4.50 (k1950k): Dokument Nr. 50

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Titelblatt: Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung 1950Portrait Walter StraußPortrait Hans LukaschekSchreiben Adenauers zur Entlassung von Heinemann.Portrait: Robert Lehr

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Dokument Nr. 50

26. September 1950

Der Bundeskanzler an den Bundesminister des Innern 1

Sehr geehrter Herr Heinemann,

Der ganze Komplex der Polizeifragen, der am kommenden Sonnabend Gegenstand der Beratungen mit den Herren Ministerpräsidenten und Innenministern der Länder sein wird 2, wird voraussichtlich zu Beginn der kommenden Woche schon in einer Aussprache zwischen deutschen und alliierten Sachverständigen auf dem Petersberg behandelt werden 3. Ich wäre Ihnen deshalb dankbar, wenn alle wesentlichen Entscheidungen sachlicher und personeller Natur solange zurückgestellt werden, bis diese Beratungen ihren Abschluß gefunden haben.

Die Verwendung des früheren Generals von Zangen 4 bei Schulungskursen in Traunstein 5 hat sich als höchst unglücklich ausgewirkt. Es wäre wohl zweckmäßiger gewesen, hierfür eine Persönlichkeit zu wählen, die weniger Anlaß zu Kritik gegeben hätte.

Mit besten Grüßen

Ihr sehr ergebener

Adenauer

Fußnoten

1

Druckvorlage: Paraphierte Durchschrift in NL Adenauer/III 21. Mit Stempel: „Persönlich" und Vermerk: „Ab 27. Sep. 1950 Zi[mmermann]". - Gedruckt in Rhöndorfer Ausgabe S. 281.

2

Vgl. Dokument A Anmerkung 33.

3

Vgl. Dokument B, Anmerkung 66.

4

Gustav Adolf von Zangen (geb. 1892). Nach dem Ersten Weltkrieg Polizeioffizier, ab 1936 bei der Wehrmacht, zuletzt Generaloberst. - Zu den Vorbehalten gegen von Zangen vgl. das Schreiben Wildermuths vom 3. Okt. 1950 an den Bundeskanzler und die Antwort vom 13. Okt. 1950 in B 136/1929 sowie Rhöndorfer Ausgabe S. 549.

5

In Traunstein fand im Sept. 1950 ein Lehrgang für künftige Ausbilder der Bereitschaftspolizei statt, obwohl die Verhandlungen zwischen Bund und Ländern über die Aufstellung der Bereitschaftspolizei noch nicht abgeschlossen waren. Dabei hatte die Entsendung der früheren Polizeioffiziere und späteren Wehrmachtsgenerale Beyer und von Zangen durch den Bund als Berater des Lehrganges den Argwohn genährt, es gehe um die Ausbildung künftiger Soldaten. - Vgl. dazu Hannoversche Presse vom 23. Sept. 1950 („Polizei-Tagung des Bundes aufgeflogen" - Ausschnitt in NL Adenauer/III 115) und Süddeutsche Zeitung vom 30. Sept. 1950 („Das Tauziehen um die Bereitschaftspolizei") sowie die Aufzeichnung von Lex vom 2. Okt. 1950 in B 136/5043.

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