschaft und Finanzen, 1972 Austritt aus der SPD, 1973-1979 Präsident des Verwaltungsrates der privaten Entwicklungsgesellschaft für Mittel- und Südafrika EDESA (Economic Development Corporation for Equatorial and Southern Africa), 1980 erneut Eintritt in die SPD.

Der Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Bis 20. Okt. 1969:

Hermann Höcherl (1912-1989)

1940-1945 Kriegsdienst und Gefangenschaft, 1948-1949 Rechtsanwalt in Regensburg, 1949 Eintritt in die CSU, 1950-1951 Staatsanwalt in Deggendorf, 1951-1953 Amtsgerichtsrat in Regensburg, 1953-1976 MdB, dort 1957-1961 Vorsitzender der Landesgruppe der CSU und stellvertretender Fraktionsvorsitzender, 1961-1965 Bundesminister des Innern, 1965-1969 Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, 1969-1972 stellvertretender Vorsitzender der Landesgruppe der CSU und erneut stellvertretender Fraktionsvorsitzender, Vorsitzender des Vermittlungsausschusses.

Seit 22. Okt. 1969:

Josef Ertl (1925-2000)

1943-1945 Kriegsdienst, 1945-1947 landwirtschaftliche Lehre, 1947-1952 Studium der Landwirtschaft an der Technischen Hochschule München, 1952 Eintritt in die FDP, 1952-1959 Leiter des Landjugendberatungsdienstes im Bayerischen Landwirtschaftsministerium, 1959-1961 an der Alm- und Landwirtschaftsschule Miesbach und ab 1960 deren Leiter, 1960-1961 auch Direktor des Landwirtschaftsamtes Miesbach, 1961-1987 MdB, 1964-1970 stellvertretender und 1970-1983 Landesvorsitzender der FDP in Bayern, 1969-1983 Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Mitglied im Präsidium und Bundesvorstand der FDP, 1978-1990 Präsident des Deutschen Skiverbandes, 1984-1990 Präsident der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, seit 1993 Vizepräsident der Thomas-Dehler-Stiftung.

Der Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung

Bis 20. Okt. 1969:

Hans Katzer (1919-1996)

1929 Mitglied des Katholischen Jugendbundes Neudeutschland, 1939-1945 Kriegsdienst, 1945 Mitbegründer der CDU, 1945-1949 Arbeitsamt Köln, 1950-1957 Stadtrat in Köln, 1950-1977 Hauptgeschäftsführer bzw. (ab 1963) Vorsitzender der Sozialausschüsse der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), 1957-1980 MdB (CDU), dort 1961-1965 Vorsitzender des Ausschusses für wirtschaftlichen Besitz des Bundes, 1965-1969 Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, 1969-1980 stellvertretender Fraktionsvorsitzender, 1969-1980 stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU.

Seit 22. Okt. 1969:

Walter Arendt (1925-2005)

Ausbildung zum Bergmann, 1939-1947 Tätigkeit im Bergbau, 1943-1946 Kriegsdienst und Gefangenschaft, Studium 1946-1947 an der Akademie für Arbeit, Frankfurt am Main, 1948-1949 an der Akademie für Gemeinwirtschaft, Hamburg, 1948-1955 Tätigkeit in der Presseabteilung der IG Bergbau und Energie, zuletzt als Leiter der Pressestelle, 1955-1964 Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes der IG Bergbau und Energie, 1964-1969 Vorsitzender der IG Bergbau und Energie, 1967-1969 Präsident des Internationalen Bergarbeiterverbandes, 1946 Eintritt in die SPD, 1961-1980 MdB, 1961-1969 MdEP, 1968-1979 Mitglied des Parteivorstandes der SPD, 1973-1979 des Präsidiums der SPD, 1977-1979 stellvertretender Vorsitzender der SPD, 1969-1976 Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung.

