2.3.1 (k1961k): A. Verhältnis der Bundesrepublik zu Polen

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[A.] Verhältnis der Bundesrepublik zu Polen

Der Bundeskanzler gibt einen kurzen Bericht über den Besuch des Generalbevollmächtigten der Firma Krupp, Berthold Beitz, bei dem polnischen Ministerpräsidenten Cyrankiewicz 1. Er hebt hervor, daß der erste Besuch 2 in Kenntnis, aber nicht auf Veranlassung des Auswärtigen Amtes und der zweite Besuch mit seiner Zustimmung und der Zustimmung des Auswärtigen Amtes, nicht aber im amtlichen Auftrage erfolgt sei. Es handle sich um einen allerersten Anfang zur Verbesserung des Verhältnisses mit Polen 3. Die Fühlungnahme mit dem polnischen Ministerpräsidenten sei auf Grund persönlicher Beziehungen von Herrn Beitz mit Cyrankiewicz zustande gekommen. In nächster Zeit sollen Besprechungen zwischen amtlichen deutschen und polnischen Stellen über die Aufnahme deutsch-polnischer Beziehungen aufgenommen werden 4. Hieran schließt sich eine kurze Aussprache, an der sich der Bundeskanzler, der Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen und Staatssekretär Dr. van Scherpenberg beteiligen.

Fußnoten

1

Berthold Beitz war am 22. Jan. 1961 nach Warschau gereist und hatte Adenauer unmittelbar nach seiner Rückkehr am 24. Jan. 1961 über die Ergebnisse seiner Besprechung unterrichtet. Danach hatte Jozef Cyrankiewicz den Vorschlag zur Errichtung von Handelsmissionen abgelehnt, jedoch ein Interesse an einem langfristigen Handelsabkommen bekundet. Vgl. dazu Bingen, Polenpolitik, S. 74, weitere Unterlagen zum Polenbesuch von Beitz in AA B 12, Bd. 589 b und c.

2

Zur ersten, auf Einladung von Cyrankiewicz erfolgten Polen-Reise vom 6. bis 13. Dez. 1960 vgl. den Bericht von Beitz vom 20. Dez. 1960 in StBKAH III/50 sowie den Vermerk des Bundeskanzleramtes vom 12. Dez. 1960 in B 136/3643.

3

Adenauer hatte Beitz beauftragt, die Möglichkeit der Errichtung fester Handelsbeziehungen unterhalb der Generalkonsulats-Ebene zu erkunden. Die dazu erforderlichen Verhandlungen sollten nach der Vorstellung Adenauers unter Ausklammerung der Oder-Neiße-Frage auf Botschafterebene in einem dritten Land geführt werden. Vgl. dazu die Aufzeichnung vom 18. Jan. 1961 in StBKAH III/50 sowie das Schreiben von Staatssekretär Carstens an von Brentano vom 10. Jan. 1961 in AA B 1, Bd. 128, dazu Schwarz, Staatsmann, S. 686. Darin hatte Carstens den Außenminister über die Verhandlungspositionen des Bundeskanzlers unterrichtet.

4

Zum Handelsabkommen Fortgang 150. Sitzung am 7. Juni 1961 TOP C.

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