2.10.7 (k1957k): G. Vorschlag des belgischen Paters Dr. D. Pire für den Friedensnobelpreis

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[G.] Vorschlag des belgischen Paters Dr. D. Pire für den Friedensnobelpreis

Der Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte unterrichtet das Kabinett, daß er in seiner Eigenschaft als Ehrenmitglied der „Hilfe für heimatlose Ausländer e.V." durch den Präsidenten der Beratenden Versammlung des Europarates, Dehousse 13, gebeten worden sei, den belgischen Pater Dr. D. Pire 14, der sich durch den Bau von Dörfern für heimatlose Ausländer große Verdienste erworben habe, für den Friedensnobelpreis vorzuschlagen. Das Auswärtige Amt habe keine Bedenken geäußert. Das Kabinett erhebt keinen Widerspruch. Der Bundesminister der Justiz regt an, das Kabinett solle auch den Grafen Coudenhove-Kalergi 15 für den Friedensnobelpreis vorschlagen. Dieser Vorschlag wird jedoch zurückgestellt 16.

Fußnoten

13

Dr. Fernand Dehousse (1906-1976). 1950 Senator im belgischen Parlament (Sozialistische Partei), 1952-1960 Vertreter Belgiens in der Montanunion, 1954 Mitglied, 1956-1959 Präsident der Beratenden Versammlung des Europarates, 1955 Vorsitzender der WEU-Kommission zur Vorbereitung und Überwachung der Volksabstimmung über das Saarstatut, 1965-1966 belgischer Erziehungsminister, 1971-1972 Minister für Sprachgemeinschaften.

14

Dr. Dominique Georges Pire (1910-1969). Seit 1929 Dominikanermönch in Belgien, 1937-1947 Lehrer für Moralphilosophie und Soziologie an der Ordenshochschule in La Sarte (Belgien), Gründer zahlreicher sozialer Einrichtungen für Alte, Bedürftige und vor allem ab 1949 für heimatlose Ausländer, ab 1956 Aufbau der „Europa-Dörfer" in Deutschland, Österreich und Belgien, 1958 Friedensnobelpreis, 1959 Gründung der „Welt der offenen Herzen", in dessen Rahmen u.a. 1960 Einrichtung einer „Friedens-Universität" und von „Friedens-Inseln" in Ost-Pakistan (1962), Indien (1967) und in Afrika (1960).

15

Dr. Graf Richard Coudenhove-Kalergi (1894-1972). Österreichischer Schriftsteller, 1923 Begründer der Paneuropa-Union, 1938-1946 in der Emigration in den USA und in der Schweiz, 1947 Generalsekretär der Europäischen Parlamentarier-Union, 1952-1965 führende Tätigkeit in der Europäischen Bewegung.

16

Der Friedensnobelpreis 1957 wurde dem kanadischen Politiker Lester Pearson (1897-1972) u.a. wegen seiner Initiative für die Entsendung einer UN-Polizeitruppe zur Beendigung der Suez-Krise verliehen. - Berichte und Reden zur Preisverleihung in B 122/577.

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