Der Bundesminister der Verteidigung

Bis 20. Okt. 1969:

Dr. Gerhard Schröder (1910-1989)

1933-1934 wissenschaftlicher Assistent an der Universität Bonn, 1934-1936 Referent am Kaiser-Wilhelm-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, Berlin, 1936-1939 Anwaltsassessor, 1939-1945 Kriegsdienst und Gefangenschaft, 1945 Mitbegründer der CDU, 1945-1947 Persönlicher Referent des Oberpräsidenten der Nordrhein-Provinz, dann Referent im Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, 1947-1953 Rechtsanwalt und Abteilungsleiter der North German Iron and Steel Control bzw. (seit 1949) Stahltreuhändervereinigung, 1949-1980 MdB (CDU), dort 1952-1953 stellvertretender Fraktionsvorsitzender, 1953-1961 Bundesminister des Innern, 1955-1978 Vorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises von CDU und CSU, 1961-1966 Bundesminister des Auswärtigen, 1966-1969 Bundesminister der Verteidigung, 1967-1973 stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU, 1969-1980 Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages.

Seit 22. Okt. 1969:

Helmut Schmidt (geb. 1918)

1937-1945 nach Reichsarbeitsdienst Wehrdienst bzw. Kriegsdienst und Gefangenschaft, 1945-1949 Studium der Volkswirtschaftslehre und der Staatswissenschaften, 1946 Eintritt in die SPD, 1949-1953 beim Senat der Freien und Hansestadt Hamburg, dort bei der Behörde für Wirtschaft und Verkehr zunächst Referent, dann Leiter der wirtschaftspolitischen Abteilung, zuletzt ab 1952 Dezernent für Verkehr, 1953-1962 MdB, 1958-1961 MdEP, 1961-1965 Senator der Behörde für Inneres der Freien und Hansestadt Hamburg, 1965-1987 erneut MdB, dort 1965-1967 stellvertretender und 1967-1969 Fraktionsvorsitzender, 1968-1984 stellvertretender Parteivorsitzender, 1969-1972 Bundesminister der Verteidigung, 1972 Bundesminister für Wirtschaft und Finanzen, 1972-1974 Bundesminister der Finanzen, 1974-1982 Bundeskanzler, seit 1983 Mitherausgeber der Wochenzeitung „Die Zeit".

Der Bundesminister für Verkehr, seit 22. Okt. 1969:

Der Bundesminister für Verkehr und für das Post- und Fernmeldewesen

Georg Leber (geb.1920)

Nach kaufmännischer Ausbildung 1939-1945 Kriegsdienst, anschließend Ausbildung zum Maurer, 1947 Eintritt in die SPD und den DGB, 1949-1952 Sekretär der Baugewerkschaft Limburg (Lahn), 1952-1955 Redakteur der Gewerkschaftszeitung „Der Grundstein", seit 1953 Mitglied der Hauptvorstände der Industriegewerkschaft Bau-Steine-Erden und des DGB, 1955-1957 Zweiter und 1957-1966 Erster Vorsitzender der Industriegewerkschaft Bau-Steine-Erden, 1953-1966 Mitglied des Geschäftsführenden Vorstandes des Internationalen Bundes der Bau- und Holzarbeiter, 1957-1983 MdB, 1958-1959 MdEP, 1961-1986 Mitglied des Vorstandes der SPD, 1966-1972 Bundesminister für Verkehr bzw. 1969-1972 Bundesminister für Verkehr und für das Post- und Fernmeldewesen, 1972-1978 Bundesminister der Verteidigung, 1979-1983 Vizepräsident des Deutschen Bundestages.

Der Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen

Bis 20. Okt. 1969:

Dr. Werner Dollinger (1918-2008)

1943-1945 Kriegsdienst, nach Kriegsende Mitbegründer der CSU, seit 1946 Leitung einer Ziegelei, 1946-1964 Stadtrat in Neustadt/Aisch (CSU), 1953-1990 MdB, 1957-1961 und 1969-1976 stellvertretender, 1961-1962 Vorsitzender der CSU-Landesgruppe, 1961-1962 stellvertretender Fraktionsvorsitzender, 1980-1982 Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft, 1956-1958 Mitglied der Gemeinsamen Versammlung der EGKS, seit 1957 Mitglied des geschäftsführenden Landesvorstandes bzw. Präsidiums der CSU, 1964-1987 stellvertretender Vorsitzender der CSU, 1962-1966 Bundesschatzminister, 1966 auch Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, 1966-1969 Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen, 1971-1991 Mitglied der Synode der EKD, 1975-1993 Vorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises der CSU und stellvertretender Bundesvorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises von CDU und CSU, 1982-1987 Bundesminister für Verkehr.

