2.40.1 (x1951e): 4. Fall Röchling, BMWi

Zum Text. Zur Fußnote (erste von 2). Zu den Funktionen. Zum Navigationsmenü. Zum Navigationsbaum

 

Bandbilder:

Kabinettsausschuß für Wirtschaft. Band 1. 1951-1953Friedrich ErnstHaus Carstanjen in Bad GodesbergFranz Blücher Andreas Hermes an Bundeskanzler Adenauer

Extras:

 

Text

Tagesordnungspunkt als RTF Download

4. Fall Röchling, BMWi

Staatssekretär Prof. Dr. Hallstein führt aus, daß das vorliegende Angebot der Firma Lehman Brothers Anlaß gäbe, die verschiedenen Lösungsmöglichkeiten für das Problem der Röchlingwerke zu überprüfen und möglichst kurzfristig sich seitens der Bundesregierung zu entscheiden 2. Im einzelnen trägt Staatssekretär Prof. Dr. Hallstein die in Betracht kommenden Varianten vor, die aber alle darauf hinauslaufen, daß das Angebot von Lehman Brothers abgelehnt wird. Zusammenfassend äußerte er die Meinung des Auswärtigen Amtes dahin, daß das Auswärtige Amt gegenüber den verschiedenen Lösungen ziemlich indifferent sei, in jedem Falle den Übergang der Röchlingwerke in französischen Besitz jedoch als politisch unerträglich empfinde. Zwar sei der Wert der Titel ausgehöhlt, doch sei es politisch äußerst wichtig, trotzdem an der deutschen Rechtsposition festzuhalten.

2

Siehe 36. Ausschußsitzung am 17. Juni 1953 TOP 3. - Vorlage des BMM vom 18. Juli 1953 (Abschrift) in B 102/435460. - Blücher hatte in seiner Vorlage berichtet, daß die Familie Röchling über ein Angebot der Lehman-Bank von 20 bis 25 Millionen $ für ihre Anteile an den Röchling-Werken verhandele, bei der Zusicherung eines gleichwertigen finanziellen Angebots aber auch für die Vorschläge der Bundesregierung offen sei. Das BMM schlug vor, bis zu dieser Regelung der Familie die Möglichkeit zu verschaffen, „sich jetzt schon industriell zu betätigen, um von einer solchen Position aus den Kampf um Völklingen weiterführen zu können". Dafür sollte ein Kredit gewährt oder die pachtweise Überlassung eines bundeseigenen Betriebs zur Bewirtschaftung durch die Familie Röchling angeboten werden.

Staatssekretär Dr. Westrick schlägt vor, auf hoher politischer Ebene mit verantwortlichen Vertretern der Familie Röchling zu sprechen.

Staatssekretär Hartmann betont, daß auf Haushaltsmittel nicht gerechnet werden könne. Daher sei an ein Austauschobjekt aus Staatsbesitz zu denken. Auch er ist der Auffassung, daß ein Gespräch mit der Familie Röchling von Kabinettsmitgliedern geführt werden sollte.

Auf allgemeinen Wunsch erklärt sich der Vizekanzler bereit, die Verhandlungen mit Familie Röchling aufzunehmen 3.

3

Blücher traf am 19. Aug. 1953 mit Ernst Röchling zu einem Gespräch zusammen, an dem auch Westrick, Hartmann und Kattenstroth teilnahmen (Eintrag in Blüchers Terminkalender in Nachlaß Blücher N 1080/294-7). - Fortgang 19. Ausschußsitzung am 19. Okt. 1954 TOP A.

Extras (Fußzeile):