2.12.1 (k1961k): A. Besuch des Bundeskanzlers in den USA

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[A.] Besuch des Bundeskanzlers in den USA

Zu Beginn der Sitzung berichtet der Bundeskanzler über seine Amerikareise 1. Es sei gelungen, mit Präsident Kennedy einen guten Kontakt herzustellen. Die amerikanische Administration habe nach dem Amtsantritt des neuen Präsidenten ein anderes Gesicht gewonnen. Kennedy arbeite und entscheide schnell, aber nicht übereilt. Er beherrsche außerdem die Kunst zuzuhören. Es liege auch im deutschen Interesse, daß die Vereinigten Staaten als die stärkste Macht des Westens die Führung des westlichen Bündnisses in der Hand behielten. Die Frage der Reorganisation der NATO sei von großer Bedeutung. Die Konsultation unter den NATO-Ländern müsse sich auch auf politische und wirtschaftliche Fragen erstrecken. Es sei zu hoffen, daß Kennedy bei seiner beabsichtigten Reise nach Paris mit de Gaulle einen guten Kontakt erreiche 2. Das liege auch im deutschen Interesse. Der Bundeskanzler macht weitere Ausführungen über den sachlichen Inhalt der Gespräche anhand des veröffentlichten Kommuniqués 3. Der Bundeskanzler spricht sodann über seinen Besuch beim amerikanischen Vizepräsidenten in Texas 4. Zusammenfassend könne man als wichtigste Ergebnisse der Amerikareise folgendes herausstellen:

1

Vom 11. bis 18. April 1961 hatte Adenauer seine sechste USA-Reise durchgeführt. Unterlagen zur Vorbereitung und Gestaltung des Programms in B 136/2055, B 136/50567 und 50568. Zum Programm vgl. auch Bulletin Nr. 69 vom 13. April 1961, S. 658.

2

Am 31. Mai 1961 traf Kennedy zu einem dreitägigen Besuch in Paris ein. Hauptgesprächsthemen waren neben der Berlin-Frage die Entwicklungshilfe, das Dreierdirektorium der westlichen Atommächte und das bevorstehende Treffen Kennedys mit Chruschtschow. Vgl. dazu die Aufzeichnungen über die Gespräche vom 31. Mai bis 2. Juni 1961 in DDF 1961, Bd. 1, S. 669-710 sowie die Gesprächsaufzeichnung vom 2. Juni 1961 in FRUS 1961-1963, West Europe and Canada, S. 662-667.

3

Wortlaut des Kommuniqués veröffentlicht in Bulletin Nr. 71 vom 15. April 1961, S. 673 f. - Gegenstand der Gespräche waren die Berlin- und Deutschland-Frage, wobei Präsident Kennedy den bisherigen Standpunkt der amerikanischen Regierung bestätigt hatte, für die Rechte Berlins und die Erlangung der Wiedervereinigung Deutschlands einzustehen. Weitere Schwerpunkte waren Zahlungsbilanzfragen, Entwicklungshilfe, die europäische Integrationspolitik unter Einbeziehung Großbritanniens, Abrüstungsfragen und die Probleme der inneren Organisation der NATO. - Konferenzmappe und Aufzeichnung über das Gespräch am 13. April 1961 im größeren Kreis über Abrüstung, Entwicklungshilfe und europäische Integration in B 136/50569, Konferenzmappe auch in AA B 130, Bd. 3856, Aufzeichnungen des AA der Vieraugen-Gespräche Adenauers mit Kennedy am 12. und 13. April in AA B 130, Bd. 8413. - Zu den Gesprächen vgl. FRUS, Berlin Crisis 1961-1962, S. 45-51 und FRUS, West Europe and Canada, S. 272-282, dazu Aufzeichnung des AA vom 24. April 1961 über den Inhalt der Gespräche in AA B 130, Bd. 3855 und Adenauer, Erinnerungen 1959-1963, S. 91-99 und Schwarz, Staatsmann, S. 635 f.

4

Auf Einladung von Vizepräsident Lyndon B. Johnson hatte sich der Bundeskanzler vom 16. bis 17. April 1961 auf dessen Ranch in Texas aufgehalten. - Notiz über die Gespräche mit Johnson und Texte der Reden in StBKAH III/88, dazu Schwarz, Staatsmann, S. 637.

a)

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind in eine neue Phase der politischen Entwicklung eingetreten, die sie aus einer gewissen selbstgewählten Isolierung herausführt.

b)

Der neue Präsident wünscht, daß die Bundesrepublik an allen Vorgängen von weltpolitischer Bedeutung im Wege der Konsultation beteiligt wird. Im Anschluß hieran weist der Bundeskanzler darauf hin, daß die deutsche Botschaft in Washington entsprechend der neuen Entwicklung materiell und personell ausgebaut wird 5.

5

Unterlagen zum Neubau der deutschen Botschaft in Washington in B 157/3606 bis 3610.

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