Der Bundesminister für Wohnungswesen und Städtebau, seit 22. Okt. 1969:

Der Bundesminister für Städtebau und Wohnungswesen

Dr. Lauritz Lauritzen (1910-1980)

1929 Mitglied der SPD, 1937-1945 Reichsstelle für Chemie, 1945 Magistrat der Stadt Berlin, Landratsamt Rendsburg, Leiter der Präsidialkanzlei beim Oberpräsidenten der Provinz Schleswig-Holstein, 1946-1950 Landesdirektor im Ministerium des Innern des Landes Schleswig-Holstein, 1951-1954 Niedersächsisches Innenministerium, 1954-1963 Oberbürgermeister der Stadt Kassel, 1963-1966 Hessischer Minister der Justiz und für Bundesangelegenheiten (Bevollmächtigter des Landes Hessen beim Bund), 1966-1967 MdL Hessen, 1966-1972 Bundesminister für Wohnungswesen und Städtebau bzw. (seit 1969) für Städtebau und Wohnungswesen, 1969-1980 MdB, 1972 zusätzlich Bundesminister für Verkehr und für das Post- und Fernmeldewesen, 1972-1974 Bundesminister für Verkehr.

Der Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte

Bis 5. Febr. 1969:

Kai-Uwe von Hassel (1913-1997)

1951-1955 und 1964-1975 stellvertretender, 1955-1964 Landesvorsitzender der CDU in Schleswig-Holstein, 1950-1965 MdL Schleswig-Holstein, 1954-1963 Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, 1953-1954 und 1965-1980 MdB, 1956-1969 stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU, 1963-1966 Bundesminister der Verteidigung, 1966-1969 Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte, 1969-1972 Präsident und 1972-1976 Vizepräsident des Deutschen Bundestages, 1977-1980 Präsident der Parlamentarischen Vertretung der WEU, 1979-1984 MdEP.

7. Febr. bis 20. Okt. 1969:

Heinrich Windelen (geb. 1921)

1941-1945 Kriegsdienst und Gefangenschaft, seit 1946 Mitglied der CDU, 1945-1948 kaufmännische Ausbildung, 1949 Geschäftsführer, seit 1958 Mitinhaber einer Versandfirma in Warendorf, 1957-1990 MdB, 1969 Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte, 1969-1980 stellvertretender Fraktionsvorsitzender, 1970-1977 Vorsitzender des CDU-Landesverbandes Westfalen-Lippe, 1977-1981 Vorsitzender des Haushaltsausschusses und 1981-1983 Vizepräsident des Deutschen Bundestages, 1983-1987 Bundesminister für innerdeutsche Beziehungen.

Der Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen, seit 22. Okt. 1969:

Der Bundesminister für innerdeutsche Beziehungen

Bis 20. Okt. 1969

Herbert Wehner (1906-1990)

1927-1942 Mitglied der KPD, 1930-1931 MdL Sachsen, 1933-1935 illegale Tätigkeit für die KPD in Deutschland, ab 1935 Emigration und Mitglied des Zentralkomitees der Exil-KPD und der Komintern, 1937-1941 Aufenthalt in Moskau, 1941 im Auftrag der Komintern in Schweden, 1942-1944 dort Inhaftierung und Verurteilung zu einer einjährigen Haftstrafe, Ausschluss aus der KPD, 1944-1946 Tätigkeit als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter in Schweden, 1946 Rückkehr nach Deutschland, Mitglied des Landesvorstandes der SPD in Hamburg, 1949-1983 MdB, dort 1949-1966 Vorsitzender des Ausschusses für gesamtdeutsche und Berliner Fragen, 1966-1969 Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen, 1958-1973 stellvertretender Parteivorsitzender, 1969-1983 Fraktionsvorsitzender.

Seit 22. Okt. 1969:

Egon Franke (1913-1995)

Nach Abschluss der Volksschule Ausbildung zum Schreiner und Besuch der Kunstgewerbeschule, 1929 Eintritt in die SPD, 1933 Vorsitzender der Sozialistischen Arbeiterjugend Hannover, 1935 Verurteilung wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu 21/2 Jahren Zuchthaus, 1943-1945 Kriegsdienst in der Strafdivision 999 und Gefangenschaft, 1945 Mitbegründer der SPD in Hannover, 1945-1947 Mitglied des Stadtrates in Hannover, 1946-1947 Mitglied des Hannoverschen Landtags, 1947-1951 MdL Niedersachsen, 1951-1987 MdB, 1966-1969 stellvertretender Fraktionsvorsitzender, 1964-1973 Mitglied des Präsidiums der SPD, 1969-1982 Bundesminister für innerdeutsche Beziehungen.

