2.12.17 (k1958k): I. Verhandlungen wegen der Errichtung der „Vogelfluglinie"

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Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

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[I.] Verhandlungen wegen der Errichtung der „Vogelfluglinie"

Der Bundesminister für Verkehr erklärt, daß er mit Minister Kai Lindberg 42 am 24.3.1958 in Kopenhagen ein Protokoll über die „Vogelfluglinie" unterzeichnet habe 43.

42

Kai Lindberg (1899-1985). Seit 1941 Sekretär des Dänischen Gewerkschaftsbundes, seit 1947 Mitglied des Dänischen Parlaments (Folketing), 1955-1966 Minister für öffentliche Arbeiten und 1955-1960 zugleich Minister für Grönland.

43

Vorlage des BMV vom 15. März 1958 in B 136/1491, weitere Unterlagen zur „Vogelfluglinie" in B 108/2126, 7259, 15477, 31256 und 57634. - Als „Vogelfluglinie" wird die über Fehmarn verlaufende Verkehrsverbindung zwischen der Bundesrepublik und den dänischen Inseln nach Skandinavien bezeichnet. Nach Verhandlungen von Regierungskommissionen beider Länder war es zur Unterzeichnung eines Protokolls über den Ausbau dieser Verbindung gekommen. Darin war eine Vereinbarung zwischen den Ministern vorgesehen, wonach die für die Auftragsvergabe erforderlichen Planungen und Beschreibungen möglichst noch 1958 abgeschlossen und die Außenarbeiten im Jahre 1959 aufgenommen werden sollten (Anlage 1 zur Vorlage) sowie ein Abkommen zwischen der Deutschen Bundesbahn und den Dänischen Staatsbahnen über Tariffragen (Anlage 2). Das Projekt sollte auf deutscher Seite neben dem Ausbau der Bundesstraße 207 und der Eisenbahnstrecke von Lübeck nach Großenbrode den Bau einer kombinierten Straßen- und Eisenbahnhochbrücke über den Fehmarnsund sowie eines Fährhafens bei Puttgarden für die Überquerung des Fehmarnbelts nach Rödbyhavn auf der Insel Lolland umfassen. Die Kosten wurden mit 38,7 Millionen DM für den Straßenbau, die aus dem Einzelplan des BMV bestritten werden sollten, und 84,3 Millionen DM für die Deutsche Bundesbahn veranschlagt.

Das Protokoll sehe vor, daß die „Vogelfluglinie" sowohl auf dem Gebiet des Eisenbahnverkehrs als auch auf dem Gebiete des Straßenverkehrs möglichst bald verwirklicht werden soll. Minister Lindberg werde die von der deutschen und der dänischen Kommission für die „Vogelfluglinie" zu diesem Zweck vorbereiteten Vereinbarungen zwischen dem Bundesminister für Verkehr und ihm sowie zwischen dem Vorstand der Deutschen Bundesbahn und dem Generaldirektor der dänischen Staatseisenbahn dem dänischen Parlament vorlegen. Es sei damit zu rechnen, daß das dänische Parlament seine Zustimmung in Kürze erteile. Er habe Herrn Minister Lindberg zur Unterzeichnung der beiden vorgesehenen Vereinbarungen für den Monat Mai nach Bonn eingeladen. Das Kabinett nimmt Kenntnis 44.

44

Die Vereinbarung und das Abkommen wurden am 13. Juni 1958 in Bonn unterzeichnet (abgedruckt in „Die Bundesbahn", Heft 19, Oktober 1958, S. 992 f., vgl. hierzu auch Bulletin Nr. 105 vom 13. Juni 1958, S. 1064 und Nr. 106 vom 14. Juni 1958, S. 1085). - Am 30. April 1963 wurde die Fehmarnsundbrücke eingeweiht, am 14. Mai 1963 fand die Eröffnung der „Vogelfluglinie" durch König Frederik IX. von Dänemark und Bundespräsident Lübke statt (vgl. hierzu Bulletin Nr. 77 vom 3. Mai 1963, S. 683, Nr. 84 vom 14. Mai 1963, S. 737 und Nr. 86 vom 16. Mai 1963, S. 753 f. sowie „Die Bundesbahn", Heft 9/10, Mai 1963, S. 339-422, insbesondere S. 347-368).

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