2.29.4 (x1951e): A. Arbeitszeitverkürzung im Bergbau , BMWi

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Kabinettsausschuß für Wirtschaft. Band 1. 1951-1953Friedrich ErnstHaus Carstanjen in Bad GodesbergFranz Blücher Andreas Hermes an Bundeskanzler Adenauer

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[A. Arbeitszeitverkürzung im Bergbau], BMWi

Außerhalb der Tagesordnung berichtet Staatssekretär Dr. Westrick über Forderungen der Gewerkschaften, die Arbeitszeit im Kohlenbergbau um eine halbe Stunde zu kürzen. Eine solche Arbeitszeitverringerung würde zu großen Produktionsausfällen führen, die zu ernsten Sorgen berechtigen. Man habe einen Förderausfall von mindestens 10 Mio t errechnet, der nicht vertretbar sei 13.

13

Die IG Bergbau hatte den bestehenden Manteltarifvertrag zur Durchsetzung ihrer Forderung nach einer 7,5-Stunden-Schicht gekündigt und für den 26. und 27. Nov. 1952 zu einer Urabstimmung aufgerufen. Das BMWi hatte errechnet, daß eine Arbeitszeitverkürzung zu einem Förderausfall von 10,5 Millionen t und einer Kohlepreiserhöhung von 4,72 DM pro t führen würde. Vgl. dazu Vermerk vom 11. Nov. 1952 in B 102/21393 und B 136/6574, weitere Unterlagen in B 102/33127 und B 136/742.

Staatssekretär Dr. Sauerborn teilt die Bedenken des Bundeswirtschaftsministers und hebt den politischen Akzent der geplanten Aktion hervor. Er bittet jedoch, vorerst von einer Beratung im Kabinett abzusehen, bis die eingeleiteten Besprechungen des Bundesarbeitsministeriums mit dem Bundeswirtschaftsministerium und anderen beteiligten Stellen abgeschlossen seien 14. Die vorgetragene Auffassung über die Hintergründe dieser Gewerkschaftspläne wird vom Kabinettsausschuß zur Kenntnis genommen und gebilligt 15.

14

Zu den Gesprächen vgl. Vermerk vom 12. Jan. 1953 in B 136/742.

15

Am 16. Jan. 1953 einigten sich die Tarifparteien unter Vermittlung von Adenauer über die Einführung der 7 ½ Stundenschicht zum 1. April 1953. - Fortgang 259. Kabinettssitzung am 18. Nov. 1952 TOP B (Kabinettsprotokolle 1952, S. 698).

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