Der Bundesminister für Angelegenheiten des Bundesrates und der Länder

Bis 20. Okt. 1969:

Prof. Dr. Carlo Schmid (1896-1979)

1924-1925 Rechtsanwalt in Reutlingen, 1925 Eintritt in den württembergischen Justizdienst am Amtsgericht Tübingen, 1927-1928 beurlaubt zum Kaiser-Wilhelm-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Berlin, ab 1929 Lehrtätigkeit als Völkerrechtler an der Universität Tübingen, seit 1931 Landgerichtsrat in Tübingen, 1940-1945 Kriegsverwaltungsrat bei der Oberfeldkommandantur in Lille, 1945-1946 Vorsitzender des Staatssekretariats und Landesdirektor für Justiz sowie für Kultus, Erziehung und Kunst in Württemberg-Hohenzollern, dort 1946-1947 Präsident des Staatssekretariats und Staatssekretär für Justiz, 1947-1950 stellvertretender Staatspräsident und Justizminister, 1947-1972 Mitglied des SPD-Vorstandes, 1948-1949 Mitglied des Parlamentarischen Rats, dort Fraktionsvorsitzender der SPD und Vorsitzender des Hauptausschusses, 1949-1972 MdB, dort 1949-1953 Vorsitzender des Ausschusses für Besatzungsstatut und auswärtige Angelegenheiten, 1949-1966 und 1969-1972 Vizepräsident des Deutschen Bundestages, 1953-1967 o. Professor für Politische Wissenschaften an der Universität Frankfurt am Main, 1963-1966 Präsident der Versammlung der WEU, 1966-1969 Bundesminister für Angelegenheiten des Bundesrates und der Länder.

Der Bundesminister für Familie und Jugend, seit 22. Okt. 1969:

Der Bundesminister für Jugend, Familie und Gesundheit

Bis 20. Okt. 1969:

Aenne Brauksiepe (1912-1997)

1931-1933 Tätigkeit in der Behindertenfürsorge, 1933 Nichtzulassung zum Studium, 1934-1936 Aufenthalt in Schottland und 1937-1943 in den Niederlanden, dort jeweils Beschäftigung als Jugendbetreuerin, 1943 Rückkehr nach Deutschland, 1945 Mitbegründerin der CDU, 1946-1948 Stadtverordnete in Duisburg, 1949-1972 MdB, 1964-1968 stellvertretende Fraktionsvorsitzende, 1968-1969 Bundesminister für Familie und Jugend, 1967-1969 stellvertretende Bundesvorsitzende der CDU, 1958-1971 Vorsitzende der Bundesvereinigung der Frauen der CDU.

Seit 22. Okt. 1969:

Käte Strobel (1907-1996)

1923-1938 kaufmännische Angestellte bei der Landesorganisation und den Genossenschaften des bayerischen Obst- und Gartenbaus, seit 1920 Mitglied der Sozialistischen Jugend Deutschlands - Die Falken, 1932-1933 Mitglied des Vorstandes der Reichsarbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Deutschlands und bis 1933 Landesvorsitzende in Bayern, 1925 Eintritt in die SPD, 1945-1947 erneut kaufmännische Tätigkeit, daneben Mitarbeit beim Aufbau der Frauenarbeit der SPD Frankens, ab 1947 deren Vorsitzende, 1958-1971 Mitglied des Parteivorstandes, 1966-1970 des Präsidiums der SPD, 1949-1972 MdB, 1966-1969 Bundesministerin für Gesundheitswesen, 1969-1972 Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit, 1958-1967 MdEP, 1962-1964 dessen Vizepräsidentin, 1964-1967 Vorsitzende der Sozialistischen Fraktion im Europaparlament, 1972-1978 Mitglied des Stadtrates von Nürnberg, 1981-1989 Vorsitzende des SPD-Seniorenrates.

