2.2.11 (k1950k): D. Konfessionelle Zusammensetzung der Bundesbehörden

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Titelblatt: Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung 1950Portrait Walter StraußPortrait Hans LukaschekSchreiben Adenauers zur Entlassung von Heinemann.Portrait: Robert Lehr

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[D. Konfessionelle Zusammensetzung der Bundesbehörden]

Im Zusammenhang mit dem Besuch des Herrn Bischofs Dibelius 23 weist der Bundeskanzler auf die ständig zunehmenden Erörterungen über die konfessionelle Zusammensetzung der Bundesbehörden hin. Der Bundeskanzler teilt mit, daß die ständigen Vorwürfe 24, die von verschiedenen Seiten wegen einer angeblich zu starken Besetzung der Bundesbehörden mit Katholiken laut werden, Veranlassung gegeben hätte, Erhebungen hierüber vorzunehmen 25. Das Ergebnis würde sicher erkennen lassen, daß die Katholiken in den Bundesministerien bei weitem nicht entsprechend dem Volksanteil vertreten seien. Es sei sogar zu befürchten, daß die Veröffentlichung der Zahlen dazu führen würde, daß nun von katholischer Seite Forderungen gestellt würden. Die Polemik sei zu bedauern und der Besuch des Herrn Bischofs Dibelius gäbe vielleicht Veranlassung, daß in der vorgesehenen Zusammenkunft mit den Bundestagsabgeordneten das Thema einmal mit dem Bischof erörtert werde.

Fußnoten

23

D. Dr. Otto F. K. Dibelius (1880-1967). 1945-1966 Bischof von Berlin-Brandenburg, 1949-1961 Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland. - Zum Besuch von Dibelius in Bonn vgl. Schriftwechsel in NL Heinemann/23 und 24 sowie Pressekonferenz von Dibelius vom 10. Jan. 1950 in B 145 I/2.

24

Siehe Frankfurter Rundschau vom 5. Jan. 1950.

25

Untersuchungen über die konfessionelle Zusammensetzung der Bediensteten der Bundesministerien waren seit Anfang Dez. 1949 im Gange. Sporadische Unterlagen für einzelne Ressorts und Gesamtzusammenstellung in NL Heinemann/23 und 24 sowie NL Adenauer/09.08. - Eine erste Aufstellung veröffentlichte die Bundesregierung am 12. Jan. 1950 (Mitteilung des BPA Nr. 42). Vgl. dazu auch Interpellation der SPD vom 26. April 1950 (BT-Drs. Nr. 863) und die Beantwortung durch Heinemann im Bundestag am 12. Juli 1950 (Stenographische Berichte Bd. 4 S. 2634 B-D). - Fortgang 52. Sitzung am 14. März 1950 TOP 9.

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