2.29.9 (k1959k): C. Beurlaubung des Gefreiten Effertz für eine Teilnahme an den Ruderausscheidungswettkämpfen in der sowjetisch besetzten Zone

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[C.] Beurlaubung des Gefreiten Effertz für eine Teilnahme an den Ruderausscheidungswettkämpfen in der sowjetisch besetzten Zone

Staatssekretär Dr. Anders trägt vor, die Beurlaubung des Gefreiten Effertz 29 für eine Teilnahme an den Ruderausscheidungswettkämpfen in Berlin-Grünau 30 sei heftig umstritten. Bevor Ministerialdirektor Gumbel vom Standpunkt des Bundesministeriums für Verteidigung Stellung nehmen kann, erklärt der Bundeskanzler, daß der Bundesminister für Verteidigung - wie sich aus einer soeben eingegangenen Information ergebe - bereit sei, dem Gefreiten Effertz ausnahmsweise und unter gewissen Auflagen den für die Teilnahme an den Ausscheidungswettkämpfen in Berlin-Grünau erforderlichen Urlaub zu erteilen 31.

Fußnoten

29

Horst Effertz (geb. 1938). Gefreiter der Bundeswehr, Wettkampf-Ruderer im Ruderclub Germania Düsseldorf 1904, in den Bootsklassen Vierer mit bzw. ohne Steuermann u. a. 1959 Europameister in Mâcon, 1960 Olympiasieger in Rom, 1964 Europameister in Amsterdam und Olympiateilnehmer in Tokio.

30

Am 9. Aug. 1959 fanden auf der Regattastrecke Grünau in Ost-Berlin die Ausscheidungswettkämpfe zur Bildung einer gesamtdeutschen Mannschaft für die Europameisterschaften der Ruderer vom 20. bis 23. Aug. 1959 in Mâcon (Frankreich) statt. - Der BMVtg, der ursprünglich grundsätzlich Bundeswehrangehörigen die Beurlaubung zur Teilnahme an Sportveranstaltungen im Ostblock verweigert hatte, war zwar seit Anfang 1959 bereit, die Teilnahme an offiziellen Länderkämpfen, Europa- und Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen zuzulassen, hatte davon aber ausdrücklich Ausscheidungswettkämpfe für internationale Sportfeste ausgenommen (Unterlagen dazu in B 106/1981, zum Sportverkehr mit den Ostblockstaaten vgl. 193. Sitzung am 20. Aug. 1957 TOP B: Kabinettsprotokolle 1957, S. 368 f.). - Im angesprochenen Einzelfall Effertz hatte sich der Präsident des Deutschen Sportbundes Willi Daume in zwei Schreiben vom 20. Juli 1959 an Strauß sowie vom 29. und 31. Juli 1959 an Anders um eine Genehmigung bemüht. Anders hatte am 31. Juli den Staatssekretären Rust und Globke mitgeteilt, dass er das Anliegen des DSB unterstützen werde (Schreiben in B 106/1981).

31

Strauß machte die Genehmigung von fünf Auflagen abhängig. U. a. mussten die Sportler in West-Berlin wohnen, sie durften keine Einladungen annehmen und der DSB hatte diesen Fall als Ausnahmefall zu betrachten (vgl. die Notiz vom 6. Aug. 1959 für Anders in B 106/1981). - Effertz nahm erfolgreich an den Ausscheidungswettkämpfen teil und wurde in Mâcon Europameister (vgl. die Berichte in der „Welt" vom 7. Aug. 1959, S. 5 und in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom 8. Aug. 1959, S. 10).

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