2.25.7 (k1961k): 2. Flüchtlingssituation in Berlin und in der Bundesrepublik

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Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung. Band 14. 1961Abriegelung des Ost-Sektors in BerlinPortrait Hermann HöcherlDas Katholische Büro Bonn an den BundeskanzlerBundestagswahlen 1961

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2. Flüchtlingssituation in Berlin und in der Bundesrepublik

Staatssekretär Dr. Nahm berichtet über die Lage der Flüchtlinge in Berlin und in der Bundesrepublik. Arbeitsmäßig begegne eine schnelle Eingliederung der Flüchtlinge bei der starken Nachfrage nach Arbeitskräften keinerlei Schwierigkeiten, zumal die gesunde Altersstruktur der Flüchtlinge - und die Tatsache, daß sich unter den Flüchtlingen 60,7% Erwerbstätige (Durchschnitt BRD: 48,8%) befänden - deren rasche Unterbringung an den offenen Arbeitsplätzen noch begünstige 10.

Nicht immer und nicht überall sei jedoch eine uneingeschränkte Hilfsbereitschaft bei der räumlichen Unterbringung der Flüchtlinge zu verzeichnen. Staatssekretär Dr. Nahm gibt noch folgende Zahlen bekannt:

Der Anteil der in Ostberlin bisher wohnhaften, aber in Westberlin arbeitenden Flüchtlinge habe seit dem Juli 1961 20% betragen. Dieser Anteil habe sich in der letzten Woche von 35 auf 40% gesteigert. Seit der Sperrung der Zonengrenze seien noch ungefähr 700 Flüchtlinge angekommen. Wenn sich demgegenüber aber am Tage darauf noch mehrere Tausend Flüchtlinge bei der Notaufnahme gemeldet hätten, so seien dies solche Flüchtlinge, die schon seit Tagen in der Bundesrepublik gewesen seien, aber sich erst eine Unterkunft gesucht hätten. Denn auch im Bereich der BRD seien Tausende von der Schließung der Zonengrenze überrumpelt worden und nun entschlossen, hier zu bleiben. So lägen bei den Notaufnahmelagern Gießen und Uelzen bereits 6000 schriftliche Anträge auf Notaufnahme vor, die 10 000 Personen umfassen dürften. Es müsse noch mit 30 000 Nachzüglern gerechnet werden, so daß in der Zeit vom 1.7. - 15.8. rd. 90 000 Personen die Zone verlassen hätten 11.

Fußnoten

10

Vgl. das Schreiben Nahms an Adenauer vom 4. Aug. 1961 in B 136/9434.

11

Die Zahl der Antragsteller in den Notaufnahmeeinrichtungen in Berlin, Gießen und Uelzen war von 19 198 im Juni 1961 auf 30 415 im Juli gestiegen. Im August meldeten sich insgesamt 47 433 Personen. Vgl. die Geschäftsstatistiken über das Bundesnotaufnahmeverfahren für die Monate Juni bis August 1961 in B 136/2719. - Fortgang hierzu 161. Sitzung am 27. Sept. 1961 TOP A.

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