2.14.9 (k1955k): I. Fall Nußberger

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Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung. Band 8. 1955Theodor Heuss und Franz-Josef StraußBundestagspräsident Eugen Gerstenmaier vereidigt Hans-Joachim von MerkatzPlakat: Wir wollen ein ehrliches Europa. CDU SaarBundesverteidigungsminister Blank, die Generäle Adolf Heusinger und Hans Speidel

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[I. Fall Nußberger]

Staatssekretär Dr. Globke schildert auf Anregung des Bundesministers für Wohnungsbau den Fall des kürzlich von den Franzosen erneut verhafteten ehem. Oberleutnants Nussberger 38. Eine Bereinigung in absehbarer Zeit sei zu erwarten. Nussberger sei durch zwei französische und ein britisches Urteil erheblicher Kriegsverbrechen für schuldig befunden worden 39. Die in den französischen Urteilen verhängten Strafen seien verbüßt bezw. erlassen. Es handele sich jetzt noch um die Verbüßung des Restes einer von einem britischen Gericht verhängten Strafe 40.

38

Karl Nußberger (geb. 1898). 1918-1941 badischer Polizeidienst, August 1941 bis November 1944 als Revier-Leutnant, später Revier-Oberleutnant Führer des Wachkommandos im Sicherungslager Schirmeck im Elsaß, ab November 1944 im Nebenlager Gaggenau; im Mai 1946 vom britischen Militärgericht in Wuppertal, im März 1947 vom französischen Militärgericht in Rastatt wegen Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt, im April 1952 zu lebenslanger Zwangsarbeit begnadigt; nach einem dritten Verfahren vor dem französischen Militärgericht in Metz im Januar 1953 erneut zum Tode verurteilt, im Juli 1953 gnadenweise Umwandlung der Strafe in 20 Jahre Zwangsarbeit; am 25. Jan. 1955 aus der Strafanstalt Loos-les-Lille bedingt nach Deutschland entlassen, am 8. März 1955 erneute Verhaftung und Einweisung in die Strafanstalt Wittlich.

39

Unterlagen zu den Verfahren, deren Gegenstand die Erschießung von sechs britischen und vier amerikanischen Kriegsgefangenen sowie Angehöriger des französischen Widerstandes war, in All. Proz. 7/JAG 155 (Gaggenau Case) und JAG 348 (Vosges Case) sowie B 305/E 606/54 und GRE 24/50.

40

Nußberger wurde am 4. Mai 1955 aufgrund eines Erlasses des französischen Hohen Kommissars aus Wittlich entlassen und in das britische Gefängnis in Werl überführt. Aus britischer Haft wurde er am 9. Sept. 1955 entlassen.

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