2.41.4 (x1951e): B. Beschäftigungslage der deutschen Werften, BMWi

Zum Text. Zur Fußnote (erste von 2). Zu den Funktionen. Zum Navigationsmenü. Zum Navigationsbaum

 

Bandbilder:

Kabinettsausschuß für Wirtschaft. Band 1. 1951-1953Friedrich ErnstHaus Carstanjen in Bad GodesbergFranz Blücher Andreas Hermes an Bundeskanzler Adenauer

Extras:

 

Text

Tagesordnungspunkt als RTF Download

[B.] Beschäftigungslage der deutschen Werften, BMWi

Der Vizekanzler hält es auf Grund der von ihm kürzlich gewonnenen Eindrücke und der ihm zugegangenen Berichte für dringend erforderlich, daß die Bundesregierung sich mit der Auftragslage bei den deutschen Werften beschäftigt, da offenbar ein harter Einbruch unmittelbar bevorstehe und sogar mit Illiquiditäten größeren Ausmaßes gerechnet werden müsse 17.

17

Das BMWi konstatierte im November 1953 eine rückläufige Beschäftigtenzahl auf den Werften von 82 151 am 1. Sept. auf 81 328 am 1. Okt. 1953. Unterlagen hierzu in B 136/7717.

Im Hinblick auf die von dem Vizekanzler hervorgehobene Eilbedürftigkeit sagt Staatssekretär Dr. Westrick zu, für Anfang der kommenden Woche zu einer Besprechung bei sich einzuladen 18.

18

Nicht ermittelt. - Unter Bezugnahme auf diese Ressortbesprechung legte das BMWi am 16. Okt. 1953 einen Bericht über die Beschäftigtenlage in der Werftindustrie vor (B 136/7717). Hierin wurde eine drohende Beschäftigungskrise vor allem in den mittleren und kleinen Werften bestätigt. Die Gründe lagen u. a. in der geringen Auftragslage für Schiffsneubauten, im Mangel an Eigenkapital und in den Einschränkungen bei der Gewährung von Krediten gemäß § 7d des Einkommensteuergesetzes (vgl. hierzu 270. Kabinettssitzung am 20. Jan. 1953 TOP 1, Kabinettsprotokolle 1953, S. 119 f.). Zudem hatten Exportförderungsmaßnahmen der Konkurrenten Frankreich, der Niederlande und Japan die durch hohe Inlandspreise ohnehin belastete Wettbewerbssituation verschlechtert. Ein weiterer Grund lag in der generell höheren Kapazität durch die Umstellung auf die Schweißtechnik. Um dem deutschen Schiffsbau erforderliche Anschlußaufträge zu sichern und um eine Beschäftigungskrise abzuwenden, hatte das BMWi u. a. Preissenkungen für Schiffsbaumaterial und eine Modernisierung der überalterten deutschen Binnen-, Fischlogger- und Fischkutterflotte vorgeschlagen.

Extras (Fußzeile):