Der Bundesminister für wissenschaftliche Forschung, seit 22. Okt. 1969:

Der Bundesminister für Bildung und Wissenschaft

Bis 20. Okt. 1969:

Dr. Gerhard Stoltenberg (1928-2001)

1954-1957 MdL Schleswig-Holstein (CDU), 1955-1961 Bundesvorsitzender der Jungen Union Deutschlands, 1957-1971 und 1983-1998 MdB (CDU), 1965-1969 Bundesminister für wissenschaftliche Forschung, 1969-1971 Leiter der Stabsabteilung Wirtschaftspolitik bei der Friedrich Krupp GmbH, Essen, 1971-1982 Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein, 1971-1989 Landesvorsitzender der CDU in Schleswig-Holstein, 1982-1989 Bundesminister der Finanzen, 1989-1992 Bundesminister der Verteidigung, 1992-1995 Koordinator für die deutsch-französische Zusammenarbeit.

Seit 22. Okt. 1969:

Prof. Dr.-Ing. Hans Leussink (1912-2008)

1930-1935 Studium der Bauingenieurwissenschaften, 1935-1939 Assistent an der Bergakademie Freiberg/Sachsen, 1939-1946 an der Technischen Hochschule München, dort Betriebsleiter des Erdbauinstituts und Kriegsdienst, 1946-1954 selbständiger Ingenieur für Grundbau und Staudammbau, Essen, seit 1954 o. Prof. an der TU Karlsruhe, dort Leiter des Instituts für Bodenmechanik und Felsmechanik, 1958-1961 Rektor, 1960-1962 Präsident der Westdeutschen Rektorenkonferenz, seit 1963 Mitglied und 1965-1969 Vorsitzender des Wissenschaftsrats, 1969-1972 Bundesminister für Bildung und Wissenschaft, 1967-1969 und 1972-1998 Mitglied im Verwaltungsrat der Friedrich Krupp GmbH, 1968-1969 und 1972-1999 Mitglied des Aufsichtsrats der damaligen Friedrich Krupp GmbH und der Friedrich Krupp AG Hoesch-Krupp, seit 1967 Mitglied des Kuratoriums der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, dort 1979-2007 stellvertretender Vorsitzender, anschließend Ehrenmitglied des Kuratoriums.

Der Bundesschatzminister

Bis 20. Okt. 1969:

Kurt Schmücker (1919-1996)

1938-1940 Tätigkeit als Buchdrucker bei den „Oldenburgischen Nachrichten", 1940-1946 Kriegsdienst und Gefangenschaft, Übernahme der elterlichen Druckerei, 1949-1972 MdB (CDU), dort 1959-1961 Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses, 1956-1966 Vorsitzender der CDU-Mittelstandsvereinigung, 1963-1966 Bundesminister für Wirtschaft, 1966 zugleich Bundesminister der Finanzen, 1966-1969 Bundesschatzminister, 1968-1971 Bundesschatzmeister der CDU, 1972-1986 Bürgermeister von Löningen (Oldenburg).

Der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit

Dr. Erhard Eppler (geb. 1926)

1944-1945 Kriegsdienst, nach dem Studium der Germanistik und Geschichte 1953-1961 Gymnasiallehrer, 1952 Mitbegründer der Gesamtdeutschen Volkspartei, 1956 Wechsel zur SPD, 1961-1976 MdB, 1968-1974 Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, 1976-1982 MdL Baden-Württemberg, dort 1976-1980 Fraktionsvorsitzender, 1970-1991 Mitglied des Bundesvorstandes der SPD, 1973-1982 und 1984-1989 Mitglied des Präsidiums der SPD, 1973-1981 Landesvorsitzender der SPD in Baden-Württemberg, 1977-1991 Vorsitzender der Grundwertekommission der SPD, 1984-1986 stellvertretender Vorsitzender der Grundsatzprogrammkommission, 1981-1983 und 1989-1991 Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentags.

Der Bundesminister für Gesundheitswesen

Bis 20. Okt. 1969:

Käte Strobel (1907-1996) siehe Der Bundesminister für Jugend, Familie und Gesundheit

Der Bundesminister für besondere Aufgaben, Der Chef des Bundeskanzleramtes

Seit 22. Okt. 1969:

Prof. Dr. Horst Ehmke (geb. 1927) siehe Der Bundesminister der Justiz

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