1.51.6 (k1981k): 7. Ausbildungsstellensituation 1981 einschließlich Ausbildungsleistungen des Bundes

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Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

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7. Ausbildungsstellensituation 1981 einschließlich Ausbildungsleistungen des Bundes

Zum vorliegenden Jahrgang der Kabinettsprotokolle der Bundesregierung wird ein editorischer Sachkommentar noch erstellt (siehe die Seiten „Start" und „Kabinett" dieser Online-Version).

(9.43 Uhr)

BM Engholm trägt dem Kabinett den wesentlichen Inhalt der Vorlage des BMBW vom 26. November 1981 vor. Er macht dabei deutlich, daß sich 1981 die Zahl der Bewerber um einen Ausbildungsplatz zwar verringert habe, daß sich die Ausbildungsstellensituation aber gleichwohl ungünstiger als im Vorjahr darstelle. So sei die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen zurückgegangen, die Zahl der nicht vermittelten Bewerber angestiegen.

BM Engholm hebt hervor, daß in etwa 50 Arbeitsamtsbereichen (jedem dritten) ein Angebotsdefizit bestehe; dabei müsse 1982 mit einer noch höheren Nachfrage nach Ausbildungsplätzen als 1981 gerechnet werden. Er weist weiter darauf hin, daß sowohl die öffentlichen Arbeitgeber als auch die privaten Unternehmer die Entwicklung der geburtenstarken Jahrgänge falsch eingeschätzt hätten. Darum müßten Anstrengungen - auch von seiten der öffentlichen Arbeitgeber - unternommen werden, um alle verfügbaren Ausbildungskapazitäten zu mobilisieren.

Hieran schließt sich eine Aussprache, an der sich neben dem Bundeskanzler die BM Engholm, Gscheidle, Schmude, Graf Lambsdorff, Ehrenberg, Matthöfer, Huber, Apel, Franke, Baum und Hauff beteiligen. Dabei werden vor allem Probleme der sektoral und regional unterschiedlichen Ausbildungsplatzsituation und der unterschiedlichen Betroffenheit von Mädchen und Jungen, die Folgen der Einsparungsbeschlüsse im öffentlichen Dienst für die Zahl der Ausbildungsstellen sowie das Fehlen einer Finanzierungsregelung im Nachfolgegesetz zum Ausbildungsplatzförderungsgesetz, dem Berufsbildungsförderungsgesetz, erörtert.

Der Bundeskanzler stellt heraus, daß die Bereitstellung von mehr Ausbildungsstellen ein wichtiges Anliegen der Bundesregierung sei. Dabei müßten sowohl die öffentlichen als auch die privaten Arbeitgeber ihre Möglichkeiten voll ausschöpfen. Hinsichtlich des Rückgangs der Ausbildungszahlen in den ausbildungsrelevanten Ressorts (Verkehr, Arbeit und Sozialordnung, Verteidigung und Inneres) in diesem Jahr schlägt der Bundeskanzler vor, die Zahlen der Ausbildungsplätze von 1980 wiederherzustellen. Dieser Punkt soll Gegenstand des heutigen Koalitionsgesprächs sein.

Der Bundeskanzler bittet weiter den Bundesminister für Bildung und Wissenschaft zusammen mit den Bundesministern des Innern, für Arbeit und Sozialordnung, für Wirtschaft und für Jugend, Familie und Gesundheit um die Erarbeitung von Vorschlägen, wie die Ausbildungsplatzsituation verbessert werden kann. Die Ergebnisse sollen dazu dienen, noch vor Weihnachten mit einer breiten öffentlichen Kampagne über die Probleme des Ausbildungsstellenmarktes zu beginnen.

Der Bundeskanzler kündigt an, daß er in seiner Neujahrsansprache dieses Thema zu einem Punkt machen wolle.

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