2.17.4 (x1956e): A. Streikaufruf der Deutschen Angestelltengewerkschaft für Kapitäne, Schiffsoffiziere und -ingenieure

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Kabinettsausschuß für Wirtschaft. Band 3. 1956-1957Alfred Hartmann, Ludger Westrick, Hermann Wandersleb, Günther BergmannSchreiben des Bankiers Robert Pferdmenges an Konrad AdenauerGebäude des Bundesministeriums für WirtschaftGraphische Darstellung der landwirtschaftlichen Nutzflächen 1956

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[A.] Streikaufruf der Deutschen Angestelltengewerkschaft für Kapitäne, Schiffsoffiziere und -ingenieure

Staatssekretär Dr. Sauerborn berichtet über die bisherige Entwicklung des Streiks 33. Er weist darauf hin, daß zwischen dem Verband Deutscher Reeder und der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr ein neuer Tarifvertrag am 1.6.1956 abgeschlossen wurde, der eine 13%ige Erhöhung der Heuer vorsieht. Die Deutsche Angestelltengewerkschaft habe diese Lohnerhöhung für zu gering gehalten und ihrerseits Verhandlungen mit dem Verband Deutscher Reeder aufgenommen, um eine 20%ige Erhöhung der Heuer zu erreichen. Dieser Vorschlag sei von dem Verband Deutscher Reeder abgelehnt worden. Der Vorsitzende der DAG, Rettig 34, habe darauf das Bundeswirtschaftsministerium zum Eingreifen bewegen wollen. Es sei ihm jedoch eröffnet worden, daß ein Eingreifen der Bundesregierung bei einem geltenden Tarifvertrag sich nur darauf beschränken könnte, beide Partner wieder ins Gespräch zu bringen. Verhandlungen zwischen dem Deutschen Gewerkschaftsbund, der Deutschen Angestelltengewerkschaft und dem Verband Deutscher Reeder, in denen die Reederseite lediglich zu erkennen gegeben habe, daß sie in einigen Punkten entgegenkommen könnte, seien dann ergebnislos abgebrochen worden. Die DAG habe darauf den Streik ausgerufen, der bis jetzt aber zu keinen Störungen geführt habe. Sämtliche Schiffe seien fahrplanmäßig und fast ohne Verzögerungen mit ihren Stammbesatzungen ausgelaufen. Der Streik sei damit praktisch zusammengebrochen 35.

33

Unterlagen zu den Tarifverhandlungen zwischen dem Verband Deutscher Reeder und dem Verband Deutscher Küstenschiffer mit der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft im Juli 1956 und zur Entwicklung des Streiks in Hamburg vom 3. bis 10. Aug. 1956 in B 108/47685 und 47686. Tarifvertrag und Heuertarif für die deutsche Seeschiffahrt vom 1. Juni 1956 in B 108/47686.

34

Fritz Rettig (1901-1981). Seit 1919 Mitglied der SPD, bis 1933 Funktionär beim Gewerkschaftsbund der Angestellten (GDA), 1933 verhaftet und Verlust seiner Ämter, danach Tätigkeit im Versicherungsgewerbe, 1939-1945 Kriegsdienst, 1945-1949 Hauptvorstand der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft (DAG) der britischen Besatzungszone, 1949-1959 Vorsitzender der DAG, ab 1953 stellvertretender, seit 1961 Vorsitzender des Vorstandes der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte.

35

Vgl. den Vermerk des BMV vom 1. Aug. 1956 über den gescheiterten Vermittlungsversuch des BMA und des BMV am 1. Aug. 1956 in Hamburg und den Vermerk des BMV vom 6. Aug. 1956 über die Streiklage in der Seeschiffahrt in B 108/47685.

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