4.38 (k1950k): Dokument Nr. 38

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Titelblatt: Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung 1950Portrait Walter StraußPortrait Hans LukaschekSchreiben Adenauers zur Entlassung von Heinemann.Portrait: Robert Lehr

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Dokument Nr. 38

18. September 1950

Das Mitglied des Landtags von Nordrhein-Westfalen Ernst Molis (Köln) an den Bundesminister des Innern 1

Sehr geehrter Herr Dr. Heinemann!

Als die evangelischen CDU-Abgeordneten von Nordrhein-Westfalen sich Anfang der vergangenen Woche anläßlich der Fraktionssitzung einmal gesondert zusammenfanden, hatten wir alle stark mit Ihrem uns angekündigten Besuch gerechnet. Gar zu gern hätten wir ein gutes Gespräch mit Ihnen geführt und bei dieser Gelegenheit auch der Verbundenheit mit Ihnen Ausdruck gegeben. Sollte Ihre Situation keine wirkliche Besserung erfahren, würden wir es dankbar begrüßen, wenn wir Sie bei einer baldigen, ersten Gelegenheit unter uns sehen könnten.

In der Fraktionssitzung selbst war, wie Sie wissen werden, auch der Herr Bundeskanzler. Es fiel mir auf, daß er an irgendeiner Stelle der von ihm gemachten Darlegungen zur politischen Gesamtlage sehr betont davon sprach, daß die Kirchen es sich abgewöhnen müßten, auf die Entscheidungen der Politiker Einfluß nehmen zu wollen. Ich war nach dem ganzen Ablauf der Angelegenheit versucht, hierbei an die Kontroverse Adenauer - Heinemann zu denken und stand ganz unter dem Eindruck, daß die Bemerkung Adenauer's auch darauf abzielte. Ich habe darum die Gelegenheit benutzt, an den Herrn Bundeskanzler einige Zeilen zu richten, von denen ich eine Abschrift 2 zu Ihrer Information mitschicke 3.

Ich empfehle mich heute wieder mit allen guten Wünschen für Sie und Ihre Arbeit als

Ihr Ihnen sehr ergebener und Ihnen

aufrichtig verbundener

Molis

Fußnoten

1

Druckvorlage: Unterschriebene Ausfertigung in NL Heinemann/32. Briefkopf: „Ernst Molis Mitglied des Landtages Nordrhein-Westfalen". Mit handschriftlichem Vermerk Heinemanns: „beantwortet".

2

Siehe Dokument Nr. 30.

3

Am 21. Sept. 1950 antwortete Heinemann: ... „Inzwischen bin ich am 19. Sept. auf Einladung von Herrn Marx in Düsseldorf mit den engeren Freunden der dortigen CDU-Fraktion zusammengewesen; Sie werden davon gehört haben, sodaß ich weiteres nicht mitzuteilen brauche. Meine Auseinandersetzung mit dem Herrn Bundeskanzler ist noch nicht abgeschlossen" (NL Heinemann/32).

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