2.23.7 (k1961k): D. Ausbau der Stadt Bonn

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Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung. Band 14. 1961Abriegelung des Ost-Sektors in BerlinPortrait Hermann HöcherlDas Katholische Büro Bonn an den BundeskanzlerBundestagswahlen 1961

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[D.] Ausbau der Stadt Bonn

Der Bundeskanzler berichtet über seine Eindrücke anläßlich des Besuches von Saarbrücken 10. Er habe hier bestätigt gefunden, daß die Hauptstädte sämtlicher Bundesländer die Bundeshauptstadt Bonn bei weitem übertrumpfen. Es sei beschämend, wie schlecht Bonn ausgestattet sei. Es müßten mehr Bundesmittel für den Ausbau Bonns zur Verfügung gestellt werden. Staatssekretär Prof. Dr. Hettlage teilt mit, daß der Bau eines Theaters und Museums geplant sei, daß das Schul- und Verkehrswesen großzügig gefördert werden soll und daß ein großes Regierungsviertel vorgesehen sei 11. Der Bundesminister des Auswärtigen hält es nicht für ausreichend, Gelände für ein Regierungsviertel zu beschaffen. Vordringlich müßte ein Gästehaus errichtet werden. Auch müßte beschleunigt eine Lösung für den Bahnhof und die Eisenbahnlinie durch Bonn geschaffen werden 12. Staatssekretär Prof. Dr. Hettlage bemerkt, daß eine großzügige Lösung mit allen Beteiligten vorbereitet worden sei. Der Bundeskanzler betont seinerseits, daß ein Gästehaus dringend erforderlich sei. Der Bundesminister für Wohnungsbau unterstreicht dieses Anliegen mit dem Hinweis, daß das Gästehaus nicht nur mit Empfangsräumen, sondern auch mit Konferenzräumen ausgestattet werden müßte; auch sollte sofort etwas getan werden. Staatssekretär Bleek bittet, das Gästehaus so zu planen, daß es auch für die Empfänge des Bundespräsidenten ausreichend sei. Die Villa Hammerschmidt gebe dem Bundespräsidenten nicht einmal die Möglichkeit, die akkreditierten Diplomaten zu einem Essen zu empfangen.

Staatssekretär Dr. Busch teilt mit, daß Erwägungen angestellt würden, ein Gästehaus im Park des Hauses Carstanjen zu errichten. Der Bundeskanzler hält es für erforderlich, daß das Bundesministerium für wirtschaftlichen Besitz des Bundes insgesamt die Aufgabe übernimmt, Bonn so auszubauen, daß es seine Aufgabe als Regierungssitz zufriedenstellend erfüllen kann. Das Kabinett ist einverstanden. Staatssekretär Hopf bemerkt ergänzend, daß im Zusammenhang mit der Gesamtplanung auch an eine repräsentative Sportanlage gedacht werden müsse 13.

Fußnoten

10

Adenauer hatte anlässlich einer Wahlreise durch die Westpfalz und in das Saarland am 20. Juli 1961 Saarbrücken besucht (vgl. den Tageskalender Adenauers vom 20. Juli 1961 in B 136/20688).

11

Zum Theaterneubau und zur Errichtung eines Bundeskunstmuseums siehe 139. Sitzung am 16. Febr. 1961 TOP C. - Zur Förderung der Stadt Bonn im Allgemeinen vgl. den Vermerk Hettlages vom 22. Juli 1961 und die Kurzübersicht des BMF zu den Leistungen des Bundes für die Stadt Bonn vom 15. Aug. 1961 in B 126/18074. - Unterlagen zur Errichtung eines Bundeskunstmuseums in B 106/21549, B 136/5819 und B 157/3451 und zur Planung eines Gästehauses der Bundesregierung in B 136/4670 und B 157/3454 sowie zum Ausbau eines Regierungsviertels in B 157/3471.

12

Vgl. hierzu 124. Sitzung am 12. Okt. 1960 TOP 4 (Kabinettsprotokolle 1960, S. 348 f.).

13

Die von Adenauer angeregten Planungen zur Errichtung eines Bundeskunstmuseums in Bonn mit Beständen der Treuhandverwaltung von Kulturgut in München, zu denen auch Hitlers sogenannte Sammlung Linz sowie die Sammlung Göring gehört hatten, wurden Ende 1963 ebenso eingestellt wie 1965 die Pläne zum Bau eines Gästehauses der Bundesregierung im Park des Hauses Carstanjen in Bad Godesberg. - Fortgang 37. Sitzung am 18. Juli 1962 TOP D (B 136/36127).

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