4.61 (k1950k): Dokument Nr. 61

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Titelblatt: Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung 1950Portrait Walter StraußPortrait Hans LukaschekSchreiben Adenauers zur Entlassung von Heinemann.Portrait: Robert Lehr

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Text

Dokument Nr. 61

5. Oktober 1950

Rundschreiben 1 der Notgemeinschaft ehemaliger Berufssoldaten, berufsmäßiger Wehrmachtsbeamter und ihrer Hinterbliebenen für das Land Nordrhein-Westfalen, e. V., Landesverband (Düsseldorf)

Bezug: Rundschreiben des Landesverbandes vom 25.9.50

(Erging nur bis an Bezirke und Kreise)

Betr.: Meldungen zur Offiziersanwärterschule

1.)

Das Schreiben vom 25. 9. wird durch nachstehendes ersetzt. Da nachstehendes Schreiben nur eine Ergänzung des Schreibens vom 25. 9. darstellt, keine Abänderung, bleiben auf das Schreiben vom 25. 9. hin getroffene Befragungen und Meldung von Offz.-Anwärtern richtig und gültig. Die ersten Meldungen, die beim Landesverband eingingen, sind weitergereicht.

2.)

Bei dem der Bundesregierung unmittelbar unterstehenden Schutz- und Begleitkommando 2 wird ein Offz.-Lehrgang eingerichtet.

3.)

An ihm nehmen teil:

I.

100 Ungediente zwischen 18 und 25 Lebensjahren

II.

100 ehem. Unteroffiziere im Alter von etwa 30 Jahren, nicht über 38 Jahre

III.

100 ehem. Leutnante und Oberleutnante, nicht über 45 Jahre

IV.

100 ehem. Hauptleute und Majore, nicht über 45 Lebensjahre

Waffengattung: alle

Beginn: sofort.

Dauer für Kategorie I: nicht bekannt

Dauer für Kategorie II-IV: 3 Monate. Nach Ablauf weitere Einberufung.

Zweck: Überprüfung

Ungeeignete werden mit 4 wöchiger Kündigungsfrist, Personen deren Angaben sich als falsch herausstellen: fristlos entlassen.

Weitere Verwendung der Kategorien II-IV: nach Ablauf der 3 Monate in anderen Einheiten.

Gebührnisse: Freie Unterbringung und Verpflegung

und Ungediente: 90,- DM

Unteroff.: 110,- DM monatlich

Offiziere: 200,- DM

Verheiratete: Trennungsentschädigung, Unteroffz.: 5,- DM, Offz.: 10,- DM, täglich.

Bekleidungsbeihilfe, Besoldungsbeihilfe, ärztl. Behandlung und sonstige Fürsorge nach früheren Gebräuchen.

4.)

Verpflichtung: Einsatz für die Bundesregierung

5.)

Einreichung: Den Meldungen sind laut Bestimmung Äußerungen von zwei Bürgen, möglichst früherer Kommandeure, beizufügen. Es empfiehlt sich, darüber hinaus eine kurze Beurteilung des Ortsgr.-, Kreis- oder Bezirksobmannes abzugeben.

Es wird gebeten, sich auf eigenhändig geschriebene kurze Lebensläufe zu beschränken und etwaige Urkunden erst auf späteres Anfordern nachzureichen. Die Meldungen gehen laufend vom Landesverband an das Bundeskanzleramt, jedesmal, sobald eine Anzahl vorliegt. Es wird gebeten, ebenso zu verfahren oder sie einzeln zu schicken, und nicht den Eingang aller zu erwartenden abzuwarten.

6.)

Die Sache ist nicht geheim. Solange aber keine Veröffentlichung in der Presse erfolgt ist, muß sie vertraulich behandelt werden, d. h. Mitteilungen über sie sind auf den Kreis in Betracht Kommender zu beschränken. Erzählungen darüber an Unbeteiligte, Vortrag vor größeren Versammlungen oder vor solchen, zu denen die Presse zugezogen ist, [sind] zu unterlassen. Ich bitte, mir weitere Einzelheiten zu ersparen und im Sinne meines Ersuchens zu handeln.

7.)

Das Schreiben vom 25.9.50 über die Offizieranwärterschule erging nur bis zu den Kreisobleuten. Das vorliegende ergeht über die Kreisobleute bis zur Ortsgruppe. Ich bitte um umgehende Weitersendung. Das Schreiben vom 29.9.50 über Meldungen zur Polizei mit angefügtem Fragebogen erging unmittelbar bis zur Ortsgruppe. Es hat mit dem Offz.-Lehrgang nichts zu tun 3.

Verteiler:

B. v. W. Geschäftsführer

1

Vorstand

5

Mitarbeiter

5

Sonstige

3

Bezirke

37

Kreise

80

Ortsgruppen

190

Reserve

39

360

Auleb 4

Gen. d. Infanterie a. D.

Fußnoten

1

Druckvorlage: Umdruck, drei Seiten, in NL Pünder/281. Auszugsweise gedruckt in der Frankfurter Rundschau vom 17. Okt. 1950 („Bundeskanzler Adenauer stellt ein persönliches Schutzkommando auf"). - Vgl. dazu Dokument B, S. 57.

2

Zu den Plänen, ein Schutz- und Begleitkommando der Bundesregierung einzurichten, vgl. Kabinettsprotokolle Bd. 2 S. 819 f. (110. Sitzung am 14. Nov. 1950 TOP 7 und 110. Sitzung am 14. Nov. 1950 TOP 9). - Zur Vorbereitung des Aufbaus einer „Bundesschutzpolizei" vgl. Dokument Nr. 18 und Dienstgruppen S. 77 f.

3

Der Inhalt dieses Rundschreibens entsprach den Richtlinien, die die Zentrale für Heimatdienst dem Bund versorgungsberechtigter ehemaliger Wehrmachtangehöriger übergeben hatte. Der Aufstellungstermin für das Schutz- und Begleitkommando - für die personelle Auswahl war General a. D. Voigtsberger zuständig - war ursprünglich auf den 15. Okt. 1950 festgelegt (Vortragsnotiz von Graf Schwerin vom 17. Okt. 1950 für Blankenhorn in AA Büro StS Bd. 26). - Vgl. dazu Dokument Nr. 80.

4

Helge Auleb (1887-1964). Bei Kriegsende General der Infanterie.

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