2.4.2 (k1961k): A. Wirtschaftliche Schwierigkeiten bei der Firma Borgward

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Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung. Band 14. 1961Abriegelung des Ost-Sektors in BerlinPortrait Hermann HöcherlDas Katholische Büro Bonn an den BundeskanzlerBundestagswahlen 1961

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[A.] Wirtschaftliche Schwierigkeiten bei der Firma Borgward

Nach einleitenden Ausführungen des Bundesministers für Wirtschaft trägt Staatssekretär Prof. Dr. Hettlage Einzelheiten über die bestehenden erheblichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Firma Borgward vor 9. Diese hätten ein solches Ausmaß angenommen, daß in den ersten Februartagen mit der Einstellung der Zahlungen gerechnet werden müsse. Die Firma Borgward beschäftige 20 000 Arbeiter, d. h. etwa ein Viertel aller Arbeitnehmer von Bremen; davon viele Flüchtlinge. Es soll eine Auffanggesellschaft gegründet werden, zu deren Finanzierung sich der Regierende Bürgermeister 10 auch an den Bund gewandt habe.

9

Das Bremer Automobilunternehmen Borgward stand mit 200 Millionen DM an Verbindlichkeiten vor dem Konkurs. Am 27. Jan. 1961 hatte der Bremer Bürgermeister Wilhelm Kaisen deshalb in Bonn bei Erhard und Staatssekretär Hettlage um Unterstützung des Bundes nachgesucht. Vgl. das Schreiben Kaisens an Erhard vom 26. Jan. 1961 nebst Vermerk Kaisens über die wirtschaftliche Situation der Borgward-Gruppe vom 25. Jan. 1961 in B 102/43402 sowie das Schreiben Kaisens an Adenauer vom 30. Jan. 1961 in B 136/2224, weitere Unterlagen in B 102/113506, dazu Kaisen, Meine Arbeit, S. 341 f. und zur wirtschaftlichen Lage der Borgward Gruppe im Frühjahr 1961 auch Jagla, Borgward-Krise, S. 120-164.

10

Wilhelm Kaisen war Präsident des Senats der Hansestadt Bremen.

Nach Erörterung sieht das Kabinett bei der gegenwärtigen Lage keinen Anlaß, auf die vom Land Bremen an den Bund herangetragenen Wünsche einzugehen. Die von dem Bundesminister für Familien- und Jugendfragen gestellte Frage, ob mit Massenarbeitslosigkeit für die Belegschaft der Borgward-Werke zu rechnen sei, wird von dem Kabinett übereinstimmend dahin beurteilt, daß eine solche Gefahr verneint werden könne. Bei der derzeitigen Arbeitsmarktlage werde die Beschaffung neuer Arbeitsplätze ohne nennenswerte Schwierigkeiten möglich sein 11.

11

Fortgang 153. Sitzung am 28. Juni 1961 TOP D.

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